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Insider berichten: Deutsche Bank will bis zu einem Drittel der Filialen schließen


Insider berichten  

Deutsche Bank will bis zu einem Drittel der Filialen schließen

18.04.2015, 17:05 Uhr | dpa , t-online.de

Insider berichten: Deutsche Bank will bis zu einem Drittel der Filialen schließen. Die Deutsche Bank plant tiefe Einschnitte im Filialgeschäft. (Quelle: dpa)

Nach dem Vergleich mit den Regulierungsbehörden, kann die Deutsche Bank eine große Baustelle schließen. (Quelle: dpa)

Am Freitag hat die Deutsche Bank noch dementiert, dass die Entscheidung über einen Verkauf der Postbank gefallen sei. Mehrere mit den Beratungen im Vorstand vertraute Personen erklärten jedoch, die Trennung von der Postbank sei Teil des Umbaus bei Deutschlands größtem Geldhaus. Die Bank wolle jedoch nicht, wie befürchtet, das komplette Privatkundengeschäft abgeben. Tausende Arbeitsplätze sind dennoch in Gefahr.

Für die Beschäftigten in den "blauen" Filialen unter der Marke Deutsche Bank gäbe es keinen Grund aufzuatmen. Dort drohten nun durch die geplante Schließung von bis zu einem Drittel der 700 Filialen in Deutschland mehr Stellen wegzufallen als bisher veranschlagt, so die Insider.

Die Deutsche-Bank-Führung hatte unter dem Druck wichtiger Investoren das lange favorisierte Modell der Universalbank infrage gestellt. Die beiden Co-Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen seien zuletzt aber von einer Konzentration auf das Investmentbanking und die Vermögensverwaltung abgerückt, hieß es in Finanzkreisen.

Kaum noch Anhänger der radikalen Lösung

Ein Grund dafür sei wohl der vermutete Wunsch der Bundesregierung nach einer weiterhin deutsch geprägten Bank. Auch der Druck der Ratingagenturen, die in den Einlagen der Privatkunden eine sichere Refinanzierungsquelle sehen, habe Einfluss auf den Strategiewechsel gehabt. Um Einzelheiten der Pläne werde immer noch gerungen, erklärte einer der Insider.

Die radikale Lösung ("Model Five"), die den Abschied der Deutschen Bank vom traditionsreichen Privatkundengeschäft bedeutet hätte, werde nur noch von Spartenchef Rainer Neske und Strategie-Vorstand Stefan Krause unterstützt.

Die Deutsche Bank wollte sich nicht zu den Informationen äußern. Ein Sprecher bekräftigte, dass die Ergebnisse der laufenden Strategie-Debatte noch vor Ende Juni veröffentlicht werden sollen. Nachdem der "Spiegel" am Freitag von einer Vorentscheidung zugunsten eines Postbank-Verkaufs berichtet hatte, hatte die Bank betont, es gebe noch keine Beschlüsse. Der Vorstand will diese formal erst am 24. April - kurz vor der außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrats fassen. Bis dahin sei alles offen.

Mit den Einschnitten in den "blauen" Filialen dürften sich auch die meisten Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat abfinden. Sie hatten zunächst eine Komplettabspaltung favorisiert, weil damit geringere Arbeitsplatzverluste verbunden gewesen wären. Die bei der Postbank besonders starke Gewerkschaft Verdi macht sich vor allem dort Sorgen um die Belegschaft. Im laufenden Tarifstreit stehen die Zeichen dort auf Streik. Verdi war nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Rückkehr an die Börse?

Die Postbank könnte im Zuge des Strategieschwenks über eine großangelegte Aktienplatzierung an die Börse zurückkehren. Ein Verkauf an eine andere Bank oder sogar einen Finanzinvestor stehe ebenfalls zur Debatte, berichteten die Insider. Bisher können nur sechs Prozent ihrer Aktien gehandelt werden. Der Rest liegt bei der Deutschen Bank. Rechnerisch ergibt sich aus dem Kurs von 35,75 Euro ein Unternehmenswert für die frühere Post-Tochter von 7,8 Milliarden Euro.

Doch dieser Wert ist vor allem von der Hoffnung von Spekulanten getrieben, dass die Deutsche Bank ein Übernahme-Angebot für den Streubesitz vorlegen würde. Bei einem Verkauf oder einem Börsengang dürfte der erzielbare Preis deutlich unter den sechs Milliarden Euro liegen, mit denen die Postbank in den Büchern der Deutschen Bank steht. Damit stünden der Bank erneut milliardenschwere Abschreibungen bevor.

Die Deutsche Bank hatte die Postbank zwischen 2008 und 2012 schrittweise übernommen. In der Finanzkrise galt das als kluger Schachzug des damaligen Vorstandschefs Josef Ackermann, da die Milliarden-Einlagen auf den Postbank-Konten eine solide, von den Finanzmärkten unabhängige Refinanzierungsbasis versprachen. Allerdings konnte die Deutsche Bank nie voll auf die Einlagen zugreifen, weil die Finanzaufsicht BaFin auf eine eigenständige Kapitalausstattung der Postbank drängte.

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