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ZEW-Boss Fuest: "Ohne Grexit-Option ist die Euro-Zone erpressbar"


ZEW-Chef Fuest warnt  

Grexit darf nicht ausgeschlossen werden

25.07.2015, 14:44 Uhr | dpa, rtr

ZEW-Boss Fuest: "Ohne Grexit-Option ist die Euro-Zone erpressbar". Bald beginnen die Verhandlungen über ein neues Hilfsprogramm für das krisengeschüttelte Griechenland. (Quelle: AP/dpa)

Bald beginnen die Verhandlungen über ein neues Hilfsprogramm für das krisengeschüttelte Griechenland. (Quelle: AP/dpa)

Die Verhandlungen über ein drittes, milliardenschweres Hilfspaket für das krisengeschüttelte Griechenland können beginnen. Erst am Freitag sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, ein Austritt des Landes aus dem Euro-Raum, sei "definitiv vom Tisch". Eben davor warnt nun der Chef des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Clemens Fuest. Mit einem gewichtigen Argument.

"Ohne Grexit-Option ist die Euro-Zone erpressbar", sagte Fuest der "Bild"-Zeitung zufolge. Die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras könnte dann erneut Reformen verweigern, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen.

Der Austritt könne auch ein hilfreiches Instrument sein, wenn sich Griechenland nicht innerhalb der Euro-Zone erhole, sagte Fuest weiter: "Die neue Währung könnte abwerten, das Land mehr Touristen, Investoren anlocken."

Athen stellt Antrag auf neuen IWF-Kredit

Unterdessen hat Athen vom Internationalen Währungsfonds (IWF) offiziell neue Finanzhilfen beantragt. Ein IWF-Sprecher bestätigte in der Nacht auf Samstag den Eingang eines entsprechenden Schreibens.

Der Fonds werde nun mit den griechischen Behörden und seinen europäischen Partnern über den Zeitpunkt und die Modalitäten von Gesprächen beraten.

Das griechische Finanzministerium hatte zuvor einen Brief von Ressortchef Euklid Tsakalotos an den IWF veröffentlicht. Darin beantragt die Regierung in Athen einen neuen dreijährigen Kredit, dessen Umfang jedoch nicht genannt wurde. Wann Gespräche über neue Finanzhilfen für das von der Pleite bedrohte Griechenland genau beginnen werden, war am Freitag unklar.

Griechenland ist mit über 300 Milliarden Euro verschuldet und trägt - gemessen an der Wirtschaftsleistung - die EU-weit höchste Schuldenlast. Im Raum steht ein drittes Hilfsprogramm, das bis zu 86 Milliarden Euro umfassen und sich über drei Jahre erstrecken soll.

Schuldenerleichterungen unumgänglich

In den vergangenen Wochen hatte der IWF immer wieder klargemacht, dass ein Hilfsprogramm für Griechenland nicht ohne Schuldenerleichterungen funktionieren könne. Die Bereitschaft zu zusätzlichen Erleichterungen - etwa längeren Kreditlaufzeiten - haben die Europartner bereits betont. Einen echten Schuldenschnitt schließen sie aber aus.

Ziel Athens ist nach Regierungsangaben, die Gespräche bis zum 12. August zu beenden. Danach müssten noch die Eurogruppe und die Parlamente einiger Euro-Staaten zustimmen. Das griechische Parlament werde auch das mögliche neue Hilfsprogramm billigen. Als möglichstes Datum nannte die Regierungssprecherin den 18. August. Am 20. August muss Griechenland 3,2 Milliarden Euro an die EZB zurückzahlen.

Zweifel an Solvenz der griechischen Banken

Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret äußerte unterdessen erneut Zweifel am griechischen Bankensystem und mahnte zur Eile bei der Stabilisierung der Institute. "In der aktuellen Situation kann man aus verschiedenen Gründen sehr wohl Zweifel an der Solvenz der griechischen Banken haben", sagte Dombret dem Nachrichtenmagazin "Focus". So sei der Anteil notleidender Kredite in den Bilanzen griechischer Banken sehr groß, "und er dürfte angesichts der schwierigen Wirtschaftslage weiter zugenommen haben", sagte Dombret.

Wegen der Probleme der griechischen Institute soll es nach den Plänen zum dritten Rettungspaket für Athen einen Puffer für die Banken von bis zu 25 Milliarden Euro geben, wobei Mittel daraus zur Rekapitalisierung, aber auch zur Abwicklung taumelnder Institute dienen könnten. Selbst nach der geplanten Kapitalhilfe sieht der Bundesbanker den Finanzsektor in Griechenland aber vor massiven Umbrüchen. "Es stellt sich in der Tat die Frage, ob alle vier großen griechischen Banken langfristig überlebensfähig sind."

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