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15 Jahre Exchange Traded Funds: Was Privatanleger wissen müssen

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15 Jahre Exchange Traded Funds  

Was Privatanleger über ETFs wissen müssen

11.04.2015, 13:52 Uhr | Von Anke Leuschke für t-online.de

15 Jahre Exchange Traded Funds: Was Privatanleger wissen müssen. Vor 15 Jahren sind die ersten ETFs an der Frankfurter Börse gestartet. (Quelle: imago/Westend61)

Um in schwierigen Börsenzeiten erfolgreich zu sein, müssen wir unsere Sichtweise grundlegend ändern. (Quelle: imago/Westend61)

Seit ihrem Deutschland-Debüt im April 2000 haben börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Funds, kurz ETFs) stetig an Beliebtheit gewonnen. Mit diesen Fonds können Privatanleger einfach und günstig in verschiedene Märkte investieren. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um diese Anlageart.

Wo liegen die Ursprünge?

In den USA gibt es ETFs schon seit den 1970er Jahren. In Deutschland feiern sie am 11. April 2015 ihren 15. Geburtstag. Seit die Deutsche Börse als erster europäischer Anbieter den Handel mit ETFs startete, haben die Produkte in Deutschland einen Siegeszug erlebt: Aus anfänglich zwei handelbaren ETFs wurden mittlerweile 1057 von 19 verschiedenen Anbietern. Das verwaltete Fondsvermögen beträgt rund 332 Milliarden Euro. Doch die Nachfrage von Privatanlegern hält sich in Grenzen - trotz Minizinsen bei Sparbuch und Co.

Was sind ETFs überhaupt?

Bei ETFs handelt es sich um passiv gemanagte Fonds, die einen bestimmten Index wie beispielsweise den Deutschen Aktienindex Dax abbilden. Sie werden direkt über die Börse und nicht über eine Investmentgesellschaft erworben. Daher werden sie auch börsengehandelte Fonds genannt.

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Was ist ein Index?

Ein Index ist ein Börsenbarometer, das für einen bestimmten Finanzmarkt anzeigt, ob er sich nach oben oder unten entwickelt. Bekannte Aktien-Börsenbarometer sind beispielsweise der Deutsche Aktienindex Dax oder in den USA der Dow Jones. Wer also wissen möchte, wie sich der deutsche Aktienmarkt entwickelt, kann dies am DAX ablesen. Es gibt aber nicht nur Indizes für Aktien. Die Preisentwicklung anderer Anlageklassen wie Gold, Anleihen oder Immobilien lässt sich ebenfalls an Indizes erkennen.

Wie funktionieren ETFs?

"Die Zusammensetzung eines ETFs entspricht dem Inhalt des Index, den er abbildet", erklärt Thomas Drabek, Vermögensverwalter der Bayerische Vermögen AG mit Niederlassung in München. "Daher entwickelt sich der ETF im Wert nahezu parallel zum Index."

ETFs oder aktiv gemanagte Fonds?

Es existieren ETFs für die Anlageklassen Aktien, Anleihen, Währungen, Rohstoffe und Alternative Investments. Innerhalb dieser Anlageklassen gibt es eine weitere Aufteilung nach Kategorien wie Regionen, Länder oder Branchen. Daher kann ein Anleger grundsätzlich schon mit wenigen ETFs alle wichtigen Anlageklassen und -regionen abdecken. Außerdem sind börsengehandelte Indexfonds einfacher zu durchschauen und transparenter.

"Mit einem Blick auf den Index wissen Anleger, wie es um ihr Investment steht", meint Philipp Müller von der Performance IMC Vermögensverwaltung AG in Mannheim. Ein ETF kann seinen Index daher nicht schlagen.

Der Manager eines aktiven Fonds hat hingegen die Chance, seinen Vergleichsindex zu übertrumpfen. Ein aktiv gemanagter Fonds ist flexibler. Er kann einzelne Aktien aus einem Index höher gewichten, auf andere ganz verzichten. Und: Bei sinkenden Kursen kann der Fondsmanager beispielsweise Geld aus Aktien abziehen und in den Bargeldbestand umschichten. Genauso gut kann er eine falsche Entscheidung treffen, weshalb sein Fonds dann wesentlich schlechter läuft als der Vergleichsindex.

Welche Arten von ETFs gibt es?

Die Auswahl ist riesig. Man kann die börsengehandelten Indexfonds grob nach den Anlageklassen Aktien, Renten, Rohstoffe, Immobilien sowie Fest- und Tagesgeld unterteilen. Außerdem unterscheiden sich ETFs hinsichtlich ihrer Methode, wie sie den jeweiligen Index abbilden. Der Anleger kann über alle Anlageklassen hinweg zwischen physisch replizierenden oder synthetischen ETFs wählen.

