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Griechenland-Krise: Griechische Wirtschaft liegt am Boden


Griechische Wirtschaft am Boden  

"Niemand produziert, niemand kauft, alle haben Angst"

15.07.2015, 16:20 Uhr | AP

Griechenland-Krise: Griechische Wirtschaft liegt am Boden. Verkäufer auf einem Markt im Zentrum Athens: Viele Unternehmer beklagen ständig sinkende Umsätze. (Quelle: Reuters)

Verkäufer auf einem Markt im Zentrum Athens: Viele Unternehmer beklagen ständig sinkende Umsätze. (Quelle: Reuters)

Ein drittes Hilfspaket für Griechenland ist wahrscheinlich. Doch die Erleichterung in dem verschuldeten Land sollte nicht lange währen - denn die Wirtschaft liegt am Boden. Darin sind sich Wirtschaftsexperten und griechische Unternehmer einig.

"Niemand produziert, niemand kauft, alle haben Angst", sagt der 59-jährige Dimitris Farmakis. Er besitzt eine Textilfabrik in Athen

Die Kapitalverkehrskontrollen der Regierung setzen ihm zu. Die Limits für Geldüberweisungen machen es dem Unternehmer unmöglich, Vorräte oder Rohstoffe im Ausland einzukaufen: "In wenigen Wochen werden wir wegen dieser Engpässe nichts mehr produzieren können." Farmakis drückt damit die Ängste vieler Griechen aus.

Rückfall im Frühjahr

Auch Analysten sind pessimistisch: Sie schätzen, dass Griechenlands Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr um etwa vier Prozent schrumpfen wird - ein heftiger Rückschlag.

Vor sechs Monaten erzielte die Wirtschaft nach jahrelanger Rezession wieder ein leichtes Wachstum. Auch die Haushaltslage wirkte etwas stabiler. Doch im Frühjahr kam der Rückfall - inmitten der Streitereien zwischen der neuen Athener Regierung um die linke Syriza-Partei von Ministerpräsident Alexis Tsipras und den internationalen Geldgebern.

Die Regierung entschied vor zwei Wochen, alle Banken zu schließen, um einen Sturm auf die Geldhäuser zu vermeiden und einen Kollaps des Finanzsystems zu verhindern. Das versetzte der Wirtschaft einen weiteren schweren Schlag.

Experten warnen nun, dass bald Lebensmittel knapp werden könnten. Importe nach Griechenland sind ebenfalls durch die Kapitalverkehrskontrollen so gut wie unmöglich geworden. "Wir bekommen derzeit nur die Ware, die bereits bezahlt und importiert ist", sagt Natassa Voudouri. Sie ist Eigentümerin der Firma Contlift, die Güter aus Schiffscontainern im Lande verteilt. "Im Moment liefern wir die letzten Güter aus, dabei handelt es sich um Lebensmittel."

Sparpaket nur das geringere Übel?

Die Spar- und Reformmaßnahmen, die die griechische Regierung für das dritte Hilfspaket umsetzen muss, dürften künftiges Wachstum belasten. Sie umfassen unter anderem höhere Steuern. Diese werden sich vermutlich negativ auf den Konsum auswirken. "Griechenland ist schon durch eine Depression gegangen", erkläutert Megan Greene, Chefvolkswirtin des Vermögensberaters Manulife Asset Management. "Dieses Hilfspaket garantiert, dass sie durch weitere drei Jahre der Rezession müssen, wenn es umgesetzt wird."

Die griechische Regierung und auch viele Experten halten den Rettungsdeal aber für notwendig. Damit soll ein wohl noch schlimmeres Szenario verhindert werden: der Bankenkollaps und das Ausscheiden aus dem Euroraum. Volkswirte schätzen, dass die Wirtschaft mit einem Austritt aus der Gemeinschaftswährung um weitere zehn bis 20 Prozent schrumpfen könnte.

Der griechischen Regierung ist vor allem wichtig, die Finanzierung des Staates über drei Jahre zu sichern. Auf kurze Sicht will sie die Banken wieder öffnen, denn nur so kommt der Wirtschaftskreislauf wieder in Gang.

Ein Rettungsdeal mit den Gläubigern könnte es Athen erlauben, seine Kapitalverkehrskontrollen etwas zu lockern. Doch sie komplett aufzuheben, dürfte Zeit brauchen: Zypern, das als erstes Land der Eurozone zu einer solchen Maßnahme griff, brauchte zwei Jahre, bis der Bankenverkehr wieder normal und ohne Limits funktionierte.

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