Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > News > Eigene >

Varoufakis muss laut Gerüchten in Griechenland bald gehen


In Eurogruppe isoliert  

Medien verbreiten Gerüchte über baldigen Rauswurf von Varoufakis

26.04.2015, 15:17 Uhr | dpa, rtr

Varoufakis muss laut Gerüchten in Griechenland bald gehen. Griechenlands Finanzminister Gianis Varoufakis gerät auch im eigenen Land unter Druck. (Quelle: dpa)

Griechenlands Finanzminister Gianis Varoufakis gerät auch im eigenen Land unter Druck. (Quelle: dpa)

Nun gerät der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis offenbar auch im eigenen Land unter Druck. Nach Informationen der heimischen Presse verdichten sich Gerüchte, dass Varoufakis bald ersetzt werden könnte. Er habe "jede Glaubwürdigkeit verloren", berichtete am Sonntag die Athener Wochenzeitung "To Vima".

Während der Tagung der Eurogruppe am Freitag in Riga sei festgestellt worden, dass Varoufakis einmal mehr "unvorbereitet" vor seinen Kollegen erschienen und damit völlig isoliert sei. "Wir wissen nicht, ob der Ministerpräsident (Alexis Tsipras) ihn 'opfern' wird", in der Hoffnung das Land zu retten, hieß es in einem Kommentar der "To Vima". Die Frage laute eigentlich, ob Tsipras selbst begreife, wie ernst die Situation im Land ist.

"Ich heiße ihren Hass willkommen"

Varoufakis reagierte am Sonntag mit einem Statement im Kurznachrichtendienst Twitter. Darin benutzte er einen Ausdruck des ehemaligen US-amerikanischen Präsidenten Franklin Delano Roosevelt vom Jahr 1936, "sie (seine Gegner) sind alle einstimmig in ihrem Hass gegen mich und ich heiße ihren Hass willkommen", meinte Varoufakis.

Zuvor waren Informationen an die Presse durchgesickert, wonach Varoufakis Kollegen in der Eurogruppe ihn angeblich als "Amateur" und "Zocker" beschimpft hätten.

Verhärtete Fronten

Der Finanzminister des hoch verschuldeten Griechenlands ist im Kreis der Eurogruppe ein echter Außenseiter. Beim Treffen in Riga essen seine Kollegen Lachs und Barsch, Varoufakis wählt die Isolation. Von dem Starrummel, der den ehemaligen Wirtschaftsprofessor aus Australien wegen seines lockeren Auftretens und seiner revolutionär klingenden Thesen in den vergangenen Monaten umgab, ist nicht mehr viel zu spüren.

Schon vor der jüngsten Sitzung der Eurogruppe würdigen sich der griechische Minister und der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, keines Blickes, obwohl sie im Hotel nur eine Armlänge voneinander entfernt am Frühstücksbuffet stehen. Gesprächsstoff gäbe es genug, denn die EZB ist der letzte Rettungsanker des Staates.

Als Varoufakis später gut gelaunt die Bühne in der lettischen Nationalbibliothek betritt, dem Tagungsort der Eurogruppe, spricht er von gewaltigen Fortschritten. Die Flasche sei eher halbvoll als halbleer. Dann geißelt Varoufakis erneut die Auflagen für sein Land und Fehler, die bei den Hilfsprogrammen begangen worden seien.

Einige Minister hielten sich die Ohren zu

Die Sichtweise der anderen 18 Finanzminister ist eine andere. So fordert der slowenische Ressortchef Dusan Mramor hinter verschlossenen Türen einem Vertreter der Euro-Zone zufolge, sich auf einen Plan B vorzubereiten. Mit "Plan B" ist die mögliche Staatspleite und ein Austritt Griechenlands aus dem gemeinsamen Währungsraum gemeint.

Andere Insider berichten aus der Sitzung, dass sich mehrere Minister bei den Ausführungen Varoufakis' die Ohren zuhielten, mit den Augen rollten oder diese lieber gleich ganz schlossen. Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem, dessen Verhältnis zu Varoufakis schon seit der ersten gemeinsamen Pressekonferenz in Athen vor rund drei Monaten kühl ist, bezeichnet die Gespräche anschließend als sehr kritisch. "Er ist völlig isoliert", sagt ein hochrangiger Vertreter der Euro-Zone später über Varoufakis. Diese Isolation sei den ganzen Tag spürbar. Ein kalter Wind weht.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Entspannen im großen Stil mit stylischen Ledersofas
Topseller bei XXXLutz
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal