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EC- und Kreditkarten: EU deckelt Gebühren für Kartenzahlungen


EC- und Kreditkarten  

EU-Parlament deckelt Gebühren für Kartenzahlungen

10.03.2015, 18:46 Uhr | dpa-AFX

EC- und Kreditkarten: EU deckelt Gebühren für Kartenzahlungen. Für die Gebühren beim Bezahlen mit Karten gelten bald neue, einheitliche Obergrenzen. (Quelle: imago/Blickwinkel)

Für die Gebühren beim Bezahlen mit Karten gelten bald neue, einheitliche Obergrenzen. (Quelle: imago/Blickwinkel)

Das EU-Parlament hat Gebühren für die Zahlung mit Bank- und Kreditkarten gedeckelt. Die Regelung tritt noch in diesem Jahr in Kraft - voraussichtlich im September. Verbraucher in der EU können damit mehr Klarheit über die Höhe dieser Gebühren bekommen.

Bei Kreditkarten soll ein Limit von 0,3 Prozent, bei sogenannten Debitkarten - etwa EC- oder Maestro-Karten - eine Grenze von 0,2 Prozent des zu zahlenden Preises gelten. Bisher sind die Sätze in den 28 EU-Ländern sehr unterschiedlich, in Deutschland gilt derzeit ein Limit von 1,8 Prozent.

Die Banken dürfen dann EU-weit nicht mehr als die festgelegten Sätze verlangen. Ob der Einkauf billiger wird, weil Händler die Ersparnis an die Verbraucher weitergeben, muss sich allerdings noch zeigen. Der Händler zahlt bei einem Kauf des Kunden mit einer Kreditkarte eine Gebühr an seine Bank, die diese an die Bank des Konsumenten weitergibt. Diese Kosten werden nun begrenzt.

Mit der neuen Bestimmung werde es für Einzelhändler und Verbraucher leichter, zwischen den Angeboten der Kreditkartenfirmen auszuwählen, sagte der christdemokratische Berichterstatter Pablo Zalba aus Spanien. Marktführer sind die beiden US-Firmen Mastercard und Visa. Sie erreichen gemeinsam einen Marktanteil von 90 Prozent.

Sichere Einnahmequelle

"Bisher zahlten Einzelhändler in Europa zehn Milliarden Euro jährlich für Kartenzahlungen", sagte der finanzpolitische Sprecher der Grünen im Europaparlament, Sven Giegold. Das neue EU-Gesetz setze diesem "Exzess unfairen Wettbewerbs" ein Ende und verringere die Kosten um rund sechs Milliarden, sagte er. Nach Angaben der EU-Kommission haben die rund 500 Millionen EU-Bürger etwa 727 Millionen Zahlkarten in ihren Portemonnaies. Dazu gehören auch die in Deutschland gebräuchlichen EC-Karten.

Branchenexperten warnen, dass kostenlose Kreditkarten nun seltener werden könnten. Die Anbieter von Kreditkarten planten bereits, zum Ausgleich von den Verbrauchern höhere Jahresgebühren für Kreditkarten zu verlangen. Angedacht werde auch, die mit den Karten verbundenen Leistungen - etwa Versicherungen, Punkte-Aktionen oder Bonusmeilen - einzuschränken. "Einer zahlt immer und dieser eine ist immer der Verbraucher", kritisierte der EU-Abgeordnete Steven Woolfe von der eurokritischen UKIP-Partei.

Jahresgebühren für Kreditkarten könnten steigen

Der Anbieter Mastercard hatte eine Studie zitiert, wonach in Spanien nach einem ähnlichen Schritt die Jahresgebühr für Kreditkarten von durchschnittlich 23 Euro im Jahr 2005 auf mehr als 30 Euro im Jahr 2010 stieg. Die Deutsche Kreditwirtschaft - ein Zusammenschluss der privaten, öffentlichen und genossenschaftlichen Banken - erwartet keine Entlastung für den Verbraucher und warnte, die neuen Regeln würden "die Wirtschaftlichkeit von Kartenzahlungen in Frage stellen."

American Express und Diners Club sind von der Regelung ausgenommen, weil sie ihre Karten selbst und nicht über Banken ausgeben und auch ohne diese Zwischenschaltung auskommen. Auch Firmenkarten, die nur für geschäftliche Zahlungen benutzt werden, sind ausgenommen. Diese Schlupflöcher kritisiert die EU-Abgeordnete Sophie in 't Veld (Liberale) und forderte: "Weitere Schritte sind dringend nötig."

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