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Krisengipfel: Was mit Griechenland passieren kann


Szenarien nach dem Krisengipfel  

Was mit Griechenland passieren kann

21.06.2015, 20:55 Uhr | AFP

Krisengipfel: Was mit Griechenland passieren kann. Die EU und Griechenland: Die Beziehung der beiden könnte in der kommenden Woche zahlreiche Wendungen nehmen. (Quelle: AP/dpa)

Die EU und Griechenland: Die Beziehung der beiden könnte in der kommenden Woche zahlreiche Wendungen nehmen. (Quelle: AP/dpa)

Angeblich hat Griechenland nicht mehr genug Geld, um seine Beamten zu bezahlen. Und eine Verlängerung des Hilfsprogramms ist noch lange nicht durch die EU-Instanzen. Welche Szenarien können nach dem Treffen am Montag also auf das hochverschuldete Land warten?

Von Schuldenreduzierung bis Zahlungsunfähigkeit gibt es zahlreiche, mögliche Entwicklungen. Ein Überblick:

Der ursprüngliche Plan

Griechenland akzeptiert die Forderungen der Gläubiger und bringt noch in dieser Woche erste Reformen durchs Parlament. Euro-Staaten und Internationaler Währungsfonds (IWF) bewilligen im Eilverfahren die Freigabe von 7,2 Milliarden Euro zurückgehaltener Kredite. Damit kann Athen am 30. Juni 1,5 Milliarden Euro beim IWF begleichen sowie Beamte und Rentner bezahlen - die Pleite ist auf den letzten Drücker abgewendet. Die Erfolgschance liegt indes fast bei Null, weil etwa auch der Bundestag noch zustimmen müsste und die Auszahlung daher kaum rechtzeitig erfolgen kann. Und die Atempause wäre für Athen wegen der enormen finanziellen Verpflichtungen nur von kurzer Dauer. Schon im Juli könnte das Geld wieder knapp werden.

Verlängerung der Finanzhilfen

Griechenland akzeptiert in dieser Woche die Eckpunkte der Geldgeber und verpflichtet sich zu Reformen und Sparmaßnahmen. Dafür erhält es die Zusage der Euro-Staats- und Regierungschefs für weitere Finanzhilfen. Die Europäische Zentralbank (EZB) gewährt den griechischen Banken weiterer Notfallfinanzierung, es kommt noch nicht zum Kollaps. Wenn in Athen die verlangten Reformgesetze vom Parlament verabschiedet werden, geben die Euro-Staaten grünes Licht für ihren Teil der zurückgehaltenen Kredite - insgesamt 3,7 Milliarden Euro. Überdies müsste das Programm um mehrere Monate verlängert und mit anderen Reserven etwa zur Bankenrekapitalisierung ergänzt werden. Die Verlängerung würde Zeit für Verhandlungen über eine dauerhafte Lösung schaffen.

Reduzierung der Schulden

Bei der Verlängerung des Programms bliebe das Schuldenproblem bestehen. Athen ist mit 180 Prozent seiner jährlichen Wirtschaftsleistung überschuldet. Viele Experten, aber auch der Internationale Währungsfonds (IWF), drängen die Euro-Länder dazu, die Verschuldung Athens zu reduzieren, um dem Land einen Neustart zu ermöglichen. Bislang ist Berlin dazu nicht bereit. In Euro-Kreisen werden Gespräche über eine Umstrukturierung aber nicht mehr ausgeschlossen, sollte Athen zuvor die verlangten Reformen und Sparmaßnahmen verabschieden.

Zahlungsunfähigkeit

Ohne eine Annäherung in den kommenden Tagen droht Athen Ende des Monats der Bankrott. In den vergangenen Tagen haben die Griechen mit dem Leerräumen ihrer Bankkonten begonnen. Der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" zufolge fehlt der Regierung bereits Geld, um im Juni die Gehälter und Renten vollständig auszuzahlen.

Wird die IWF-Rate am 30. Juni nicht beglichen und folgt keine Hilfsgarantie der Euro-Länder, müsste die Notfinanzierung der griechischen Banken gestoppt werden. Um den Zusammenbruch der Wirtschaft zu bremsen, wäre die Regierung gezwungen, Schuldscheine als eine Art Parallelwährung einzuführen. Eine Pleite könnte dennoch zu Unruhen in der Bevölkerung führen, was auch viele Griechen befürchten.

"Grexit"

Das Szenario, an das eigentlich niemand denken mag, ist der Austritt Griechenlands aus der Eurozone. Ein Grexit würde das Land nach Einschätzung der meisten Experten hart treffen, könnte die Finanzmärkte aufwirbeln und andere schwache Mitglieder der Eurozone in Gefahr bringen.

Da ein Währungsaustritt in den europäischen Verträgen nicht vorgesehen ist, müsste Griechenland womöglich auch aus der EU austreten. Das wiederum könnte Athen dazu bewegen, sich von der EU ab- und anderen Machtzentren wie Russland oder China zuzuwenden. Die politischen Folgen gelten als unkalkulierbar. 70 Prozent der Griechen wollen laut Umfragen im Euro bleiben.

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