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Bahn-Gewinn schrumpft im ersten Halbjahr deutlich


Fast überall unter Plan  

Bahn-Gewinn schrumpft im ersten Halbjahr deutlich

24.07.2015, 16:48 Uhr | rtr

Bahn-Gewinn schrumpft im ersten Halbjahr deutlich. ICE der Deutschen Bahn in Frankfurt: Die Schnellzüge verdienen weniger als geplant. (Quelle: dpa)

ICE der Deutschen Bahn in Frankfurt: Die Schnellzüge verdienen weniger als geplant. (Quelle: dpa)

Die Gewinne der Deutschen Bahn entwickeln sich weiterhin nicht so wie gedacht. Das Unternehmen hat nach Angaben aus Konzernkreisen im ersten Halbjahr fast ein Fünftel weniger verdient, wie die Agentur Reuters berichtet. Offiziell stellt die Bahn ihre Zahlen am Dienstag vor und will vorher nichts dazu sagen.

Den vorliegenden Informationen zufolge lag der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) aber bei 890 Millionen Euro und damit um gut 18 Prozent niedriger als in der ersten Jahreshälfte 2014. Damals lag der Gewinn noch bei knapp 1,1 Milliarden Euro.

Bis auf das Schienennetz schnitten demnach praktisch alle Sparten schlechter ab als im Vorjahr und verfehlten zudem ihre eigenen Planzahlen. Vor allem der Güterverkehr sowie die von der Fernbus-Konkurrenz gebeutelten IC und ICE verpassten ihre Vorgaben. Etwas besser sah es demnach beim Konzern-Umsatz aus: Mit rund 20 Milliarden Euro sei er sogar leicht höher als im Vorjahr ausgefallen, hieß es.

Prognose intern angeblich schon gekappt

Konzernunterlagen, die Reuters vorliegen, zufolge hat die Bahn bereits ihre Jahresprognose auf einen Gewinn von 2,0 Milliarden statt der ursprünglich vorgesehenen 2,2 Milliarden gekappt. Manager halten jedoch auch diese Zahl für ehrgeizig. Klar ist, dass Bahnchef Rüdiger Grube damit bereits im dritten Jahr in Folge seine Geschäftsziele verpassen wird.

Er will daher jetzt auch personell Konsequenzen ziehen und plant einen umfassenden Umbau: So wird der Vorstand von acht auf sechs Mitglieder verkleinert. Erstmals werden zudem die Bereiche Güterbahn sowie Fern- und Nahverkehr in Deutschland in der Hand eines Vortandes vereinigt. Diese zentrale Aufgabe soll der bisherige Fernverkehrsvorstand Berthold Huber übernehmen.

Er muss vor allem IC und ICE wieder in die Spur bringen, deren Gewinne wegen der Fernbus-Konkurrenz dahinschmelzen. Im ersten Halbjahr erzielte die Sparte den Angaben aus Konzernkreisen zufolge einen operativen Gewinn von nicht einmal 60 Millionen Euro - weniger als die Hälfte des Ergebnisses im Vorjahreszeitraum. Und schon damals war der Gewinn deutlich geschrumpft.

Pofalla wird Vorstand

Zum Vorstand für Politik und Recht wird Ex-Kanzleramtsminister Ronald Pofalla aufsteigen. Dagegen scheiden der bisherige Personverkehrschef Ulrich Homburg und Logistik-Vorstand Karl-Friedrich Rausch aus. Auch der Chef der Güterbahn, Alexander Hedderich, verliert seinen Posten.

Die schrumpfenden Gewinne soll ein Sparprogramm abfedern, mit dem bis zu 100 Millionen Euro jährlich gewonnen werden sollen. Effektiver will Grube zudem Dienstleistungssparten wie Sicherheit und Reinigung organisieren, wo fast 20.000 Mitarbeiter beschäftigt sind. Hier stehen ihm jedoch Auseinandersetzunge mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) bevor, die den Einsatz externer Mitarbeiter beschränken will.

Schulden steigen wohl auf Rekordstand

Da der Konzern auch dieses Jahr seine Investitionen nicht aus eigenen Gewinnen bezahlen kann, werden die Schulden weiter Richtung eines Rekordstandes von 20 Milliarden Euro steigen. Um neue Mittel für den Konzern zu gewinnen, gilt daher ein Verkauf von Unternehmensteilen als Möglichkeit.

Dafür spricht, dass die internationale Logistik sowie der internationale Nahverkehr der Tochter Arriva jetzt Finanzvorstand Richard Lutz unterstellt werden. Besonders Arriva gilt dafür als interessant, zumal hier bei den Gewerkschaften in Deutschland relativ wenig Widerstand erwartet wird. Bahnchef Grube bestritt jedoch Verkaufspläne: "Das war nie unsere Absicht und wird auch in Zukunft nicht unsere Absicht sein", sagte er dem Sender "hr-info". In Kreisen des Aufsichtsrats wurde aber darauf verwiesen, dass mit dem Umbau zumindest die Möglichkeit einer Beteiligung von Investoren bezweckt werde.

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