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Griechenland-Krise: "Grexit droht ganz Europa zu destabilisieren"


US-Ökonom warnt  

"Grexit droht ganz Europa zu destabilisieren"

17.06.2015, 13:47 Uhr | rtr, dpa

Griechenland-Krise: "Grexit droht ganz Europa zu destabilisieren". Geschlossene Banken in Athen - Experte warnt vor den langfristigen Folgen eines Grexit. (Quelle: Reuters)

Geschlossene Banken in Athen - Experte warnt vor den langfristigen Folgen eines Grexit. (Quelle: Reuters)

Keine Woche ohne Krisentreffen, kein Tag ohne neue Schuldzuweisung - der Schuldenstreit zwischen Griechenland und der EU ist festgefahren. Jetzt warnt der renommierte Ökonom Dennis Snower: Ein Ausstieg Griechenlands aus dem Euro droht ganz Europa langfristig zu destabilisieren. "Ein Grexit wäre sehr risikoreich, und vor allem die politischen Folgen lassen sich kaum abschätzen", sagte der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft.

Nach der Rückkehr zur Drachme und einer Staatspleite könnte Griechenland nur mit einem Verzicht auf die Rückzahlung seiner gigantischen Schuldenlast sowie mit europäischen Finanzhilfen überhaupt wieder vorankommen. Hier bleibe Europa also in der Pflicht, das EU-Mitglied nicht fallen zu lassen - auch nach einem möglichen Grexit.

Kurzfristig seien die ökonomischen Folgen eines Grexit für den Rest der Euro-Zone überschaubar, "aber für Griechenland wären auch schon die kurzfristigen Wirkungen schmerzlich", sagte Snower. Wenn ein Grexit nicht durch Europa abgefedert würde, "droht Griechenland zu einem politisch und ökonomisch instabilen Staat zu werden". Davon gingen dann auch Gefahren für die wirtschaftliche und politische Stabilität des übrigen Europa aus.

Gefahr für die Konjunktur

Bei einer länger anhaltenden politischen und ökonomischen Instabilität in Griechenland sei auch die Konjunktur in anderen europäischen Ländern gefährdet - durch die entstehende Unsicherheit, die das Investitionsklima ausbremse.

Gegen einen Zusammenbruch des griechischen Bankensystems sieht der Wirtschaftexperte Europa dank des Schutzschirm-Mechanismus' aber gut gerüstet. Die griechischen Banken seien vor allem bei staatlichen Stellen verschuldet. Hier drohe unmittelbar keine große Gefahr für das Finanzsystem.

Krisengipfel am Wochenende?

Angesichts der dramatischen Lage wird in Brüssel über einen Krisengipfel an diesem Wochenende spekuliert. Zunächst werde jedoch abgewartet, ob es beim Treffen der Euro-Finanzminister am Donnerstag in Luxemburg Weichenstellungen für das griechische Spar- und Reformprogramm gebe, berichteten Diplomaten in Brüssel.

Zuletzt hatten sich auch die USA in den Streit mit Griechenland eingeschaltet. US-Finanzminister Jack Lew habe in einem Telefonat mit Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras deutlich gemacht, dass ein pragmatischer Kompromiss dringend nötig sei, teilte das US-Außenministerium mit. Ein Scheitern hätte nicht nur schwerwiegende Folgen für die Griechen selbst, sondern auch für die Weltwirtschaft.

Am 30. Juni läuft das schon zweimal verlängerte Hilfsprogramm für Athen auf europäischer Seite aus. Ohne Einigung droht Athen die Staatspleite.

Dennis J. Snower, geboren 1950, ist Präsident des Instituts für Weltwirtschaft und Professor für Volkswirtschaftslehre an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Der US-Professor hat unter anderem den Internationalen Währungsfonds und die Weltbank beraten. Vor seiner Zeit in Kiel war er zudem Gastprofessor an den Universitäten in Harvard und Princeton.

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