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SPD Ministerin Schwesig will Offenlegung von allen Gehältern


Auch in kleinen Betrieben  

Schwesig will Offenlegung von Gehältern für alle Arbeitnehmer

01.03.2015, 08:24 Uhr | t-online.de, dpa

SPD Ministerin Schwesig will Offenlegung von allen Gehältern . Wie viel verdient der Kollege mit der gleichen Tätigkeit? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Vor allem Frauen dürften an der Offenlegung der Gehälter interessiert sein. Sie verdienen mit demselben Job im Schnitt 22 Prozent weniger. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Nicht nur in Firmen mit mindestens 500 Angestellten, sondern in allen Betrieben sollen sich Arbeitnehmer darüber informieren können, wie viel der Kollege oder die Kollegin mit der gleichen Tätigkeit verdient. So legt Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) den Koalitionsvertrag aus - die Wirtschaftsverbände lehnen dies ab.

Das berichtet das Magazin "Der Spiegel" im Zusammenhang mit dem geplanten Gesetz zur Entgeltgleichheit von Männern und Frauen. Schwesig hatte bei der Wirtschaft für das Gesetz geworben. Tarifparteien und Politik müssten sich gemeinsam für Lohngerechtigkeit und Gleichstellung in der Arbeitswelt einsetzen: "Transparenz und Lohngerechtigkeit nutzen gerade den Unternehmen", sagte sie. Faire Löhne würden auch dabei helfen, weibliche Fachkräfte zu binden und Mitarbeiter zu motivieren.

Gehaltslücke von 22 Prozent

Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes liegt die Gehaltslücke in Deutschland bei 22 Prozent. So erhielten Männer im Jahr 2013 einen durchschnittlichen Bruttolohn von 19,84 Euro, Frauen nur 15,56 Euro. Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag ein Entgeltgleichheitsgesetz vereinbart.

Die Wirtschaft lehnt das geplante Gesetz bisher ab. Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer, der an dem Treffen mit Schwesig nicht teilnahm, sagte der Tageszeitung "Die Welt": "Es ist ein Irrglaube anzunehmen, dass mit zusätzlicher Bürokratie gesellschaftliche Veränderungen herbeigeführt werden können."

Vor allem Schwesigs Auslegung stieß auf Widerstand - auch beim Koalitionspartner. Bislang waren die Wirtschaftsverbände aufgrund der Formulierung im Koalitionsvertrag davon ausgegangen, dass die Regelung nur für Mitarbeiter von Betrieben mit mehr als 500 Beschäftigten gelten soll, berichtet der "Spiegel".

Wirtschaft fürchtet "Ausforschung" und "Unfrieden"

Eine solche Regelung würde zu einem "Klima des Misstrauens und der Ausforschung" führen, zitiert das Blatt Holger Schwannecke vom Zentralverband des Deutschen Handwerks. Vor "starker Unruhe" und "Unfrieden" warnen auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag und der Bundesverband der Deutschen Industrie sowie die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, heißt es in dem Bericht weiter.

"Solche Ideen sollte sich Frau Schwesig lieber wieder abschminken", sagte Christian von Stetten, Vorsitzender des Parlamentskreises Mittelstand der Unionsfraktion. Die Unternehmer seien nach Frauenquote, Pflegezeit und Mindestlohn bereits genügend belastet.

Schwesig plant Kampagne mit Gewerkschaften

Wie der "Spiegel" berichtet, plant Schwesig nun gemeinsam mit den Gewerkschaften eine große Kampagne. Im Juni soll es einen Referentenentwurf geben.

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