Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > News > Eigene >

Griechenland-Krise: Moscovici hält "Grexit" für möglich


Strikte Bedingungen  

Moscovici hält "Grexit" für möglich

18.03.2015, 10:53 Uhr | t-online.de, dpa, rtr

Griechenland-Krise: Moscovici hält "Grexit" für möglich. EU-Währungskommissar Pierre Moscovici schließt einen "Grexit" nicht aus, warnt aber zugleich vor "großem politischen Schaden". (Quelle: dpa)

EU-Währungskommissar Pierre Moscovici schließt einen "Grexit" nicht aus, warnt aber zugleich vor "großem politischen Schaden". (Quelle: dpa)

EU-Währungskommissar Pierre Moscovici schließt einen griechischen Euro-Austritt nicht grundsätzlich aus. "Wir werden Griechenland nicht zu jedem Preis in der Euro-Zone halten, sondern zu strikten Bedingungen, die für beide Seiten akzeptabel sind", sagte Moscovici der Zeitung "Die Welt".

"Es ist der überwältigende Wille der Eurogruppe, Griechenland in der Euro-Zone zu halten. Finanzielle Unfälle können passieren. Unsere Aufgabe ist es aber nicht, diese zu organisieren, sondern sie zu verhindern", sagte der EU-Kommissar. Ähnlich hatte sich kürzlich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble geäußert.

Moscovici warnte zugleich, dass ein Austritt Griechenlands der Euro-Zone "großen politischen Schaden" zufügen würde. Der Euro sei mehr als nur ein System fester Wechselkurse, er sei eine Einheitswährung. "Wird ein Teil davon herausgebrochen, nimmt der Währungsraum als ganzes Schaden, weil seine Integrität infrage gestellt wird", sagte Moscovici.

"Drittes Rettungspaket muss anders aussehen"

Er stellte Griechenland ein Entgegenkommen in Aussicht, sollte sich die neue Regierung kooperationsbereit zeigen. Allen Beteiligten sei klar, "ein mögliches drittes Rettungspaket muss anders aussehen als seine Vorgänger", sagte der EU-Kommissar.

Derweil hält der Chef der Wirtschaftsweisen, Christoph Schmidt, einen "Grexit" für das kleinere Übel. Ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone würde die anderen Euro-Länder wirtschaftlich nicht grundlegend bedrohen.

Gefährlicher als die ökonomischen Folgen eines "Grexit" wären die politischen Auswirkungen, wenn es Griechenland erlaubt werde, vertragliche Vereinbarungen seiner Rettungspakete einseitig aufzukündigen, sagte Schmidt der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Dann könnten politische Strömungen in Europa Auftrieb und mehr Zulauf erhalten, die vermeintlich leichte Auswege aus der Krise versprächen, warnte er.

Streit um Reparationszahlungen "nicht zielführend"

Zuvor hatte auch der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, gesagt, er fürchte, dass die griechische Regierung das Land aus dem Euro treibt. "Natürlich ist ein Euroaustritt selbst bei einer Staatsschuldenkrise und einem Bankenkollaps kein Automatismus", erläuterte er.

Auf die Frage, ob ein von keinem gewolltes Ausscheiden aus der Euro-Zone dennoch drohe, antwortete er: "Das ist letztlich immer eine bewusste, freiwillige Entscheidung der griechischen Regierung und keines anderen". Er fürchte aber, dass die Entwicklung in diese Richtung gehe.

Im Streit über Reparationsforderungen stellte Moscovici sich hinter Deutschland. "Es ist überhaupt nicht zielführend, die Vergangenheit für politische Zwecke in der Gegenwart zu missbrauchen", sagte er. Die griechische Regierung hatte von Deutschland Reparationszahlungen aus dem Zweiten Weltkrieg gefordert und diese Diskussion mit den Verhandlungen über neue Rettungshilfen vermengt. Die Bundesregierung hält die Frage von Reparationen und Entschädigungszahlungen für rechtlich und politisch abgeschlossen.

Schulz: Athen muss Schwarzgeldkonten aufspüren

Angesichts der dramatischen Finanzlage Griechenlands hat EU-Parlamentspräsident Martin Schulz Athen aufgefordert, Schwarzgeldkonten im Ausland aufzuspüren. Die griechische Regierung müsse damit "endlich konsequent" beginnen, "einen gerechten Anteil davon dem griechischen Staatshaushalt zuzuführen, anstatt jetzt mit hochumstrittenen anderen Zwischenfinanzierungsmodellen die wahren Probleme wieder nicht anzupacken", sagte Schulz der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

Er bekräftigte die Forderung nach Einhaltung der mit den Hilfegebern getroffenen Vereinbarungen und mahnte auch einen guten Umgangston an. "Verlässlichkeit im Umgang miteinander und gegenseitiger Respekt in Form und Inhalt sind dabei vielleicht im Moment bedeutender als je zuvor", sagte Schulz.

Die Lösung der akuten Zahlungsprobleme wird auch den am Donnerstag beginnenden EU-Gipfel in Brüssel beschäftigen. Dass dort eine Einigung zu diesem Thema gefunden wird, erwartet zumindest DIW-Präsident Fratzscher aber nicht, wie er sagte.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Anziehend weiblich - die neuen Kleider der Saison
bei BAUR
Anzeige
Bauknecht Kühl-/ Gefrierkom- bis: „wenn du cool bleibst“
gefunden auf otto.de
Gerry Weberbonprix.deOTTOCECILHappy SizeLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe