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Atomabkommen mit dem Iran lässt die Ölpreise weiter sinken


Folgen des Iran-Abkommens  

Weltbank rechnet mit starkem Ölpreis-Absturz

11.08.2015, 12:58 Uhr | AFP, dpa, t-online.de

Atomabkommen mit dem Iran lässt die Ölpreise weiter sinken. Öl-Plattform im Persischen Golf: Die Förderung im Iran könnte den Ölpreis bald weiter nach unten drücken. (Quelle: Reuters)

Öl-Plattform im Persischen Golf: Die Förderung im Iran könnte den Ölpreis bald weiter nach unten drücken. (Quelle: Reuters)

Schon jetzt übersteigt das weltweite Öl-Angebot die Nachfrage. Die Ölpreise könnten weiter deutlich fallen, wenn durch das Atomabkommen die internationalen Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden. Zu diesem Ergebnis kommt die Weltbank in einem neuen Bericht.

Durch eine "vollständige Rückkehr des Iran auf den Weltmarkt" würden täglich eine Millionen Barrel Öl zusätzlich auf den Markt kommen, heißt es in dem Bericht. Der richtungsweisende Preis für Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) werde dadurch kommendes Jahr um zehn Dollar pro Fass (159 Liter) sinken. Das wäre ein Rückgang um 21 Prozent verglichen mit dem derzeitigen Preis von 45 Dollar. Nordsee-Öl der Sorte Brent ist mit rund 50 Dollar etwas teurer.

Runter von 147 Dollar im Jahr 2008

Die zwölf Opec-Staaten fördern bereits jetzt deutlich mehr Öl als täglich nachgefragt wird. Allein im Juli förderte das Öl-Kartell Opec nach eigenen Angaben rund 32 Millionen Fass täglich - so viel wie seit Beginn der Aufzeichnungen 1997 nicht mehr. Kommt zusätzliches Öl aus Iran auf den Weltmarkt, droht sich das überschüssige Angebot auszuweiten - bei gleichzeitig niedriger Nachfrage sinken dann die Ölpreise.

Vor allem im Vergleich zu früheren Jahren wird die Verbilligung deutlich: Anfang 2008 stieg der Ölpreis erstmals auf die dreistellige Marke von 100 US-Dollar je Barrel der Sorte WTI. Am 11. Juli des selben Jahres erreichte er mit 147 Dollar pro Barrel seinen bisherigen Höchstwert.

Wirtschaftsaufschwung im Iran erwartet

Ein Ende der Sanktionen wird dem Iran 2016 laut Weltbank ein Wirtschaftswachstum von fünf Prozent bescheren. Dieses Jahr liegt es bei drei Prozent. Die iranischen Exporte würden dem Bericht zufolge um 17 Milliarden Dollar wachsen. Das entspräche 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Die zwölf Mitgliedsländer der Opec (Quelle: dpa)Die zwölf Mitgliedsländer der Opec (Quelle: dpa) Die Weltbank rechnet damit, dass der Iran insbesondere seine Handelsbeziehungen mit Großbritannien, China, Indien, der Türkei und Saudi-Arabien ausbauen wird. Auch Deutschland ist an engeren Wirtschaftsbeziehungen interessiert. Unmittelbar nach der Einigung der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands mit dem Iran auf ein Atomabkommen war Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) im Juli mit einer Wirtschaftsdelegation nach Teheran gereist.

Der Einigung waren jahrelange Verhandlungen vorausgegangen. In dem Abkommen verpflichtet sich die iranische Regierung zu tiefgreifenden Einschnitten bei der Urananreicherung und akzeptiert umfassende internationale Kontrollen. Im Gegenzug sollen die Sanktionen aufgehoben werden. Das Abkommen muss allerdings noch ratifiziert werden.

Russlands Wirtschaftsleistung deutlich geschrumpft

Weiterhin mit Sanktionen zu kämpfen hat derweil Russland. Auch die fallenden Ölpreise trugen dazu bei, dass Russland nun tief in die Rezession gerutscht ist. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes sei im zweiten Quartal 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,6 Prozent geschrumpft, teilte die Statistikbehörde Rosstat nach vorläufigen Berechnungen mit. Das war einem Bericht der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zufolge der größte Rückgang seit 2009. Im ersten Quartal 2015 war das BIP um 2,2 Prozent gesunken.

Während vom Erdöl stark abhängige Länder wie Russland und auch Venezuela unter den fallenden Ölpreisen leiden, können sich die privaten Verbraucher freuen. Sowohl die Heizöl-Preise als auch die Spritpreise an den Tankstellen dürften auf absehbare Zeit niedrig bleiben.

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