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Jean-Claude Juncker: Angst führte zum Griechenland-Deal


Juncker zum Griechen-Deal  

"Es ist die Angst, die das Abkommen ermöglicht hat."

22.07.2015, 17:24 Uhr | dpa

Jean-Claude Juncker: Angst führte zum Griechenland-Deal. Lässt tief in die Gefühlswelt der Politiker blicken: Kommissionspräsident Jane-Claude Juncker. (Quelle: dpa)

Lässt tief in die Gefühlswelt der Politiker blicken: Kommissionspräsident Jane-Claude Juncker. (Quelle: dpa)

Es war vor allem die Angst vor den unkalkulierbaren Folgen eines Grexit, die eine Einigung im griechischen Schuldendrama ermöglicht hat. So schätzt zumindest EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker die Lage ein. Derweil wird mit Spannung erwartet, ob die griechische Regierung ein dringend erforderliches Reformpaket durch das Parlament bekommt.

"Man hat nicht das Schlimmste verhindert, weil man besonders klug war, sondern weil man Angst hatte", sagte der erfahrende EU-Politiker der belgischen Tageszeitung "Le Soir". Der Luxemburger fügte hinzu: "Es ist die Angst, die das Abkommen ermöglicht hat."

Juncker kritisierte zugleich, dass sich bei den jüngsten Verhandlungen in der EU ein Bruch der solidarischen Bindungen gezeigt habe. Dies sei nicht nur beim Thema Griechenland, sondern auch beim Thema Migration der Fall gewesen. Mit Blick auf die Zukunft stimme ihn dies sehr besorgt, sagte der Kommissionspräsident.

Juncker entdramatisiert Schäubles Haltung

Auf die von vielen Seiten geäußerte Kritik an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ging Juncker nicht näher ein.

Zu dessen Vorschlag für einen zeitweisen Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone sagte er der Zeitung: "Ich sehe das weniger dramatisch als Sie". Ein Grexit sei nicht die gewünschte Lösung gewesen. Nur bei einem Scheitern der Verhandlungen wäre eine solche Option aufgegriffen worden.

Neue Abstimmung in Athen

Das griechische Parlament berät am Mittwochabend ein zweites Reformpaket, um den Weg für neue Milliardenhilfen der internationalen Gläubiger zu ebnen.

Allerdings sind die von Athens Kreditgebern geforderten Gesetze so umstritten, dass sie sich für Ministerpräsident Alexis Tsipras zur Regierungskrise auswachsen könnten. Mit Spannung wird erwartet, ob Tsipras bei der Abstimmung am Abend seine Syriza-Partei hinter sich bringen wird. Zur Debatte stehen eine Banken- und eine Justizreform, die EU-Recht umsetzen, Risiken für Steuerzahler mindern und Kosten senken sollen.

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