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FDP-Chef Christian Lindner: Zeitweiliger Grexit wird Europa stärken


Euroaustritt kein Tabu  

FDP-Chef: Zeitweiliger Grexit stärkt Europa

04.05.2015, 10:08 Uhr | rf, t-online.de

FDP-Chef Christian Lindner: Zeitweiliger Grexit wird Europa stärken. Griechenland und der Euro: FDP-Chef Christian Lindner empfiehlt den Grexit (Quelle: dpa)

Griechenland und der Euro: FDP-Chef Christian Lindner empfiehlt den Grexit (Quelle: dpa)

Frisches Geld nur gegen Reformen - mit dieser kompromisslosen Haltung gegenüber Griechenland steht FDP-Chef Christian Lindner hinter den europäischen Institutionen. Doch der Liberale geht noch einen Schritt weiter: Ein mindestens zeitweiliger Ausstieg Athens aus dem Euro könnte Europa stärken. Das sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ).

Wenn sich Griechenland Reformen verweigere, dürfe es keine weiteren Hilfen geben, so Lindner. Auf den Höhepunkten der Finanzkrise 2010 und 2012 sei die Angst vor einem Dominoeffekt bei einem chaotischen Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro sehr groß gewesen, "heute ist die größte Gefahr ein Verbleiben Griechenlands im Euro unter falschen Bedingungen", sagte Lindner der FAZ.

Chronisch unsolide

"Der Gedanke des vereinten Europa wird im Zweifel gestärkt, wenn ein chronisch unsolides Mitglied die Eurozone mindestens zeitweise verlässt", so der FDP-Mann weiter.

Eine Ansteckungsgefahr sieht Lindner weniger bei anderen europäischen Banken. Eher drohe der Funke der politischen Reformverweigerung auf andere Länder überzuspringen: "Spanische Linkspopulisten würden dem Beispiel Athens folgen."

In Großbritannien drohten jene Oberwasser zu bekommen, die die Briten aus der EU herausführen wollten, so Lindner weiter. "Die würden darauf verweisen, dass in Europa wieder verabredete Regeln gebrochen werden. Politik auf Pump darf nicht über Marktwirtschaft siegen."

Auf die Frage geostrategischer Auswirkungen auf einen Grexit, und einer möglichen Hinwendung Griechenlands zu Russland, sagte Lindner: "Der Brexit, das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU, wäre geostrategisch gefährlicher als der Grexit aus dem Euro."

Lindner erwartet "Plan B"

Erste Priorität sei der Zusammenhalt Europas: "Wie stünden wir heute gegenüber Russland da, hätte man seinerzeit zugelassen, dass etwa Deutschland und Frankreich wieder in unterschiedlichen Währungszonen sind."

Lindner fordert einen "Plan B" für den Fall, dass Athen Reformen verweigert. Dieser müsse ein Staaten-Insolvenzrecht umfassen. "Der Bundestag hatte auf Initiative der FDP 2010 den Finanzminister dazu aufgefordert, einen solchen Plan zu entwickeln. Das ist unterblieben."

Dazu gehöre auch ein Bankeninsolvenzrecht, das Eigentümer und Gläubiger in die Haftung nimmt und die Steuerzahler schützt. "Wir sind auch davon noch weit entfernt."

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