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Griechenland: Notkredite erhöht - Schuldenstand gesunken


So steht es um Griechenland  

Notkredite für Banken erhöht - Staatsschulden gesunken

23.07.2015, 06:52 Uhr | AFP, rtr, dpa-tmn, t-online.de

Griechenland: Notkredite erhöht - Schuldenstand gesunken. Immer noch fließt mehr Geld aus Griechenlands Banken ab, als eingezahlt wird. (Quelle: Reuters)

Immer noch fließt mehr Geld aus Griechenlands Banken ab, als eingezahlt wird. (Quelle: Reuters)

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat das Volumen der Notkredite für griechische Banken einem Bericht zufolge weiter vergrößert. Der Rahmen sei am Mittwoch um eine Milliarde Euro auf nun 90,5 Milliarden Euro erhöht worden, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Das Blatt berief sich auf Notenbank-Kreise. Unterdessen gibt es auch Neues zum Schuldenstand Griechenlands und beunruhigende Prognosen zu Hellas-Firmen.

Mit den Notfallkrediten, dem sogenannten ELA-Programm, sorgt die EZB seit geraumer Zeit dafür, dass die griechischen Banken zahlungsfähig bleiben. Bis Ende Juni hatte die EZB die Nothilfe für die Institute immer wieder erhöht, um einen Engpass zu vermeiden. Danach gewährte die Zentralbank keine weiteren Kredite mehr, forderte aber auch keine zurück. Nach der Grundsatzeinigung der Staats- und Regierungschefs der Eurozone auf ein drittes Hilfspaket stockte die EZB den Kreditrahmen um 900 Millionen Euro auf.

Banken weiter auf ELA-Hilfen angewiesen

Zu dem Zeitungsbericht über eine neuerliche Erhöhung wollte sich die EZB zunächst nicht äußern. Die "FAZ" schrieb weiter, die griechischen Banken hätten in den vergangenen sieben Monaten mehr als ein Viertel ihrer Einlagen verloren. Seit das dritte Hilfspaket in Aussicht gestellt wurde, brächten zwar einige Kunden ihr Geld zurück. Doch unter dem Strich fließe immer noch Geld aus den Banken ab, so dass die Institute weiter auf die ELA-Kredite angewiesen seien.

Griechenlands Schulden sinken vorübergehend

Mit der Zuspitzung der Krise in Griechenland ist der Schuldenstand des Euro-Staates zuletzt gefallen. Im ersten Quartal sank das Verhältnis der Staatsschulden zur Wirtschaftsleistung um 8,3 Prozentpunkte und damit so stark wie in keinem anderen EU-Staat. Was zunächst kaum zu glauben ist, beruht auf einem Sondereffekt: Griechenland hat 10,9 Milliarden Euro an nicht genutzten Mitteln für die Bankenrettung zurück erhalten.

Der Schuldenberg ist mit rund 169 Prozent im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt EU-weit weiterhin am höchsten. In absoluten Zahlen betrug er 301,5 Milliarden Euro.

Der Schuldenstand spielt auch bei der Entscheidung über ein drittes Rettungspaket eine Rolle. Denn bisher hat etwa der Internationale Währungsfonds seine Analyse der Schuldentragfähigkeit danach berechnet.

Pleitewelle befürchtet

Trotz der vorläufigen Rettung Griechenlands vor dem Staatsbankrott droht nun aber in der Wirtschaft eine Pleitewelle. Seit Wochen sind Kapitalverkehrskontrollen in Kraft und schnüren vielen international vernetzten Firmen die Luft zum Atmen ab: Wenn das bis Mitte August so weitergeht, stehen nach Ansicht der Handelskammer in Athen Unternehmen reihenweise vor dem Aus.

In einem Brandbrief an das Finanzministerium machte Kammer-Präsident Konstantinos Michalos seinem Ärger nun Luft: "Wir müssen ihnen mitteilen, dass ein Großteil der griechischen Firmen kurz davor steht, den Betrieb einzustellen." Die Kontrollen waren Ende Juni eingeführt worden, um der Kapitalflucht einen Riegel vorzuschieben und ein Ausbluten des Finanzsystems zu verhindern. Damals räumten viele Griechen ihre Konten aus Furcht vor einer Pleite des Landes leer.

Nun gibt es mit der Aussicht auf ein weiteres Rettungspaket aber wieder eine Perspektive in der Euro-Zone. Bis zum 20. August müssen Hellas-Firmen wohl mindestens noch durchhalten.

In einigen Staaten haben Kapitalverkehrskontrollen aber noch viel länger bestanden - so etwa in Zypern, wo sie 2013 eingeführt wurden und die letzten Beschränkungen erst dieses Jahr fielen.

Auch deutsche Urlauber sind besorgt

Die sich teils überschlagenden Nachrichten zu Griechenland wirken sich auch auf das Reiseverhalten der Deutschen aus. Dass dem so ist, bestätigt eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Insa Consulere. Darin machte sich die Hälfte der Befragten (52 Prozent) Sorgen, in Griechenland derzeit kein gern gesehener Gast zu sein. Fast die gleiche Zahl der Befragten (51 Prozent) sagte, das Land sei für sie derzeit kein attraktives Reiseziel.

Dennoch kann sich rund ein Drittel (34 Prozent) einen baldigen Griechenland-Urlaub aus Solidarität mit der Bevölkerung vorstellen.

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