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Griechenland-Krise: Banken und Börse sind am Montag zu


Griechenland macht dicht  

Banken und Börse bleiben am Montag geschlossen

28.06.2015, 20:43 Uhr | AFP, dpa, rtr

Griechenland-Krise: Banken und Börse sind am Montag zu. Geschlossene Banken in Athen: Solche Bilder könnten in der gesamten kommenden Woche der "Normalfall" werden. (Quelle: Reuters)

Geschlossene Banken in Athen: Solche Bilder könnten in der gesamten kommenden Woche der "Normalfall" werden. (Quelle: Reuters)

Nach dem Scheitern der Griechenland-Gespräche bleiben die Banken des Landes am Montag geschlossen. Zudem würden Kapitalverkehrskontrollen eingeführt, sagte Regierungschef Alexis Tsipras am Sonntagabend. Damit können Gelder nicht mehr unkontrolliert ins Ausland transferiert werden.

Das Vorgehen der Europäischen Zentralbank (EZB) habe die Notenbank zu diesen Schritten gezwungen, so Tsipras. Seine Landsleute rief er zur Ruhe auf. Die Einlagen griechischer Bankkunden seien sicher.

Gerüchten aus Finanzkreisen zufolge sollen die Banken sogar die ganze Woche geschlossen bleiben und erst am 6. Juli - nach dem geplanten Referendum zu Reformmaßnahmen - wieder öffnen. 

Rettungsprogramm endet am Dienstag 

Griechenland steuert auf die Staatspleite zu, nachdem die Finanzminister der Eurozone entschieden hatten, das am Dienstag auslaufende Hilfsprogramm nicht zu verlängern. 

Auch die griechische Zentralbank empfahl die Schließung der Banken, nachdem die Europäische Zentralbank beschlossen hatte, die Nothilfen für griechische Geldhäuser nicht auszuweiten.

Mit den Notfallkrediten, dem sogenannten ELA-Programm, sorgt die EZB seit geraumer Zeit dafür, dass die griechischen Banken noch zahlungsfähig bleiben. In den vergangenen Wochen hatte die EZB immer wieder die Nothilfe für die griechischen Banken erhöht, um einen Engpass zu vermeiden.

Den griechischen Banken droht das Geld auszugehen, weil viele Griechen wegen des Schuldendramas ihre Konten leeren. Allein seit Freitag wurden rund 1,4 Milliarden Euro von den Banken geholt. 

Tsipras erklärte, er habe abermals eine Verlängerung des Rettungsprogramms um einige Tage beantragt, um das von ihm angekündigte Referendum am kommenden Sonntag abzuhalten. Die Finanzminister der Eurogruppe hatten eine Verlängerung am Wochenende abgelehnt. Das Rettungsprogramm endet am Dienstag. 

Auch die Börse soll geschlossen bleiben 

In Finanzkreisen hatte es zuvor bereits geheißen, auch die Börse in Athen werde zum Wochenauftakt nicht öffnen. Den Finanzmärkten steht nach dem Abbruch der Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen Geldgebern eine dramatische Handelswoche bevor. 

Mit Kapitalverkehrskontrollen versucht eine Regierung üblicherweise, die Flucht von Kapital aus dem Land im Krisenfall zu verhindern. Dazu kann sie zum Beispiel die Höhe von Zahlungen ins Ausland beschränken oder die Summe, die die Bürger an Geldautomaten oder am Bankschalter abheben dürfen.

Ziel dieser Maßnahmen ist die Stabilisierung der Banken. Denn falls die Bürger im großem Stil Geld von ihren Konten abzuheben - um es als Bargeld zu horten oder ins Ausland zu transferieren - droht über kurz oder lang ein Kollaps des Bankensystems.

Merkel ruft Parteispitzen zu Krisentreffen 

Um die Kontrollen durchzusetzen, können Konten eingefroren und Grenzkontrollen verschärft werden. Das jüngste Beispiel für die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen ist Zypern, dass vor etwas mehr als zwei Jahren zu diesem Mittel griff, als seine Banken ins Straucheln kamen. Die Kontrollen gelten bis heute, wurden aber inzwischen gelockert. 

Wegen der Zuspitzung der Griechenland-Krise trifft Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag (13.30 Uhr) die Partei- und Fraktionsvorsitzenden der im Bundestag vertretenen Parteien im Kanzleramt. Im Anschluss soll die Öffentlichkeit informiert werden.

Außerdem treffen sich am späten Nachmittag die Abgeordneten der Fraktionen von Union, SPD und Grünen zu Sondersitzungen, um ebenfalls über die Griechenland-Krise zu beraten. 

Merkel telefonierte am Abend auch mit US-Präsident Barack Obama. Beide Seiten hielten es für äußerst wichtig, alles zu unternehmen, um einen Weg zu finden, der es Griechenland erlaube, innerhalb der Eurozone Reformen umzusetzen und Wachstum zu erzielen, teilte das Weiße Haus am Sonntagabend mit. Wirtschaftsexperten beider Länder beobachteten die Situation und stünden in engem Kontakt. 

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