Wo liegen die Vor- und Nachteile von physisch replizierenden und synthetischen ETFs?

Physisch replizierende ETFs kaufen sämtliche Indexbestandteile. Ein Dax-ETF investiert beispielsweise in Aktien aller 30 Dax-Konzerne gemäß ihrer Gewichtung im Index. Ein synthetischer Indexfonds hingegen kauft nicht die Indexbestandteile selbst, sondern Derivate, die den Index abbilden.

"Für einen sicherheitsorientierten Privatanleger ist der physisch replizierende ETF daher die geeignetere Variante", so Philipp Müller. Dafür würden synthetische ETFs die Wertentwicklung des zugrunde liegenden Index noch genauer abbilden als ihre Pendants, fügt der Portfoliomanager hinzu. Der Anleger kann bei den meisten Anlageklassen und Regionen zwischen beiden Methoden wählen.

Wie findet der Anleger bei der Produktvielfalt das für ihn richtige Produkt?

Es gibt durchaus Anhaltspunkte, an denen sich der Anleger orientieren könne, sagt Thomas Drabek. Der Anleger sollte auf die Größe des ETFs achten. Bei Produkten mit einem Fondsvolumen von weniger als 20 Millionen Euro sollten Privatanleger eher die Finger lassen. Gibt es für einen Index mehrere Produkte, können die mit einem Volumen von weniger als 50 Millionen Euro zuerst aussortiert werden.

Außerdem sollte der Anleger am besten Produkte kaufen, die sich bereits bewährt haben: ETFs, die seit mindestens drei Jahre am Markt sind, haben in der Regel schon eine akzeptable Größe erreicht. Nach drei Jahren lassen sich zudem ihre Ergebnisse besser mit Konkurrenzprodukten vergleichen. Darüber hinaus sollte sich der Anleger die Frage stellen, ob er eine regelmäßige Ausschüttung wünscht. Es gibt ETFs, die ihre erwirtschafteten Erträge wieder anlegen (Thesaurierung), andere wiederum schütten sie aus.

Was kosten ETFs?

Für den Kauf fallen zum Beispiel Management- und Indexgebühren an, die in der Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio, TER) zusammengefasst werden. Hinzu kommen Transaktionskosten und die üblichen Ausgaben für den Börsenhandel. Insgesamt liegen die Gesamtkosten für einen ETF im Schnitt bei 0,5 Prozent. Da kann ein aktiv gemanagter Fonds nicht mithalten. Neben höheren Gesamtkosten fallen hier meist Ausgabeaufschläge von bis zu fünf Prozent an.

Sind ETFs sparplanfähig?

Bei vielen (Online)-Banken findet der Anleger eine Vielzahl von ETFs, die sparplanfähig sind. Monatlich kann man so schon ab 25 Euro sparen und mit den Jahren ein kleines Vermögen anhäufen. Denn in Abschwungphasen werden für die gleiche Sparsumme entsprechend größere Anteile gekauft.

Übrigens: Die amerikanische Investorenlegende Warren Buffett hat bestimmt, dass nach seinem Tod 90 Prozent seines Vermögens in ETFs umgeschichtet werden sollen. Die niedrigen Kosten sind für ihn der Hauptgrund. Und Buffett hat in der Vergangenheit schon oft den richtigen Riecher bewiesen, was seine Investments anbelangt.

Beispiele für ETFs auf Aktien- und Rentenindizes

Fondsbezeichnung

ISIN

Abbildungs-methode

Zugrunde liegender Index/Anlageregion

Risiko-klasse*

iShares S&P 500 UCITS ETF

IE0031442068

physisch

S&P 500 (Aktien USA)

7

iShares STOXX Europe 600 (DE)

DE0002635307

physisch

DJ STOXX 600 (Aktien Europa)

7

Lyxor ETF MSCI World - D-USD

FR0010372201

synthetisch

MSCI World in US-Dollar (Aktien global)

7

iShares Barclays Capital Euro Aggregate Bond

DE000A0RM447

physisch

Barclays Capital Euro Aggregate Bond Index (Staatsanleihen Europa)

3

iShares Euro High Yield Corp. Bond UCITS ETF

IE00B66F4759

 

physisch

Markit iBoxx Euro Liquid High Yield Index (Unternehmensanleihen Europa)

4

iShares $ Corp. Bond (DE) UCITS ETF

DE000A0DPYY0

physisch

Goldman Sachs GS $ InvesTop Index (Unternehmensanleihen USA)

4

* analog der Risikoklassen bei den beigefügten Anlegerinformationen für Fonds (Key Information Document), wobei KID-Risikoklassen 1-3 als niedrige, 4 als mittlere und 5-7 als hohe Risikoklassen einzuschätzen sind

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