Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > Aktien >

PBB: Tochter der einstigen Krisen-Bank HRE soll an die Börse


Deutsche Pfandbriefbank  

Tochter der Krisen-Bank HRE soll an die Börse

10.06.2015, 18:59 Uhr | dpa, rtr

PBB: Tochter der einstigen Krisen-Bank HRE soll an die Börse. HRE-Nachfolger PBB soll erfolgreich an die Börse gebracht werden. (Quelle: dpa)

HRE-Nachfolger PBB soll erfolgreich an die Börse gebracht werden. (Quelle: dpa)

Börsengang statt Verkauf: Der Bund will sich mit Hilfe des Aktienmarkts von der einst mit Steuer-Milliarden geretteten Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) größtenteils wieder trennen. Die staatlichen Eigentümer erhoffen sich mit dem Schritt angesichts der aktuell guten Stimmung an den Börsen höhere Einnahmen, als sie bei einem Verkauf der Bank an einen Investor zu erzielen wären. Gelingt das, kann der Bund ein weiteres Kapitel der HRE-Geschichte abschließen.

Das seit Februar laufende Bieterverfahren wird ausgesetzt, der Schritt auf das Parkett soll im Juli erfolgen, teilte die Bank nach der Hauptversammlung mit. Kern der einst im Dax notierten HRE ist inzwischen die Deutsche Pfandbriefbank (PBB). Sie macht das eigentliche Geschäft, ist damit inzwischen wieder erfolgreich und verdient Geld. Die PBB sei "in jeder Hinsicht reif für einen Börsengang", sagte Aufsichtsratschef Günter Bräunig.

Im Juli an die Börse

"Unter Berücksichtigung aller Chancen und Risiken sind wir überzeugt, dass ein Börsengang der PBB im Vergleich zu einem Verkauf im Bieterverfahren das bessere Ergebnis für den Steuerzahler bringen wird. Deshalb unterstützen wir den Börsengang ausdrücklich", sagte Jutta Dönges, Mitglied im Leitungsausschuss der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung, die über die Bankenrettungs-Fonds wacht.

Die Bundesregierung will die PBB wohl noch im Juli an die Börse bringen. Der Bund will sich zunächst von 75,1 bis 80 Prozent seiner Anteile trennen, den Rest will er frühestens in zwei Jahren verkaufen.

Der Erlös aus dem Börsengang fließt komplett der Staatskasse zu. Eine Kapitalerhöhung werde es nicht geben, betonte die Bank. "Die Kapitalausstattung der PBB ist sehr gut", sagte ihr Co-Chef und Finanzvorstand Andreas Arndt. Insgesamt stecken in der PBB 2,3 Milliarden Euro Staatsgeld, wie aus ihrem Geschäftsbericht von 2009 hervorgeht. Eine Milliarde davon ist eine Stille Einlage, die im Zuge des Börsengangs zurückgezahlt werden soll.

Hungrig auf Neuemissionen

Um aus der PBB ohne Verlust wieder herauszukommen, müsste der Bund mit dem Verkauf all seiner Aktien daher mindestens 1,3 Milliarden Euro erlösen. Die ersten 75 Prozent müssten damit für rund eine Milliarde Euro verkauft werden.

Die Stille Einlage soll weg, weil sie bisher Ausschüttungen an die Aktionäre verhindert. Die Pfandbriefbank will die Zeichner der Aktien aber mit der Aussicht auf "regelmäßige und konstante Dividendenausschüttungen" locken, wie sie mitteilte.

Die Zeichnungsfrist dürfte nach dem üblichen Zeitplan in zwei Wochen beginnen. Investoren gelten derzeit als hungrig auf Neuemissionen am Aktienmarkt. Allerdings beurteilen viele Banker die Chancen der PBB skeptisch. An die Börse begleitet wird sie federführend von der Deutschen Bank und der US-Investmentbank Citi.

Symbol der Finanzkrise

Die HRE ist das deutsche Symbol der Finanzkrise 2008. Ein Jahr zuvor hatte der Immobilienfinanzierer die irische Depfa für 5,7 Milliarden Euro gekauft, um Zugang zu staatlichen Projekten zu bekommen. Die Freude währte nur kurz. 2008 versagte in der Finanzkrise das fragile Geschäftsmodell. Am 28. September 2008 wurde die Notlage öffentlich.

Um den Zusammenbruch der HRE abzuwenden, schnürten Bund und Banken ein erstes Rettungspaket, doch das Geld reichte nicht, es folgte ein aufgestocktes Paket. Am 20. März 2009 beschloss der Bundestag ein auf die HRE gemünztes Gesetz, das die Verstaatlichung maroder Banken als letzte Option vorsieht.

Um der HRE und mit ihr vor allem der Deutschen Pfandbriefbank überhaupt einen Neustart ermöglichen zu können, wurden die teuren Hinterlassenschaften in eine Bad Bank ausgelagert. Ihr Name: FMS Wertmanagement (FMSW). In einer beispiellosen Aktion wurden im Oktober 2010 risikoreiche Altlasten im Buchwert von rund 170 Milliarden Euro in die Bad Bank ausgelagert, die sie möglichst mit Gewinn verkaufen soll. Für Verluste haftet am Ende der Steuerzahler.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Nur dieses Wochenende versandkostenfrei bestellen!
Code: GRATISVERSAND19 bei MADELEINE

shopping-portal