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Commerzbank kündigt 400 Kunden wegen Steueraffäre in Luxemburg aus


Luxemburger Steueraffäre  

Commerzbank sortiert 400 Kunden aus

01.04.2015, 17:13 Uhr | rtr

Commerzbank kündigt 400 Kunden wegen Steueraffäre in Luxemburg aus. Die Commerzbank will 400 Kunden kündigen. (Quelle: dpa)

Die Commerzbank will 400 Kunden kündigen. (Quelle: dpa)

Nach der Steueraffäre in Luxemburg räumt die Commerzbank auf: Finanzkreisen zufolge setzt die dortige Tochter mehrere Hundert Kunden wegen mutmaßlicher Schwarzgeld-Konten vor die Tür.

Die rund 400 betroffenen Kunden hätten nicht auf wiederholte Aufforderungen der Bank reagiert, ihre steuerliche Situation zu klären und transparent zu machen. Das berichteten mehrere mit der Sache vertraute Personen und bestätigten somit Berichte der "Süddeutschen Zeitung" und des "Handelsblatt".

Die Kündigungen würden zum 30. April wirksam. "Dann geht nichts mehr - es sei denn, jemand kann auf einmal nachweisen, dass er schon immer steuerehrlich war", so einer der Insider. Die Commerzbank wollte sich zu den Informationen bislang nicht äußern.

Beihilfe zur Steuerhinterziehung

Im Februar war bekannt geworden, dass Angestellte der Luxemburger Tochter im Verdacht stehen, über viele Jahre Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet zu haben. Der Fall ist deshalb pikant, weil die Commerzbank in der Finanzkrise mit Milliardensummen durch die Steuerzahler gerettet wurde und den Bund noch immer als Großaktionär hat.

In der Steueraffäre ermittelt die Staatsanwaltschaft Köln. Bei bundesweiten Razzien war im Februar auch die Frankfurter Zentrale von Deutschlands zweitgrößtem Geldhaus durchsucht worden. Die Ermittler stellten Kundendaten sicher und wollten herausfinden, wer in der Bank was wusste. Die Commerzbank erklärte damals, mit den Behörden zur Aufklärung der Affäre zusammenzuarbeiten.

Commerzbank trennt sich auch von Mitarbeitern

Wie die Insider nun berichten, wurden die Kündigungen im Januar verschickt. Sie sind demnach der Schlusspunkt in einer ganzen Serie von Briefen, die die betroffenen Kunden seit Mai 2013 von der Bank erhielten. Das Institut habe sich 2013 zu diesem Schriftverkehr entschlossen, um das Steuerthema zu eskalieren. Der bis dato stattfindende Dialog mit den Kunden habe zu unbefriedigenden Ergebnissen geführt und viel zu viel Zeit gekostet.

Etliche Altfälle mit unklarem Steuerstatus stammten zudem aus der mitten in der Finanzkrise übernommenen Dresdner Bank, erläuterte ein anderer Insider. Das habe die Aufarbeitung zusätzlich erschwert. Den Informationen zufolge hat sich die Commerzbank inzwischen auch von einer kleineren Anzahl von Mitarbeitern der Luxemburger Tochter getrennt, die den Aufräumprozess nicht unterstützten. Auch dazu äußerte sich die Commerzbank nicht.

Immer weniger Luxemburg-Konten

Steuerermittlungen ziehen sich mitunter über Jahre hin. Insofern könnten die aussortierten 400 Kunden ein interessanter Anhaltspunkt für die Steuerfahnder sein. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln betonte jedoch, vorerst gebe es keinen neuen Sachstand.

Laut "Handelsblatt" hat die Commerzbank die Zahl der Luxemburg-Konten drastisch geschrumpft: 2008 waren es noch 19.250 - davon 242 von Panama-Briefkastenfirmen. Bis Ende 2014 verringerte sich die Zahl der Luxemburg-Konten demnach auf 4635. Darunter seien noch 63 Panama-Konten, auf denen 83 Millionen Euro lagerten.

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