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Shell darf an der Küste Alaskas nach Öl und Gas bohren


Umstrittenes Förderprojekt  

USA erlauben Shell Bohrungen in der Arktis

12.05.2015, 13:33 Uhr | dpa, AFP, rtr

Shell darf an der Küste Alaskas nach Öl und Gas bohren. Shell-Förderplattform "Kulluk" nahe Kodiak Island bei Alaska: Etappensieg für den Energieriesen.  (Quelle: dpa)

Shell-Förderplattform "Kulluk" nahe Kodiak Island bei Alaska: Etappensieg für den Energieriesen. (Quelle: dpa)

Umweltschützer sind entsetzt: Ab Sommer darf der Energieriese Royal Dutch Shell an der Küste Alaskas nach Öl und Gas bohren. Die USA haben dem mehrjährigen Förderprojekt zugestimmt. Das gilt als wichtiger Erfolg für den Konzern.

Eine vorsichtige Förderung der Vorkommen sei möglich, teilte die zuständige US-Behörde BOEM (Bureau of Ocean Energy Management) in Washington mit. Allerdings würden für alle Förderprojekte "strenge Sicherheitsstandards" gelten. Der niederländisch-britische Konzern hat damit eine wichtige Hürde genommen, braucht aber noch eine Reihe weiterer Zulassungen.

Ein Fünftel der Öl- und Gasreserven vermutet

Nach Schätzungen der US-Energieagentur EIA könnten in der Arktis etwa 22 Prozent der weltweit noch unentdeckten Öl- und Gasreserven liegen. Shell bemüht sich schon seit Jahren um die Erlaubnis, an die kostbaren Bodenschätze zu kommen. Der Konzern will in der Tschuktschensee, knapp 113 Kilometer entfernt von dem Dorf Wainwright an der Nordwestküste Alaskas, an bis zu sechs Stellen in relativ flachem Wasser bohren.

Der Plan ist höchst umstritten. Umweltschützer lehnen Bohrungen nach fossilen Brennstoffen in der Arktis ab, da sie negative Folgen für die Tierwelt am Nordpol fürchten. Diese leidet ohnehin unter dem Abschmelzen von Eisflächen in Folge des Klimawandels. In der Region herrschen extreme Wetterbedingungen mit eiskalten Wintern (bis -50 Grad). Auch ist der Notfallschutz dort besonders schwierig - die nächstgelegene Küstenwache ist tausend Kilometer entfernt.

"Diese Entscheidung stellt das große Ölgeschäft über die Menschen und setzt die Tier- und Pflanzenwelt der Arktis - und die Gesundheit unseres Planeten - aufs Spiel", kommentierte die Umweltschutzorganisation Earthjustice. sHellNO, eine lokale Kampagne aus Seattle, will ab Samstag unter dem Motto "You Shell not Pass!" ("Du wirst nicht durchkommen!") Tausende Mitstreiter für einen dreitätigen Protest mobilisieren.

Erinnerung an "Deepwater Horizon"

"Es gibt keine bewährte Methode, einer Ölpest im eisigen arktischen Wasser zu begegnen", sagte Susan Murray von der Organisation Oceana. Das Vorhaben sei riskant und unausgereift. Im April 2010 war die Bohrinsel "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko explodiert. Sie wurde von Shells Wettbewerber BP betrieben. Das Unglück hatte die bislang schlimmste Ölkatastrophe verursacht. Elf Menschen kamen ums Leben; Hunderte Millionen Liter Öl flossen ins Meer und richteten massive Schäden an.

Shell hatte seine Förderpläne in den Arktisgebieten von Alaska bereits 2013 nach wiederholten Problemen mit seinen dortigen beiden Förderanlagen auf Eis gelegt. Die Förderplattform "Kulluk" löste sich bei stürmischer See von ihren Befestigungen und wurde an Land gespült. Die Shell-Plattform "Noble Discoverer" wurde unlängst von der US-Küstenwache wegen Sicherheitsmängeln kritisiert. Beide Förderplattformen wurden zu Reparatur- und Wartungsarbeiten nach Asien gebracht.

"Wichtiger Meilenstein"

Shell-Sprecher Curtis Smith bezeichnete die nun erteilte Genehmigung als "wichtigen Meilenstein". Die Zustimmung zeige das "Vertrauen, das die Aufseher in unseren Plan haben". Aber es sei zwingend, dass die ausstehenden Genehmigungen, an denen die endgültige Zulassung hänge, rechtzeitig geliefert würden.

Shell will im Sommer mit dem Projekt beginnen. Die US-Behörde BOEM betonte, sich die Entscheidung nicht einfach gemacht und die Risiken gut abgewogen zu haben.

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