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Dijsselbloem warnt: Griechenland steht bald "alleine da"


Eindringlicher Appell  

Dijsselbloem: Griechenland steht bald "alleine da"

12.06.2015, 17:20 Uhr | dpa-AFX , rtr , AFP

Dijsselbloem warnt: Griechenland steht bald "alleine da". Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hat Griechenland erneut auf seine Verantwortung hingewiesen. (Quelle: dpa)

Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hat Griechenland erneut auf seine Verantwortung hingewiesen. (Quelle: dpa)

Griechenlands Geldgeber entlassen den pleitebedrohten Staat weiter nicht aus der Verantwortung, selbst das meiste für seine Rettung tun zu müssen. Die jüngsten dramatischen Appelle in diese Richtung stammen vom Chef der Eurogruppe, dem niederländischen Finanzminister Jeroen Dijsselbloem. Er sagte der finnischen Zeitung "Helsingin Sanomat": "Wenn die griechische Regierung die Tatsache nicht akzeptieren kann, dass es keine einfachen Lösungen gibt und dass schwierige Entscheidungen getroffen werden müssen, steht sie alleine da."

Athen müsse sich zu harten Reformen im Gegenzug für Hilfen bekennen: "Wir können Griechenland nicht helfen, wenn sich Griechenland nicht selbst helfen will." Eine politische Entscheidung über Hilfen sei jederzeit möglich, solange sie glaubwürdig sei und die finanzielle Unabhängigkeit Griechenlands sichere.

Griechenland müsse endlich seriöse Vorschläge zur Lösung der Schuldenkrise vorlegen. "Wenn die griechische Regierung nicht bereit ist, schwierige Maßnahmen zu ergreifen, dann kommen sie nie aus der Misere", sagte Dijsselbloem außerdem in Den Haag dem niederländischen Fernsehen. Ohne seriöse Vorschläge Athens hätten die Verhandlungen wenig Sinn. Die Euro-Finanzminister wollen am kommenden Donnerstag erneut über die griechische Finanzkrise beraten.

Es liege noch immer kein inhaltlich guter Plan vor, so der niederländische Finanzminister. "Ein Deal ist nur möglich, wenn der inhaltlich gut ist und Griechenland damit echt aus dem Schlamassel gezogen wird, und den Deal gibt es noch nicht."

Der Chef der Eurogruppe betonte außerdem, dass ein Abkommen ohne den Internationalen Währungsfonds (IWF) "nicht vorstellbar" sei. Das IWF-Team ist nach den Worten des Sozialdemokraten am Donnerstag nicht "von den Verhandlungen weggelaufen", sondern stehe noch immer bereit.

Auch Juncker setzt weiterhin auf Unterstützung durch IWF

Auch EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker trat inzwischen Befürchtungen entgegen, der IWF wolle aus der Griechenland-Rettung aussteigen. "Ich glaube nicht, dass der Schritt des IWF als Absicht interpretiert werden kann, sich aus den Verhandlungen zurückzuziehen", sagte Juncker in Brüssel.

IWF-Sprecher Gerry Rice hatte am Donnerstag in Washington verkündet, die Delegation des Fonds habe Brüssel in Richtung Washington verlassen. Es habe in den zurückliegenden Tagen in den Verhandlungen keine Fortschritte gegeben, sagte er. Der Ball liege "im Feld der Griechen".

Juncker kündigte nun an, er werde mit IWF-Chefin Christine Lagarde sprechen. Er habe am Donnerstag abermals ausführlich mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras geredet und werde dies wahrscheinlich auch in den kommenden Tagen tun.

Im Radiosender France Culture hatte Juncker am Freitagmorgen trotz der Abreise der IWF-Delegation eine Fortsetzung der Verhandlungen der Gläubigerinstitutionen mit Athen angekündigt. "Da eine Einigung unter den drei Institutionen IWF, Europäische Zentralbank (EZB) und EU-Kommission notwendig ist, um voranzukommen, werden die Verhandlungen wieder aufgenommen. Zunächst auf technischer Ebene, anschließend politisch."

Athen verhandelt seit Monaten mit seinen internationalen Kreditgebern über die Bedingungen, zu denen in Aussicht gestellte Hilfen von 7,2 Milliarden Euro ausgezahlt werden sollen. Die Zeit für eine Einigung wird knapp, weil das Hilfsprogramm für Athen Ende Juni ausläuft. Bis zum Ende des Monats muss Griechenland Schulden von 1,6 Milliarden Euro beim IWF begleichen.

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