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Deutsche Bank überrascht am Sonntag mit neuen Geschäftszahlen


Vorgezogene Quartalsbilanz  

Deutsche Bank schreibt trotz teurer Altlasten noch Gewinn

26.04.2015, 15:24 Uhr | rtr, dpa-AFX, t-online.de

Deutsche Bank überrascht am Sonntag mit neuen Geschäftszahlen. Deutsche Bank Zentrale in Frankfurt: Der Bankenprimus will künftig schrumpfen. (Quelle: imago/ chromorange)

Deutsche Bank Zentrale in Frankfurt: Der Bankenprimus will künftig schrumpfen. (Quelle: imago/ chromorange)

Milliarden-Strafe, Rücklagen-Erhöhung, Kosten für Neustrukturierung - und dennoch erwirtschaftet die Deutsche Bank Gewinn. Vor Steuern standen in den ersten drei Monaten 1,48 Milliarden Euro Gewinn zu Buche, wie Deutschlands größtes Geldhaus am Sonntag überraschend mit ihrer vorgezogenen Quartalsbilanz mitteilte. Das sind zwölf Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Überschuss halbierte sich allerdings.

Zuvor befragte Analysten hatten im Schnitt ein Vorsteuerergebnis von 1,4 Milliarden Euro und einen etwas höheren Überschuss von 655 Millionen erwartet. Tatsächlich blieben von 1,1 Milliarden Euro im Vorjahresquartal nur 559 Millionen Euro. Die Deutsche Bank hatte bereits erklärt, dass in den drei Monaten für Rechtsstreitigkeiten weitere rund 1,5 Milliarden Euro zurückgelegt wurden.

Altlasten verderben Bilanz

Wegen ihrer Verwicklungen in den Libor-Skandal um manipulierte Zinssätze hatten britische und amerikanische Behörden die Bank am Donnerstag zu einer Zahlung von 2,5 Milliarden Dollar verdonnert. Es war die bislang höchste Strafe gegen ein internationales Geldhaus in diesem Fall und mehr als zuletzt angenommen. Damit machten die Altlasten wieder einmal den Aufschwung im Tagesgeschäft zunichte. Die Einnahmen verbesserten sich zu Jahresbeginn vor allem dank eines anziehenden Handelsgeschäfts um ein Viertel auf 10,4 Milliarden Euro.

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Fragen zu den Geschäftsergebnissen will das Management erst am Montag beantworten. Dann wird der Vorstand in Frankfurt auch den am Freitag festgelegten Kurswechsel eingehender erklären: Nach monatelangen Debatten hatten Aufsichtsrat und Vorstand beschlossen, dass die Deutsche Bank ihre Mehrheit an der Postbank aufgibt.

Bank will schrumpfen

"Der Aufsichtsrat hat heute einstimmig beschlossen, den vom Vorstand unterbreiteten Vorschlag zu unterstützen", erklärte die Bank in einer knappen Mitteilung. Möglich ist nach Angaben eines Sprechers ein Komplettverkauf der Postbank oder der Verkauf von Aktienpaketen über die Börse. In jedem Fall will die Deutsche Bank ihren Anteil an der Bonner Tochter von 94,1 Prozent unter 50 Prozent senken. Der Entscheidung des Aufsichtsrates vom späten Freitagabend waren monatelangen Diskussionen vorangegangen.

Einschnitte soll es auch im Investmentbanking geben. Der Konzern kündigte zudem an, Auslandsaktivitäten stärker zu konzentrieren. Details dazu will Deutschlands größtes Geldhaus am Montagvormittag nennen. Dann werden die Co-Chefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain sowie Strategievorstand Stefan Krause in einer Pressekonferenz in Frankfurt Rede und Antwort stehen.

Keine komplette Abspaltung des Privatkundengeschäfts

Vor einer zwischenzeitlich diskutierten kompletten Abspaltung des Privatkundengeschäfts schreckte das Management zurück. Stattdessen kündigte das Institut nun an, in das Privatkundengeschäft unter der Marke Deutsche Bank zu investieren.

"Mit dieser Entscheidung hält der Vorstand der Deutschen Bank am Modell einer Universalbank mit einem starken Heimatmarkt in Deutschland fest", lobte die Gewerkschaft Verdi, die vor allem bei der Postbank stark organisiert ist und deren Chef Frank Bsirske im Deutsche-Bank-Kontrollgremium mitentscheidet. "Der Postbank wird mit dem Börsengang zugleich eine neue Wachstumsperspektive erschlossen."

Die Deutsche Bank reagiert mit ihrer neuen Strategie auf die immer strengeren Anforderungen der Aufseher zum Beispiel in Sachen Kapitalausstattung und den Druck der niedrigen Zinsen auf die Erträge. Zudem hofft das Management, dass eine geschrumpfte Universalbank wieder dauerhaft profitabler sein kann.

Analysten sind zurückhaltend

Bereits vor Veröffentlichung der Quartalszahlen erhöhten mehrere Analysten ihre Gewinnprognosen und auch die Kursziele für die Aktie der Deutschen Bank. Große Sprünge werden dabei aber nicht prognostiziert. Die Commerzbank erhöht das Ziel von 30 auf 32 Euro, Warburg Research hat von 27,60 auf 32,30 Euro, Kepler Cheuvreux glaubt auf Sicht von zwölf Monaten an 34 Euro und das Analysehaus S&P Capital IG sieht ein Ziel von 35 Euro.

Die zusätzlichen Rückstellungen der Bank reflektieren einen niedrigeren Diskontierungssatz, was zu steigenden Kurszielen führt. Die Kosten für den noch nicht im Detail bekannten Umstrukturierungsplan sind in den Gewinn-Schätzungen noch nicht enthalten. Am Freitag schloss die Deutsche-Bank-Aktie bei 31,58 Euro.

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