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Deutsche Wirtschaft verliert an Schwung


"Die Winterdelle ist unübersehbar"  

Deutsche Wirtschaft verliert an Schwung

13.05.2015, 13:05 Uhr | AP, dpa-AFX

Deutsche Wirtschaft verliert an Schwung.  Deutschland hat seinen Aufschwung nur noch mit gedrosseltem Tempo fortgesetzt. Die Exporte gehen zurück. (Quelle: dpa)

Deutschland hat seinen Aufschwung nur noch mit gedrosseltem Tempo fortgesetzt. Die Exporte gehen zurück. (Quelle: dpa)

Die deutsche Wirtschaft wächst wieder etwas langsamer: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von Januar bis März im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit.

Damit hat die Konjunktur deutlich an Fahrt verloren. Ende 2014 war die deutsche Wirtschaftsleistung verglichen mit dem vorangegangenen Vierteljahr noch um 0,7 Prozent gestiegen. Und: Die Erwartungen von Bankvolkswirten, die mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet hatten, wurden klar verfehlt.

Kauffreudige Verbraucher

Wichtigster Wachstumstreiber war erneut der Konsum im Inland. Die privaten Haushalte steigerten ihre Ausgaben, weil einerseits Sparanlagen angesichts der mickrigen Zinsen unattraktiv sind und andererseits die Menschen dank steigender Löhne und Rekordbeschäftigung mehr Geld in der Tasche haben. Zudem sei die Kaufkraft der Verbraucher durch den sehr moderaten Preisanstieg auch infolge rückläufiger Rohölpreise gestützt worden, betonte das Bundeswirtschaftsministerium.

Positive Impulse kamen zudem von den staatlichen Konsumausgaben und den Investitionen. "Sowohl in Bauten als auch in Ausrüstungen wurde deutlich mehr investiert als im vierten Quartal 2014", erklärten die Statistiker.

Importe steigen kräftiger als Exporte

Hingegen bremste der Außenbeitrag - also die Differenz der Entwicklung von Ex- und Importen - das Wachstum. Zwar wurden nach den vorläufigen Berechnungen mehr Waren und Dienstleistungen exportiert als Ende 2014. Deutschlands Importe stiegen den Angaben zufolge real aber noch sehr viel kräftiger. "Das ist die Schattenseite der stärkeren Binnennachfrage", erklärte Ökonom Andreas Scheuerle von der Dekabank.

Es sei zwar enttäuschend, dass die Exporte trotz des schwächeren Euro noch nicht in den nächsthöheren Gang geschaltet hätten, sagte BayernLB-Ökonom Stefan Kipar: "Die schwache Konjunktur in wichtigen Absatzmärkten (vor allem USA) dürfte hier zu Jahresbeginn spürbar gebremst haben, in den kommenden Quartalen jedoch als Bremsfaktor zunehmend wegfallen." Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums stiegen die Ausfuhren in jeweiligen Preisen im ersten Quartal nur um 0,6 Prozent, während die Einfuhren um 1,3 Prozent zunahmen.

"Die Winterdelle ist unübersehbar. Bereits in den Herbstmonaten deuteten wichtige Konjunktur-Frühindikatoren auf einen wirtschaftlichen Winterschlaf hin", sagte Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank Gruppe. Der schwache Welthandel schlage auf die exportstarke deutsche Industrie durch.

Im Vorjahresvergleich hat sich das Wirtschaftswachstum ebenfalls verlangsamt: Das preisbereinigte BIP stieg im ersten Quartal 2015 um 1,1 Prozent zum Auftaktquartal 2014. Von Oktober bis Dezember 2014 hatte das BIP im Jahresvergleich noch um 1,6 Prozent zugelegt.

Trotz der Delle zum Jahresauftakt blicken Ökonomen mit Zuversicht auf die deutsche Wirtschaftsentwicklung im laufenden Jahr. "Der Aufschwung ist intakt. Wir erwarten ein solides Wachstum der deutsche Wirtschaft in den kommenden Quartalen", betonte Unicredit-Volkswirtin Martina von Terzi. Auch Scheuerle ist überzeugt: "Die Konjunktur wird wieder Fahrt aufnehmen."

Zuletzt hatten zahlreiche Konjunkturforscher ihre Wachstumsprognosen für 2015 angehoben. So erhöhte der Sachverständigenrat in seinem Frühjahrsgutachten die BIP-Prognose von 1,0 auf 1,8 Prozent für das Gesamtjahr. Auch die Bundesregierung erwartet einen Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts von 1,8 Prozent. Im vergangenen Jahr war die deutsche Wirtschaft um 1,6 Prozent gewachsen.

Wirtschaft in der Eurozone erreicht größtes Wachstum seit 2013

Die Eurozone hat derweil im ersten Quartal ihr höchstes Wirtschaftswachstum seit fast zwei Jahren erzielt. Begünstigt von fallenden Ölpreisen und einem schwächeren Euro nahm das Bruttoinlandsprodukt 0,4 Prozent zu, wie aus Statistik hervorgeht. Im Vorjahresquartal waren es 0,3 Prozent gewesen.

Der Anstieg war erwartet worden. Zuletzt waren 0,4 Prozent im zweiten Quartal 2013 erreicht worden, als die Eurozone aus ihrer bislang längsten Rezession herauskam.

Die gefallenen Ölpreise wirken kostensenkend auf Unternehmen und Verbraucher, die Schwächung des Euros macht Exporte der Euroländer günstiger. Als weiterer Wachstumsfaktor gilt das 1,1-Billionen Euro schwere Programm der Europäischen Zentralbank, mit dem die Zinsen niedrig gehalten werden.

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