Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > News > Eigene >

Iran-Besuch: Sigmar Gabriels Milliarden-Tour durch Teheran


Treffen mit Industrievertretern  

Gabriels Milliarden-Tour durch Teheran

20.07.2015, 14:20 Uhr | dpa, t-online.de

Iran-Besuch: Sigmar Gabriels Milliarden-Tour durch Teheran. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und Irans Vize-Ölminister Amir Hossein Zamaninia (r). (Quelle: dpa)

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und Irans Vize-Ölminister Amir Hossein Zamaninia (r). (Quelle: dpa)

Nach 14 Jahren Stillstand wollen Deutschland und Iran ihre regelmäßigen Konsultationen zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit wieder aufnehmen. Erstmals seit 2001 soll Anfang nächsten Jahres die gemeinsame Wirtschaftskommission unter Leitung der zuständigen Minister wieder tagen. Das sagte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) in Teheran nach einem Treffen mit Ölminister Bidschan Namdar Sanganeh und iranischen Wirtschaftsvertretern.

Gleichzeitig warb der Vizekanzler für einen Dialog mit dem Iran über Menschenrechte, die Stellung der Frau und den Schutz religiöser Minderheiten. "Als Freunde wollen wir mit ihnen auch darüber reden", sagte er. "Auch wirtschaftliche Freiheit braucht Individualität und die Entwicklung individueller Freiheiten."

Gabriel setzte sich auch für eine stärkere Zusammenarbeit bei der Krisenbewältigung ein. Er bekräftigte, dass das Sicherheitsbedürfnis Israels nicht infrage stehen dürfe. "Wirkliche Freundschaft erweist sich dann, wenn man auch offen und partnerschaftlich und respektvoll über schwierige Themen sprechen kann. Dann zeigt sich erst, wie intensiv die Freundschaft ist."

Hoffnungen für deutsche Export-Firmen

Gabriel ist der erste westliche Spitzenpolitiker, der Teheran nach der Atom-Einigung vom vergangenen Dienstag besucht. Zuletzt war vor 13 Jahren mit dem damaligen Finanzminister Hans Eichel ein deutsches Kabinettsmitglied im Iran. Auf absehbare Zeit sollen die Wirtschaftssanktionen gegen das ölreiche Land schrittweise aufgehoben werden.

Die deutschen Unternehmen mit Iran-Ambitionen versprechen sich von der Reise enorm viel. "Ein besseres Signal kann man sich gar nicht vorstellen", sagt der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Volker Treier. Er glaubt, dass sich die deutschen Exporte von derzeit 2,4 Milliarden Euro jährlich in den nächsten vier Jahren auf zehn Milliarden vervierfachen können.

Historische Bindungen wiederbeleben

Treier sieht den deutschen Wettbewerbsvorteil vor allem in den historisch gewachsenen Bindungen. In den 1970er Jahren war der Iran der zweitgrößte außereuropäische Absatzmarkt der deutschen Wirtschaft nach den USA. 2005 war der Handel zwischen den beiden Ländern noch 4,8 Milliarden Euro wert. Dann brach er wegen der Sanktionen ein.

Die Lücke haben die Chinesen und Koreaner gefüllt. Heute kommen mehr als zwei Drittel der iranischen Importe aus Asien und weit weniger als ein Drittel aus Europa. Das Verhältnis der Iraner zu den Chinesen und Koreanern sei aber "sehr unemotional", sagt Treier. Die Affinität zu den Deutschen sei dagegen groß.

Iran-Geschäft soll brummen

Für die deutschen Firmen sieht der DIHK vor allem in den Bereichen Maschinen- und Fahrzeugbau, Baustoffe, Wassermanagement, Abfallwirtschaft, Erneuerbare Energien und Gesundheitswesen Potenzial. 2016 fallen nach jetziger Planung die entscheidenden Sanktionen. Dann soll das Iran-Geschäft so richtig brummen. Deswegen wird es nach dem Gabriel-Besuch weitere Delegationsreisen geben, auch eine große Wirtschaftskonferenz planen der DIHK und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) bereits.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Entspannen im großen Stil mit stylischen Ledersofas
Topseller bei XXXLutz
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal