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VW-Chef Martin Winterkorn glänzt mit Gewinnplus


Gute Quartalszahlen  

VW-Chef Winterkorn glänzt nach Machtkampf mit Gewinnplus

29.04.2015, 14:55 Uhr | rtr, dpa-AFX

VW-Chef Martin Winterkorn glänzt mit Gewinnplus. Volkswagen-Chef Martin Winterkorn hat offenbar einen guten Job gemacht: die VW-Quartalszahlen glänzen. (Quelle: dpa)

Ex-Volkswagen-Chef Martin Winterkorn kassiert trotz Diesel-Skandal üppig. (Quelle: dpa)

Nach dem gewonnenen Machtkampf gegen Firmenpatriarch Ferdinand Piëch wartet Volkswagen-Chef Martin Winterkorn mit einer glänzenden Quartalsbilanz auf. Europas größter Autobauer setzte mit seinen zwölf Marken in den ersten drei Monaten knapp 53 Milliarden Euro um - das entspricht einem Plus von zehn Prozent im Vergleich zum Auftaktquartal des Vorjahres. Unter dem Strich verbuchte der Dax-Konzern einen Gewinn von 2,9 Milliarden Euro - eine Verbesserung von 19 Prozent. Die VW-Aktie gehörte an der Börse bis zum Nachmittag zu den Gewinnern. Dann verunsicherten magere US-Konjunkturdaten.

Den Ausblick bekräftigte das Management. Demnach sollen Absatz, Umsatz und operatives Ergebnis in diesem Jahr zulegen. "Wir sind für die heterogene Entwicklung der weltweiten Automobilmärkte bestens aufgestellt", sagte Winterkorn.

Audi und Porsche sorgen weiterhin für Glanz

Hauptlieferanten des Ertrags waren erneut die Oberklassetochter Audi und der Sportwagenbauer Porsche, die zusammen fast zwei Drittel des operativen Ergebnisses einfuhren. Der Betriebsgewinn der beiden Gemeinschaftsunternehmen in China, den Volkswagen im Finanzergebnis verbucht, stieg sogar um 28 Prozent auf rund 1,6 Milliarden Euro.

Winterkorn kann auch erste Erfolge seines Sparkurses vorweisen. Die Marke mit dem VW-Logo, die für gut die Hälfte des Umsatzes steht, legte im ersten Quartal beim Betriebsgewinn um 16,8 Prozent auf 514 Millionen Euro zu. Die Rendite blieb mit 2,0 (Vorjahr 1,8) Prozent jedoch mager. Weitere Schritte müssen nach Ansicht von Analysten folgen, um die Ertragskraft zu steigern.

Aufsichtsrat kritisierte US-Modellpolitik

Piëch hatte im Aufsichtsrat neben der schwachen Marge der Hauptmarke auch eine verfehlte Modellpolitik in den USA angeprangert. Die Probleme dort dürften VW noch einige Zeit beschäftigen, denn die angekündigten großen Geländewagen kommen erst 2016/2017 auf den Markt.

Piëch hatte am Samstag überraschend seinen Rücktritt als Aufsichtsratschef und von allen anderen Mandaten in dem weltumspannenden Unternehmen erklärt. Zuvor war er im engeren Führungszirkel mit dem Plan gescheitert, Winterkorn aus dem Amt zu drängen. Der 78-Jährige hatte sich vor gut zwei Wochen per "Spiegel"-Artikel von seinem Zögling öffentlich distanziert und den Wolfsburger Konzern damit in eine tiefe Führungskrise gestürzt.

Nach seinem Abgang ist offen, wer ihm an der Spitze des Kontrollgremiums des Zwölf-Marken-Imperiums folgen soll. Als möglicher Anwärter gilt Vorstandschef Winterkorn. Ihm hatten die einflussreichen Familien Porsche und Piech vor längerem einen Wechsel in den Aufsichtsrat in Aussicht gestellt, um Piëch zu beerben, wenn dessen Mandat 2017 ausläuft. Das war allerdings lange bevor der Machtkampf ausbrach.

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