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Griechenland fordert Reparationen: Gabriel nennt Debatte "dumm"


Athen will 278 Milliarden Euro  

Sigmar Gabriel nennt Reparationen-Debatte "dumm"

07.04.2015, 17:23 Uhr | dpa-AFX, rtr

Griechenland fordert Reparationen: Gabriel nennt Debatte "dumm". Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat die Forderung Griechenlands nach Reparationszahlungen zurückgewiesen. (Quelle: Reuters)

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. (Quelle: Reuters)

Eine aktuelle Forderung Athens über 278 Milliarden Euro an Reparationen aus der Nazi-Zeit erntet bei Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel scharfe Kritik. "Ich finde es ehrlich gesagt dumm", sagte Gabriel mit Blick auf eine Vermengung der Wiedergutmachungsforderungen mit den Verhandlungen über weitere Finanzhilfen. Griechenland sitzt auf einem Schuldenberg von mehr als 300 Milliarden Euro.

Beide Dinge hätten nichts miteinander zu tun, seien aber sehr aufgeladen, sagte der Vizekanzler bei einer Diskussionsveranstaltung in seinem Ministerium. Das bringe die Stabilisierung Griechenlands "keinen Millimeter voran".

Die dreistellige Milliardensumme haben Experten des griechischen Finanzministeriums und der Zentralbank über zwei Jahre ausgerechnet. Umfasst werden Entschädigungen für Kriegsverbrechen und -schäden sowie Ansprüche aus einer Zwangsanleihe, die 1942 die Bank von Griechenland der Deutschen Reichsbank geben musste.

Berlin lehnt Forderungen ab

Die Bundesregierung sieht Reparationsfragen durch den Zwei-Plus-Vier-Vertrag zur Einheit juristisch als erledigt an - Griechenland pocht hingegen seit langem auf Entschädigungen für die Besatzungszeit und NS-Verbrechen im Zweiten Weltkrieg.

Zugleich gebe es natürlich die moralische Verantwortung, sagte Gabriel. Es dürfe keinen Schlussstrich geben.

In der aktuellen Schuldenkrise dürfe zudem nicht der Eindruck entstehen, Deutschland sei in der EU der große Lastesel. "Die Wahrheit ist natürlich, dass wir unglaublich viel Geld mit der Währungsunion verdient haben". Es sei mutig gewesen, die Täter von gestern zur Teilnahme am Projekt Europa einzuladen.

"Das hat auch etwas mit Fairness zu tun"

Es gebe heute auch ein Stück weit eine ökonomische Verantwortung. "Das hat auch etwas mit Fairness zu tun", betonte Gabriel. "Wir müssen verdammt viel Respekt davor haben, was die Menschen in Griechenland schultern." Sie müssten die Opfer bringen für das Versagen der Eliten: "Sie haben das Land ausgeplündert." Das Land müsse im Euro wieder auf die Beine kommen - "und nicht außerhalb".

Kammenos: schwere Vorwürfe an Deutschland

Verteidigungsminister Panos Kammenos warf Deutschland vor, sein Land politisch unterwerfen zu wollen. Berlin wolle "die Nachricht an den Rest Europas schicken", dass Deutschland in Europa kommandiere, sagte der Chef der rechtspopulistischen Partei der Unabhängigen Griechen (Anel) im griechischen Fernsehen. Kammenos regiert seit Ende Januar in einer Koalition mit dem Linksbündnis Syriza von Alexis Tsipras.

Griechenland wolle keinen Austritt aus der Eurozone, sagte er. Sollte es aber zum Bruch kommen, werde Athen Abkommen mit "wem es auch kann" schließen - etwa den USA, Russland, China, Indien und anderen Ländern. Die Regierung in Athen habe sich deswegen auf der ganzen Welt umgehört. Er warnte, bei einem "Grexit" müssten die Geldgeber "gleich 320 Milliarden Euro an griechischen Schulden abschreiben" - dies ist die Gesamtsumme des über Jahrzehnte aufgehäuften griechischen Schuldenbergs.

Ohne rasche Hilfen droht Athen schon bald der Staatsbankrott. Die Euro-Partner und der IWF haben Kredite von 7,2 Milliarden Euro auf Eis gelegt, weil viele Reformauflagen nicht erfüllt sind. Die bisherigen Hilfen für Griechenland belaufen sich auf 240 Milliarden Euro, etwa 55 Milliarden Euro entfallen auf Deutschland.

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