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Griechenland: IWF sagt bei Euro-Austritt Hyperinflation voraus


Düstere Voraussage des IWF  

Griechenland droht bei Euro-Austritt Hyperinflation

25.04.2015, 15:22 Uhr | t-online.de, rtr

Griechenland: IWF sagt bei Euro-Austritt Hyperinflation voraus. Die Akropolis in Athen - eine der Wiegen europäischer Kultur. Doch bleibt das Land auch wirtschaftlich in Europas Mitte? (Quelle: imago images)

Die Akropolis in Athen - eine der Wiegen europäischer Kultur. Doch bleibt das Land auch wirtschaftlich in Europas Mitte? (Quelle: imago images)

Offenbar glaubt auch der Internationale Währungsfonds (IWF) in Washington nicht mehr daran, dass Griechenland noch lange ein Euro-Land sein wird. Experten haben bereits ausgerechnet, was dem Land dann bevorsteht: Wie der "Spiegel" berichtet, sagen Experten Athen für den Austrittsfall schwere wirtschaftliche Verwerfungen voraus. So sei mit einer Hyperinflation zu rechnen.

Mit anderen Worten: Der Wert der wiedereingeführten Drachme könnte umgehend ins Bodenlose abrauschen, die Preise entsprechend in ungeahnte Höhen steigen.

Währung freigeben, aber bitte Inflationsziel einführen

Dennoch empfehlen die Experten des IWF den Griechen im Falle eines Austritts, den Wechselkurs ihrer neuen Währung freizugeben und keinesfalls an den Euro zu koppeln. Eigentlich eine probate Maßnahme: Viele wirtschaftlich schwache Länder koppeln den Wechselkurs ihres Geldes fest an starke Währungen wie Euro oder Dollar. Die eigene Währung steigt und fällt dann nur im Rahmen der starken Währung und die Preise bleiben einigermaßen stabil.

Im Falle Griechenlands rät die UN-Sonderorganisation laut "Spiegel" jedoch davon ab: Nur durch die völlige Freigabe könnte die neue alte Währung abwerten - und so die Wettbewerbsfähigkeit der griechischen Wirtschaft stärken.

Ohne entschiedenen Sparkurs geht es nicht

Dies gilt aber vor allem für den Export. Die Preise für Import-Güter würde der geringe Außenwert des neuen Geldes dagegen freilich nach oben treiben. Dieser Entwicklung müsse die griechische Notenbank entschieden entgegentreten, so der IWF. Dazu sollte sie ein konkretes Inflationsziel vorgeben, das sie mit drastischen Mitteln, etwa Zinserhöhungen, durchsetzt.

Die strikte Geldpolitik müsse flankiert werden durch einen entschiedenen Sparkurs. Nur so könne die neue Währung Vertrauen gewinnen. Wie das funktionieren soll, nachdem es bisher nie funktioniert hatte, bleibt allerdings ein Rätsel.

Griechenland-Austritt für die Euro-Zone "beherrschbar"

Die gute Nachricht: Für die restliche Eurozone und die Weltwirtschaft ist der Ausstieg Griechenlands nach Einschätzung des IWF "beherrschbar". Für "verletzliche Länder" - gemeint sind die ehemaligen Krisenstaaten Portugal, Irland und Spanien - müssten besondere
Schutzwälle errichtet werden, um sie vor Attacken von Spekulanten zu schützen.

Geld müsse bereitstehen, um zur Not Anleihen dieser Länder aufzukaufen oder deren Haushalte zu finanzieren. Dazu reichten aber die Mittel des europäischen Rettungsschirms ESM und die neuen Instrumente der EZB aus.

Kommunen sollen Geldeinlagen an Zentralbank überweisen

Die Warnung kommt nicht von ungefähr: Im Schuldenstreit zwischen EU und IWF einerseits und Griechenland auf der anderen Seite ist derzeit keine Annäherung erkennbar. Ursprünglich sollte bei dem Treffen der Euro-Finanzminister am Freitag eine Einigung über die Reformliste der griechischen Regierung erzielt werden, um die Auszahlung von weiteren 7,2 Milliarden Euro zu erreichen. Wie lange sich Griechenland finanziell über Wasser halten kann, ist unklar.

Das griechische Parlament versucht zurzeit verzweifelt, Geld locker zu machen: So stimmten die Abgeordneten am Freitagabend Plänen der Regierung zu, Kommunen zur Überweisung ihrer Geldeinlagen an die Zentralbank zu verpflichten. Mit dieser Maßnahme verspricht sich das vor der Zahlungsfähigkeit stehende Land kurzfristig mehr Liquidität etwa zur Zahlung von Löhnen und Gehältern.

Vor dem Parlamentsgebäude versammelten sich mehrere hundert kommunale Beschäftigte und Gewerkschaftsvertreter, um gegen die Zwangsüberweisungen zu protestieren.

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