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Aldi und Lidl liefern sich erbitterten Preiskampf: Gut für Kunden

Markenartikel deutlich billiger  

Aldi und Lidl liefern sich erbitterten Preiskampf

15.07.2015, 12:19 Uhr | dpa

Aldi und Lidl liefern sich erbitterten Preiskampf: Gut für Kunden. Aldi und Lidl drücken die Preise bei Markenartikeln. (Quelle: imago images)

Aldi und Lidl drücken die Preise bei Markenartikeln. (Quelle: imago images)

Zwischen Deutschlands größten Discountern tobt ein regelrechter Krieg um die Vorherrschaft im Billigsektor. Mit aggressiven Rotstiftaktionen wirbeln Aldi und Lidl die Preise vor allem bei Markenartikeln durcheinander.

Der Verbraucher darf sich freuen: Ein Ende des Preiskampfs ist nach Einschätzung von Handelsexperten nicht in Sicht.

Im Gegenteil: "Der Konflikt zwischen Aldi und Lidl verschärft sich, weil Aldi immer mehr Markenprodukte anbietet. Bislang war das die Domäne von Lidl. Jetzt macht Aldi dem Rivalen hier mit Kampfpreisen Konkurrenz", erläutert Denise Klug vom Handelsanalysten Planet Retail die Hintergründe der Auseinandersetzung.

Aldi dringt ins Lidl-Territorium ein

Markenprodukte vom Energy-Drink Red Bull über Lenor Weichspüler bis zu o.b. Tampons sind heute in vielen Läden deutlich billiger zu kaufen als noch vor einigen Wochen. 

Tatsächlich ist die über lange Jahre gepflegte Rollenverteilung zwischen den Discountern ins Wanken geraten. Mit seinen preisgünstigen Eigenmarken stand Aldi lange Zeit für billigen Einkauf in guter Qualität. Lidl hob sich vom Konkurrenten nicht zuletzt durch sein Angebot an günstigen Markenartikeln ab. Damit konnten beide gut leben.

Doch seit auch bei Aldi immer häufiger Markenartikel in den Regalen zu finden sind, ist es vorbei mit dem Burgfrieden. Lidl scheint entschlossen, das angestammte Territorium zu verteidigen und greift dabei selbst immer wieder beherzt zum Rotstift. So kommt eine teilweise atemberaubende Preisspirale in Gang.

"Erdbeben" im Lebensmittelhandel

Beispiel: Red Bull. Als Aldi im Frühjahr die Marke in die Regale stellte, ließ der Wettbewerb zwischen den Discountern den Preise für die 0,25 Liter-Dose innerhalb kürzester Zeit von 1,49 Euro auf heute 95 Cent schrumpfen. Und der Energydrink blieb nicht das einzige betroffene Produkt.

Auch die Preise von Funny Frisch Kartoffel-Chips, Lenor, o.b. Tampons oder Wrigley-Kaugummis gerieten unter Druck. Das Fachblatt "Lebensmittel Zeitung" sprach von einem "regelrechten Erdbeben", das die Markenlistungen von Aldi ausgelöst hätten.

"Aldi hat gemerkt, dass er auf der Markenebene Gas geben muss, um sein Preisimage zu verteidigen", urteilt der Handelsexperte Wolfgang Adlwarth von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Lange Zeit habe der Discounter vor allem auf Preissenkungen bei seinen Handelsmarken gesetzt. Aber das habe offenbar zuletzt nicht mehr ausgereicht, um das Preisimage wie gewollt zu schärfen.

Kampfansage an klassische Supermärkte

Ein Beispiel: Als Aldi vor zweieinhalb Jahren erstmals Coca-Cola verkaufte, verzichtete das Unternehmen noch auf Kampfpreise. "Aber das hat sich für Aldi nicht ausgezahlt, denn die Konkurrenz hat den Discounter danach mit zahlreichen Sonderangeboten vorgeführt. Das hat dem Image von Aldi nicht gut getan", sagt Klug. Auch deshalb trete der Discounter jetzt aggressiver auf, wenn er neue Marken ins Regal nehme.

Doch können auch noch andere Überlegungen die Preissenkungen von Aldi und Lidl bei Markenprodukten beflügelt haben: Die Discounter hoffen vielleicht, so auch den großen Supermarktketten wie Edeka oder Rewe Kunden abspenstig zu machen.

Etwas Rückenwind könnten die Unternehmen wohl brauchen. Denn nach einer aktuellen GfK-Untersuchung haben die Billiganbieter insgesamt in den ersten fünf Monaten dieses Jahres spürbar Marktanteile an die "klassischen Supermärkte" verloren.

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