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ZEW-Konjunkturbarometer fällt fünften Monat in Folge


ZEW-Konjunkturerwartungen  

Aussichten für die deutsche Wirtschaft verdüstern sich

11.08.2015, 11:30 Uhr | rtr, AFP

Die monatliche Umfrage unter Finanzmarktexperten zu den Wirtschaftsaussichten in Deutschland fiel schlechter als erwartet aus. Das Barometer für die Konjunkturerwartungen in den nächsten sechs Monaten fiel im August bereits den fünften Monat in Folge. Es gab um 4,7 auf 25,0 Punkte nach, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mitteilte. Der Indikator erreichte damit den niedrigsten Wert seit vergangenen November. Zuvor befragte Ökonomen hatten dagegen mit einem Plus auf 32,0 Zähler gerechnet.

"Der deutsche Konjunkturmotor läuft weiterhin gut", sagte ZEW-Präsident Clemens Fuest. "Dass die Konjunkturerwartungen sich dennoch eintrüben, dürfte damit zu tun haben, dass unter den gegebenen geopolitischen und weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen wesentliche Verbesserungen der Wirtschaftslage in Deutschland mittelfristig unwahrscheinlich sind."

Erwartungen für Eurozone verbessert

Die Erwartungen der Finanzmarktexperten an die Konjunkturentwicklung in der Eurozone verbesserten sich dagegen. Der entsprechende Indikator stieg um 4,9 Punkte auf 47,6 Punkte. Auch die Bewertung der aktuellen Lage im Euroraum verbesserte sich um 4,1 Punkte auf minus 10,3 Punkte.

Auch die aktuelle Lage der Konjunktur in Deutschland bewerteten die Experten besser: Das entsprechende Barometer stieg um 1,8 auf 65,7 Zähler. Für den Index befragte das ZEW vom 27. Juli bis zum 10. August 228 Analysten und institutionelle Anleger.

Erholung an der Börse hilft nicht

Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe rückt die Zahlen in ein gutes Licht: "Die Erholung der Aktienkurse hat dieses Mal nicht geholfen. Es scheint so, dass die Konjunkturrisiken mehr und mehr ins Blickfeld geraten. Dazu gehören die nur verhalten wachsende Weltwirtschaft, die bevorstehende Zinserhöhungen in den USA und auch die anhaltende Griechenland-Krise. Trübsal muss nicht geblasen werden. Die Stimmungsindikatoren wie der ZEW bleiben auf robustem Niveau und deuten auf anhaltendes Wachstum der deutschen Wirtschaft hin."

Auch Holger Sandte von Nordea verweist auf die Entwicklung am Aktienmarkt: "Das war der fünfte Rückgang in Folge. Damit ist der ZEW den positiven Vorgaben vom Aktienmarkt mal nicht gefolgt. Die Schwäche in vielen Schwellenländern hat wohl schwerer gewogen als die zumindest vorübergehende Entschärfung des Griechenland-Problems." Der Belastungsfaktor China dürfte auch nicht schnell verschwinden. Womöglich sehen die befragten Analysten auch den Rückgang der Rohstoffpreise als negativ an, glaubt Sandte. Die deutsche Konjunktur dürfte etwa im bisherigen Tempo weiter laufen, eine kräftige Belebung stehe jedenfalls nicht an.

Der Deutsche Aktienindex Dax stand schon vor der Veröffentlichung der ZEW-Daten unter Druck. Danach verstärkten sich die Verluste an der Börse noch.

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