Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > News > Eigene >

Ost-West-Angleichung in Deutschland ist wohl unmöglich


Teilung bleibt in den Köpfen  

Völlige Ost-West-Angleichung ist wohl unmöglich

22.07.2015, 18:09 Uhr | dpa, AFP

Ost-West-Angleichung in Deutschland ist wohl unmöglich. Die Mauer sollte eigentlich nur noch ein Denkmal an eine längst vergessene Zeit sein - viele Menschen haben sie aber immer noch im Kopf. (Quelle: Reuters)

Die Mauer sollte eigentlich nur noch ein Denkmal an eine längst vergessene Zeit sein - viele Menschen haben sie aber immer noch im Kopf. (Quelle: Reuters)

25 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer und dem Ende der Teilung Europas und Deutschlands kommen Forscher zu einem ernüchternden Ausblick: Viele Unterschiede zwischen Ost und West werden bestehen bleiben. Es würden sich in vielen Lebensbereichen exakt jene alten Grenzen abzeichnen, die die Menschen jahrzehntelang getrennt hatten.

"Nach einem Kraftakt ohnegleichen sind bis heute zwar ein paar blühende Landschaften entstanden", teilte das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung anlässlich einer Pressekonferenz zur Vorstellung ihrer Studie "So geht Einheit" mit. "Von einer flächenhaften Angleichung zwischen Ost und West kann aber keine Rede sein."

Sie könne aus strukturellen Gründen vermutlich auch nie vollständig vollzogen werden.

Arrogante Wessis und unzufriedene Ossis

Einer aktuellen Umfrage zufolge, die das Institut in Auftrag gegeben hat, sehen auch 25 Jahre nach der Wiedervereinigung die Hälfte der Deutschen mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten zwischen Ost und West.

So nimmt gut ein Drittel der Ostdeutschen die Westdeutschen als arrogant wahr, wie aus der jetzt vorgestellten Studie hervorgeht. Die Westdeutschen wiederum empfinden die Ostdeutschen teilweise als unzufrieden und anspruchsvoll. Gemeinsam sind Ost- und Westbürger der Auffassung, dass die jeweils andere Gruppe besserwisserisch ist.

Menschen im Osten arbeiten länger - für weniger Lohn

Dabei schnitt der Osten nicht auf allen Feldern schlechter ab als der Westen. Ostdeutsche haben der Studie zufolge weiterhin nur drei Viertel des Durchschnittseinkommens Westdeutscher. Zudem arbeiten Menschen in den neuen Ländern im Jahresdurchschnitt länger und weisen dennoch eine geringere Produktivität auf.

Bei der Erwerbsbeteiligung von Frauen und bei der Kinderbetreuung liegt der Westen noch weit unter Ostniveau. Auch die Vorstellung, dass kleine Kindern durch Betreuung außerhalb des eigenen Zuhauses Schaden davontragen könnten, ist im Osten deutlich schwächer ausgeprägt.

Auch bei Zuwanderung gespalten

Auch bei der Zuwanderung sei Deutschland nicht einer Meinung. Die Integrationsbereitschaft werde im Osten als geringer beurteilt, rechtsextreme Meinungen kämen dort öfter vor. Habe sich die Willkommenskultur beider Landesteile 2012 kaum unterschieden, sage heute nur jeder zweite Ostdeutsche, Zuwanderer seien willkommen. Im Westen seien es zwei Drittel.

Studie überrascht

Das Bild der West- und Ostdeutschen voneinander und von sich selbst ergab sich aus einer Umfrage des GfK-Vereins im Auftrag des Berlin-Instituts. Dessen Studie geht auf insgesamt 25 Themenfeldern der Frage nach, wie das vereinte Deutschland im vergangenen Vierteljahrhundert zusammengewachsen ist.

"Das Ergebnis hat uns selbst erstaunt", erklärte der Direktor des Berlin-Instituts, Reiner Klingholz. "Ob bei der Bevölkerungsentwicklung, der Wirtschaftskraft, den Vermögen, den Erbschaften oder der Größe der landwirtschaftlichen Betriebe - überall zeichnet sich ziemlich exakt die alte Grenze ab."

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Highspeed mit Hightech: mit MagentaZuhause surfen!
zur Telekom
myToysbonprix.deOTTOUlla PopkenHappy SizeLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal