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Alle 31 Großbanken bestehen US-Stresstest der Notenbank Fed


Offiziell krisenfest  

Alle Großbanken bestehen US-Stresstest

06.03.2015, 14:15 Uhr | rtr

Alle 31 Großbanken bestehen US-Stresstest der Notenbank Fed. Der Financial District in New York.  (Quelle: dpa)

Der Financial District in New York. (Quelle: dpa)

Alle 31 Großbanken haben die erste Runde des US-Stresstests bestanden. Mit der von der US-Notenbank Fed geforderten Kernkapitalquote von fünf Prozent im Rücken sollen die Finanzinstitute in Krisenzeiten nicht mehr in bedrohliche Schieflage geraten. Unter den getesteten Banken war erstmals auch die US-Tochter der Deutschen Bank. Ein Insider aus Finanzkreisen geht allerdings davon aus, dass Deutschlands größte Bank in der zweiten Stufe durchrasseln wird.

Zu den fünf Banken mit der niedrigsten Kennziffer zählten unter anderen Goldman Sachs, Morgan Stanley und JPMorgan Chase - sie sind auch auf den ersten Plätzen der Investmentbankschwergewichte zu finden. Der Stresstest wurde 2009 eingeführt. Er ist eine Konsequenz aus der Finanzkrise, in der Großbanken wie die Citigroup und die Bank of America taumelten und vom Staat gerettet werden mussten.

In dem Gesundheitscheck simuliert die Fed Krisenszenarien und prüft die Kredit- und Anleihen-Portfolios der Institute auf ihre Robustheit. In einem zweiten Schritt müssen die Geldinstitute zudem ihre Pläne zur Auszahlung von Dividenden und Aktienrückkäufen von der Fed absegnen lassen. Zudem werden qualitative Kriterien zur Beurteilung des Risikomanagements angelegt. Diese Ergebnisse werden am 11. März veröffentlicht.

Dann geht es auch darum, ob interne Kontrollen ausreichend sind. Hier war die Deutsche Bank in den USA wiederholt ermahnt worden. Die Aufseher monierten vor allem Schlampereien im Berichtswesen. Es geht um formale Fehler wie unvollständige Unterlagen, allerdings nicht um Trickserien. Dennoch sei es wahrscheinlich, dass die Bank dort durchfalle und nachbessern müsse, so der Insider.

Weiterer Nackenschlag für Deutsche Bank

Für die Deutsche Bank wäre eine rote Karte ein weiterer Nackenschlag: Co-Chef Jürgen Fitschen sowie seine Vorgänger Josef Ackermann und Rolf Breuer stehen demnächst wegen Betrugsverdachts vor Gericht. Ihnen wird vorgeworfen, im Prozess um die Pleite der Kirch-Mediengruppe die Justiz getäuscht zu haben.

Auch die US-Tochter der spanischen Santander-Bank dürfte beim zweiten Teil des Tests durchfallen. Sowohl die Deutsche Bank als auch Santander wollten sich nicht über Spekulationen über ein mögliches Scheitern äußern, die das "Wall Street Journal" (WSJ) mit einem entsprechenden Bericht befeuert hatte.

USA wichtigster Markt

Für die Deutsche Bank sind die USA einer der wichtigsten Märkte. Hier sitzen die Wall-Street-Größen, die Deutschlands führendes Geldhaus vor allem im Investmentbanking angreifen will. Co-Vorstandschef Anshu Jain setzt darauf in Lücken vorzustoßen, die der Rückzug anderer europäischer Rivalen hinterlassen hat.

Das kostet zwar Kapital - in Zeiten strengerer Regulierung ein knappes Gut. Aber die Rechnung scheint aufzugehen: Im globalen Investmentbanking kam die Deutsche Bank 2014 auf einen Marktanteil von 4,7 Prozent und landete damit in Sichtweite der fünf Marktführer, die allesamt aus den USA kommen. Der Fünftplatzierte Citigroup ist in greifbare Nähe gerückt, Branchenprimus JP Morgan dafür noch sehr weit weg.

Bei den US-Regulierern ist die Deutsche Bank bereits wegen ihrer Tricksereien mit Referenzzinssätzen (Libor) und Devisenkursen angezählt. In der Libor-Affäre steht noch eine hohe Strafe in den USA und Großbritannien aus. In der Devisenaffäre hat die New Yorker Finanzaufsicht DFS einen Aufpasser in der US-Niederlassung der Deutschen Bank installiert, der die Handelspraktiken genauer untersuchen soll. Die DFS kann im äußersten Fall die US-Banklizenz entziehen und ist deshalb bei ausländischen Banken gefürchtet.

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