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Pirelli: ChemChina steigen für 7,1 Milliarden Euro ein


Traditionsfirma vor Verkauf  

Chinesen übernehmen Reifenhersteller Pirelli

23.03.2015, 15:08 Uhr | AP, rtr

Pirelli: ChemChina steigen für 7,1 Milliarden Euro ein. Das italienische Traditionsunternehmen Pirelli steht vor dem Verkauf. (Quelle: Reuters)

Das italienische Traditionsunternehmen Pirelli steht vor dem Verkauf. (Quelle: Reuters)

Der größte staatliche Chemiekonzern Chinas greift nach dem italienischen Reifenhersteller Pirelli. Die China National Chemical Corporation (ChemChina) kündigte an, den Continental-Konkurrenten in einem 7,1 Milliarden Euro schweren Geschäft zu kaufen.

In einem ersten Schritt haben sich die Chinesen 26,2 Prozent der Anteile für knapp 1,9 Milliarden Euro gesichert. Das Paket sei dem Mehrheitseigner Camfin abgekauft worden. Der Preis je Aktie habe 15 Euro betragen, was jetzt auch allen anderen Pirelli-Anteilseignern angeboten werde. Die Pirelli-Aktie stieg an der Börse am Montag auf den höchsten Stand seit 25 Jahren.

Spekulationen befeuerten Pirelli-Kurs

Die Anteile an dem traditionsreichen Reifenproduzenten hatten sich wegen der Spekulation über eine mögliche Offerte in den vergangenen Wochen deutlich verteuert. Sie erreichten den höchsten Stand seit Anfang 2002. Am Freitag beendete die Pirelli-Aktie den Handel bei 15,23 Euro und damit leicht über dem Angebotspreis der Chinesen.

Die Italiener erhoffen sich von dem neuen Großaktionär einen besseren Zugang zum asiatischen Markt. So soll das Geschäft mit Lastwagen-Reifen mit Teilen von ChemChina zusammengelegt und so das Volumen in dem Bereich von sechs Millionen auf zwölf Millionen Reifen verdoppelt werden.

Hoffnung auf besseren Marktzugang

ChemChina ist ein großer chinesischer Industriekonzern mit Exporten in 140 Länder. ChemChina könnte die Kooperation neue Chancen auf dem europäischen Markt eröffnen. Sein Vorsitzender Ren Jianxin kündigte an, einen weltweiten Marktführer in der Reifenindustrie schaffen zu wollen.

Pirelli hat einen Umsatz von mehr als sechs Milliarden Euro und ein Netzwerk in 160 Ländern. "Die Einigung mit ChemChina ist eine große Chance für Pirelli", sagte der Vorsitzende Marco Tronchetti Prover, der weiter Chef von des Unternehmens bleiben wird. "Der Geschäftsansatz und die strategische Vision garantieren die Entwicklung und die Stabilität von Pirelli."

Zentrales Element der Einigung sei die weiterbestehende Autonomie der aktuellen Management-Struktur der Pirelli-Gruppe, teilte Mehrheitseigner Camfin mit. Sitz und Know-How von Pirelli blieben in Italien. Der Deal soll bis zum Sommer abgeschlossen sein. Experten verwiesen darauf, dass auch die beiden Pirelli-Konkurrenten Continental und Michelin ihr Geschäft in Asien ausbauen wollen und dafür Übernahmen anstreben.

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