Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse > News > Eigene >

IWF-Chefin Lagarde ist vermeintlich gnädig mit Griechenland


Athens Schuldenlast  

IWF-Chefin Lagarde vermeintlich gnädig mit Griechenland

17.08.2015, 12:35 Uhr | dpa, t-online.de

IWF-Chefin Lagarde ist vermeintlich gnädig mit Griechenland. IWF-Chefin Christine Lagarde: Großzügigkeit auf Kosten anderer. (Quelle: ddp images)

IWF-Chefin Christine Lagarde: Großzügigkeit auf Kosten anderer. (Quelle: ddp images)

Noch vor ein paar Jahren hatte der IWF kein gutes Image. Seine rigiden Sparprogramme stürzten Millionen Menschen in der Dritten Welt ins Elend, meinten Kritiker. Seit die charmante Französin Christine Lagarde den Internationalen Währungsfonds leitet, hat sich das geändert. Zuletzt entdeckte Lagarde sogar ihr Herz für den klammen Schuldner Griechenland. Doch genau das könnte das Image des IWF wieder beschädigen, denn Lagardes Strategie entbehrt nicht einer gewissen Schlitzohrigkeit.

Während die Eurogruppe dem dritten Hilfspaket ihren Segen gab, ließ Lagarde am IWF-Sitz in Washington verkünden, die Schuldenlast für Griechenland sei "untragbar". Neue, erhebliche Schuldenerleichterungen durch die Europäer müssten her. Falls nicht, sei der IWF nicht mehr mit von der Partie.

Vor allem Deutschland ist gegen Erleichterungen oder gar einen Schuldenschnitt - und tatsächlich ist die Belastung Griechenlands im Vergleich mit anderen Ländern wie etwa Portugal nicht außergewöhnlich hoch. Allein - die griechische Wirtschaft müsste sich stärker erholen, damit das Land wieder mehr Einnahmen generiert und Schulden leichter zurückzahlen kann.

IWF spielt Trumpfkarte aus

Was Lagarde mit ihrer vermeintlichen Milde jedoch nicht meint ist, dass sich auch der IWF an diesen Schuldenerleichterungen beteiligt. Die 19 Milliarden Euro, die Athen dem IWF schuldet, seien von etwaigen Vereinbarungen natürlich nicht betroffen. Schließlich genieße der IWF ja einen "preferred creditor status", heißt es in der IWF-Zentrale. Oder, wie ein Fonds-Mitarbeiter es ausdrückt: "Wir werden vor allen anderen bezahlt." Großzügigkeit auf Kosten anderer - ein wohlfeiles Ansinnen.

Immer wieder machen die Experten in der Washingtoner Zentrale ihre Position klar, die simpler nicht sein könnte: Selbst im günstigsten Fall werde Griechenland noch über viele Jahre unter seinen Altlasten ächzen. Hochrechnungen gehen noch über Jahre von 150 Prozent Staatsverschuldung oder noch mehr aus, gemessen an der jährlichen Wirtschaftsleistung. Das aber sei schlichtweg "unsustainable". Zu deutsch: nicht tragbar und nicht nachhaltig.

Insider meinen, innerhalb des IWF habe sich die simple Erkenntnis durchgesetzt, dass die bisherigen Programme seit 2010 eine ziemliche "Fehlkalkulation" und die negativen Folgen des strengen Sparkurses erheblich unterschätzt worden seien.

SPD hält IWF in Griechenland für entbehrlich

So ist es nicht verwunderlich, dass in der deutschen Politik inzwischen wieder über die Rolle des Fonds bei den Griechenland-Schulden diskutiert wird. "Ob der IWF dabei ist, ist eher egal", sagte etwa der Vize-Chef der SPD-Fraktion im Bundestag, Carsten Schneider (SPD), im rbb. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hofft hingegen, den IWF als Kreditgeber dabei zu behalten.

Schneider sagte, Europa müsse seine Probleme selbst lösen können. Doch wäre es gut, wenn der IWF zumindest beratend dabei bliebe. In punkto Staatssanierung habe er viel Erfahrung und sei zudem auch unabhängiger als zum Beispiel die Europäische Kommission.

Aus deren Reihen wirbt Kommissar Günther Oettinger für eine Beteiligung des IWF am dritten Hilfspaket für Griechenland. "Alles geht ohne, aber der IWF hat sich bewährt. Er ist aus gutem Grund seit fünf Jahren dabei, und wir brauchen ihn weiterhin", sagte Oettinger.

Vor diesem Hintergrund kann IWF-Chefin Lagarde entspannt abwarten, bis die Europäer letztlich doch auf ihre Linie einschwenken. Wer Geld zu verleihen hat, braucht sich um sein Image nicht zu sorgen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Prepaid Tarif aktivieren & 10 GB Daten geschenkt bekommen
schnell zugreifen bei congstar
Gerry Weberbonprix.deOTTOCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe