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Ostfriesen fordern China im Tischtennis heraus


Eine Frage des Balles  

Ostfriesen fordern China im Pingpong heraus

14.07.2015, 15:22 Uhr | dpa

Ostfriesen fordern China im Tischtennis heraus. Tischtennisbälle aus Weener (Quelle: dpa)

Sieht aus wie ein normaler Tischtennisball - ist es aber nicht. Noch nicht. In zwei Jahren könnte sich das geändert haben, da dürfte die Plastikbälle jene aus Zelluloid verdrängt haben. (Quelle: dpa)

Ausgerechnet im Tischtennis will das kleine Ostfriesland dem mächtigen China Konkurrenz machen - nicht an der Platte, aber in der Ball-Produktion. Die Firma, die das plant, setzt auf ihre Erfahrungen mit - Deo-Rollern.

Mit ihrem Know-how aus der Kunststoff-Produktion will die "Weener Plastik GmbH" aus dem Landkreis Leer in den Markt eines heiß umkämpften Sportprodukts vorstoßen. Grund: Die lange Ära der weißen Kugeln aus Zelluloid geht zu Ende - Plastik kommt in Mode.

Und genau dies nutzen die Ostfriesen nun zum Einstieg in den bislang chinesisch dominierten Markt. Der Tischtennis-Weltverband ITTF listet die Firma aus Weener als bisher einzigen europäischen Hersteller neben einem japanischen und drei chinesischen.

Anfang Juni hatte eine britische Investorengruppe angekündigt, 250 Millionen Euro in das Unternehmen zu stecken. Es erzielte 2014 rund 250 Millionen Umsatz und beschäftigt weltweit 2000 Mitarbeiter. Im Werk zwischen Ems und niederländischer Grenze soll bald die Serienproduktion starten.

"Komplexer als eine Deo-Kugel"

Dass man in dem 15.000-Einwohner-Städtchen überhaupt auf die Idee mit den Tischtennisbällen kam, liegt an einem auf den ersten Blick wenig verwandten Produkt: dem Deo-Roller. Der Verpackungsspezialist aus Nordwest-Niedersachsen stellt unter anderem die dafür nötigen Teile her, um zwei Plastik-Halbkugeln miteinander verbinden zu können.

"Tischtennisbälle sind natürlich komplexer als eine Deo-Kugel", räumt Matthias Prox von Weener Plastik ein. "Die müssen ja auch vernünftig fliegen." Doch in beiden Fällen seien eine gleichmäßige Form und Materialstärke wichtig.

Die Anlaufschwierigkeiten bei der Herstellung hochwertiger Bälle aus Plastik scheinen überwunden zu sein. Laut Torsten Küneth von der Materialkommission des ITTF bestehen daraus mittlerweile rund 40 Prozent der zugelassenen Bälle.

Bislang war es Gefahrgut 

Nur in Fernost werden noch immer Zelluloid-Bälle gefertigt. Weil sie leicht entflammbar sind, gelten sie als Gefahrgut. Genau deshalb forciert der Weltverband auch den Umstieg auf Plastik - und die Firma aus Ostfriesland erkannte den Wandel rechtzeitig. In etwa zwei Jahren könnte der Zelluloid-Ball verdrängt sein.

Im Breitensport schlagen die meisten Spieler noch mit dem vertrauten Material auf. Beim Deutschen Tischtennisbund (DTTB) weiß man: "Von der Oberliga abwärts wird fast ausschließlich mit Zelluloid gespielt." Doch der Verband hat den neuen Ball im Vorjahr bei Bundesturnieren verpflichtend eingeführt und auch den oberen Ligen die Verwendung empfohlen.

Auf internationaler Ebene wird seit Juli 2014 ebenfalls nur noch mit dem Plastikball gespielt. So auch bei der Weltmeisterschaft im Mai im chinesischen Suzhou, als die heimischen Spieler die Athleten aus der übrigen Welt mal wieder von der Platte putzten.

Daran werden auch die Ostfriesen erst einmal nichts ändern können.


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