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Griechen räumen Geldautomaten leer


Nach Ankündigung der Volksabstimmung  

Griechen räumen Geldautomaten leer

27.06.2015, 15:54 Uhr | dpa, rtr, AFP

Griechen räumen Geldautomaten leer. Menschenschlange vor der Nationalbank in Thessaloniki: Die griechischen Bürger haben Angst um ihr Erspartes. (Quelle: Reuters)

Menschenschlange vor der Nationalbank in Thessaloniki: Die griechischen Bürger haben Angst um ihr Erspartes. (Quelle: Reuters)

Ja oder Nein zum Sparprogramm - die griechischen Bürger haben nun selbst die Wahl. Ministerpräsident Alexis Tsipras kündigte am Samstagmorgen eine Volksabstimmung für den 5. Juli an. Viele Griechen haben mit großer Sorge um ihr Geld auf die Entscheidung reagiert.

Unmittelbar nach der Ankündigung des Referendums bildeten sich lange Schlangen vor den Geldautomaten in Griechenland. Fernsehsender berichteten von fast 40 Menschen vor dem Geldautomaten der National Bank of Greece am zentralen Athener Platz von Kolonaki. Ähnliche Szenen spielten sich auch in anderen Stadtteilen ab. Einige Geldautomaten waren wegen des Ansturms leer, sagten Augenzeugen. 

Regierung versucht, ihr Volk zu beruhigen

Viele Griechen fürchten, dass unabhängig vom Ergebnis der Volksabstimmung ein Austritt Griechenlands aus der Eurogruppe unabwendbar sei. Sie heben deshalb so viel Geld ab wie möglich. Die griechische Zentralbank erklärte daraufhin: Es werde "alles getan, um sicherzustellen, dass die Automaten genügend Scheine vorrätig haben". 

Die Partei der rechtspopulistischen Unabhängigen rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. Die Bürger sollten sich nicht einschüchtern lassen, sagte Panos Kammenos, Verteidigungsminister von Griechenland und Chef der kleineren der beiden Regierungsparteien. "Die Banken werden nicht schließen", betonte er. Es werde weiter Geld an den Automaten geben.

Die Gefahren einer Fristverlängerung

Finanzexperten überrascht die Reaktion der griechischen Bürger nicht: "Die Ankündigung eines Referendums, in dem über Annahme oder Ablehnung des Kredit- und Reformprogramms für Griechenland entschieden werden soll, wird den Run auf die Banken in Griechenland dramatisch verschärfen", warnte zuvor schon der Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Clemens Fuest. Er hält eine Fristverlängerung für die Abstimmung nur bei Kapitalverkehrskontrollen für möglich. Diese würden die Freiheit des internationalen Kapitalverkehrs einschränken.

"Ohne Kapitalverkehrskontrollen wird die EZB am Montag vor der Wahl stehen, einen Zusammenbruch der griechischen Banken hinzunehmen oder die ELA-Kredite an die Banken weiter auszudehnen", erläuterte Fuest. Dies aber würde die Kosten eines Grexit für die Steuerzahler in Europa weiter in die Höhe schrauben. "Während die griechischen Bankkunden ihr Geld abheben oder ins Ausland überweisen, ersetzt die EZB die Abflüsse mit ELA-Krediten."

"Tsipras hat den Stecker gezogen"

Kritik an den neuen griechischen Plänen gibt es auch aus der Union: Mit der Ansetzung der Volksabstimmung entfällt nach Ansicht des CDU-Politikers Gunther Krichbaum die Grundlage für eine Zustimmung des Bundestages zu weiteren Hilfen. "Tsipras hat mit der Ankündigung selbst den Stecker gezogen", sagte der Vorsitzende des Europaausschusses. Voraussetzung für die bisher für Dienstag geplante Abstimmung im Bundestag sei ein Antrag des Bundesfinanzministeriums und dass das griechische Parlament Reformen zustimme. "Die von uns verlangte Zustimmung des griechischen Parlaments ist aber mit der Referendumsankündigung hinfällig."

Auch eine kurzfristige Übergangslösung ist nach Einschätzung des Abgeordneten mit dem Bundestag kaum zu machen. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine Mehrheit der Unionsfraktion dafür gibt, nun das am 30. Juni auslaufende Hilfspaket noch einmal um eine Woche zu verlängern, um das Ergebnis des Referendums abzuwarten." Tsipras hätte eine Volksabstimmung viel früher ansetzen sollen.

CDU-Politiker haben keine Hoffnung mehr

Weitere Unionspolitiker äußerten sich skeptisch gegenüber neuen Zusagen an Griechenland: "Der Bundestag hat die letzte Verlängerung des zweiten Hilfspaketes mit der Bedingung verknüpft, dass weiteres Geld nur fließen kann, wenn nach vollzogenen Reformen dieses Hilfspaket erfolgreich abgeschlossen ist", sagte Peter Ramsauer (CSU), Vorsitzender des Bundestags-Wirtschaftsausschusses. Er ergänzte gegenüber der "Bild": "Davon sind wir Lichtjahre entfernt."

Auch der Vorsitzende des CDU-Parlamentskreises Mittelstand, Christian von Stetten, hat keine Hoffnung auf eine Einigung: "Die Staats- und Regierungschefs sollten endlich einsehen, dass das Euro-Experiment mit den Reform-unwilligen Griechen gescheitert ist." Die Tricksereien der EU-Kommission gefährdeten die Akzeptanz des Euros insgesamt und führten die Eurozone in eine unkalkulierbare Zukunft.


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