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Griechenland: Athener Börse wieder offen - starker Einbruch


Nach fünf Wochen Pause  

Athener Börse stürzt um ein Viertel ab

03.08.2015, 17:44 Uhr | rtr, dpa-AFX, dpa, t-online.de

Griechenland: Athener Börse wieder offen - starker Einbruch. Die Athener Börse hat nach einer wochenlangen Zwangspause wieder geöffnet. (Quelle: Reuters)

Die Athener Börse hat nach einer wochenlangen Zwangspause wieder geöffnet. (Quelle: Reuters)

Nach fünf Wochen Zwangspause wurde an der Athener Börse am Montag zum ersten Mal wieder gehandelt. Der Leitindex stürzte zur Eröffnung um 23 Prozent auf 615 Punkte und damit auf ein Dreijahrestief ab. Es war der stärkste Einbruch, den es in Athen jemals gegeben hat. Der griechische Bankenindex fiel sogar um 30 Prozent - auch dies ein Rekord.

Bis zum Handelsende erholte sich der Leitindex ein wenig und schloss 'nur' noch gut 16 Prozent im Minus bei 663 Punkten.

Beobachter hatten erwartet, dass es einen Ausverkauf geben würde. "Die Wahrscheinlichkeit, dass auch nur eine einzige Aktie steigen wird, ist gleich Null", sagte etwa Takis Zamanis vom Wertpapierhändler Beta Securities vor Handelsstart.

"Realistisch ist ein Preisabschlag von 15 bis 20 Prozent zur Markteröffnung", hatte vorab der Vermögensverwalter eines griechischen Fonds gesagt, der namentlich nicht genannt werden wollte. Doch dann kam es zunächst noch schlimmer. An der Stuttgarter Börse hatte der Indexfonds FTSE Athex Large Cap von Lyxor seit der Börsenschließung von Ende Juni rund 13 Prozent an Wert verloren - ein Indikator für das tatsächliche Ausmaß des Börsencrashs.

Griechische Anleger auf glühenden Kohlen

Die Inhaber griechischer Aktien hätten über Wochen nicht auf schlechte Nachrichten reagieren können und daher gebe es nun entsprechend Nachholbedarf, sagten Händler. So habe sich die Lage der Wirtschaft inzwischen verschlechtert. Außerdem seien die Aussichten für das Land trotz der Vorgespräche für ein drittes Hilfspaket von 86 Milliarden Euro keineswegs klar.

Es war die längste Handelsaussetzung seit den 1970er Jahren. Letzter Handelstag war der 26. Juni. An diesem Tag wurden auch die Banken des Landes dichtgemacht, weil Kunden aus Sorge vor einer Staatspleite ihre Konten räumten. Um die Geldflucht zu begrenzen, wurden Kapitalverkehrskontrollen eingeführt. Mittlerweile sind die Banken wieder geöffnet, es gelten aber noch Einschränkungen, vor allem beim Geldabheben und bei Auslandsüberweisungen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte der Wiedereröffnung des Aktienmarktes Anfang vergangener Woche zugestimmt. Da der Handel für Griechen aber eingeschränkt wird, gab es Verzögerungen. Hintergrund waren Probleme mit den IT-Systemen der Banken, die die Beschränkungen umsetzen müssen. Für ausländische Investoren sollen diese nicht gelten.

Wie sich aus einem Erlass des Finanzministeriums ergibt, werden die Griechen bis auf Weiteres nur dann Aktien kaufen können, wenn sie dafür Geld aus dem Ausland ins Land bringen oder in bar bezahlen. Aktien können außerdem leichter vom Handel ausgesetzt werden.

Griechische Eisenbahner streiken wegen Privatisierung

Aus Protest gegen Privatisierungspläne haben die griechischen Eisenbahner am Morgen für mehrere Stunden die Arbeit niedergelegt. Zahlreiche Fahrten vor allem zwischen Athen und Nordgriechenland fallen aus. Das teilte die griechische Eisenbahn (TRAINOSE) mit. Zwischen 13 Uhr und 15 Uhr Ortszeit (12 Uhr bis 14 Uhr MESZ) sollten auch alle Fahrten der Stadtbahn ausfallen, die Athen mit seinem Flughafen verbindet.

Die griechische Regierung verhandelt derweil weiter mit den Gläubigern über die nächsten Reformschritte. Heute stehen Steuerthemen im Mittelpunkt. Morgen soll es um die Privatisierungen gehen. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf Regierungskreise.

Behandlung beim Arzt nur noch gegen Bargeld

Gleichzeitig wurde gemeldet, das griechische Kassenärzte nur noch gegen Bargeld behandeln wollen. Sie protestieren damit gegen hohe Schulden des griechischen Trägers für Gesundheitsleistungen, EOPYY. 2Seit Februar sind wir nicht mehr bezahlt worden. Das sind acht Millionen Euro pro Monat", sagte der Präsident des Verbandes der Kassenärzte, Giorgos Eleftheriou, dem griechischen Nachrichtenportal protothema.gr. Der Ausstand soll bis kommenden Freitag dauern. Griechenland hat rund 8000 Kassenärzte.

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