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DIW-Studie: Vermögen der Deutschen schrumpft - zwei Gründe


Zwei Ursachen  

Deutsche Privatvermögen schrumpfen deutlich

19.08.2015, 16:02 Uhr | AFP

DIW-Studie: Vermögen der Deutschen schrumpft - zwei Gründe. Niedrigere Privatvermögen: Schuld ist auch die schwache Wertentwicklung von Immobilien. (Quelle: dpa)

Niedrigere Privatvermögen: Schuld ist auch die schwache Wertentwicklung von Immobilien. (Quelle: dpa)

Das reale Vermögen der Deutschen ist in den Jahren 2003 bis 2013 zurückgegangen. Berücksichtigt man die Inflation, haben die privaten Haushalte fast 15 Prozent verloren. Das geht aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor.

Im Durchschnitt haben die Haushalte damit gut 20.000 Euro weniger als vor zehn Jahren. Die Forscher machen dafür vor allem zwei Gründe verantwortlich: die "schwache Wertentwicklung selbstgenutzter Immobilien" und das "Anlageverhalten der Deutschen".

So sei der Wert von Immobilien in den vergangenen Jahren nur in bestimmten Großstadtregionen wie München, Berlin oder Köln gestiegen. Im Rest der Republik hätten viele Eigenheime real an Wert verloren.

Falsche Anlagestrategie

Viele Sparer investierten ihr Vermögen zudem bevorzugt in risikoarme, dafür aber renditeschwache Anlagen wie Sparbücher, Girokonten oder Bausparverträge. Diese würden "oftmals nicht einmal die Inflation ausgleichen", erklärte Markus Grabka, einer der Studienautoren.

Wird die Preissteigerung nicht mitberücksichtigt, stieg das Vermögen der Haushalte in der Zeitspanne durchschnittlich nur geringfügig - um 0,4 Prozent oder 500 Euro. Die Sparquote der privaten Haushalte lag in den vergangenen zwei Jahrzehnten den Experten zufolge fast durchgehend bei über neun Prozent.

Schenkungen oder Erbschaften sind wesentlicher Faktor

Besonders stark gestiegen seien die Vermögen bei Menschen, die Schenkungen oder Erbschaften erhielten. Haushalte, die zwischen 2002 und 2007 Schenkungen erhielten, bekamen dadurch im Schnitt 35.000 Euro, bei Erbschaften gab es einen durchschnittlichen Zuwachs von 18.000 Euro.

Dauerhaft zur Miete lebende Personen hatten dagegen sehr geringe Vermögenszuwächse und zudem im Schnitt mit weniger als 3000 Euro die geringsten Nettovermögen. Das sei "insofern problematisch, als dass schon kurzfristige Engpässe beim laufenden Einkommen das Vermögen aufzehren können", erklärte Christian Westermeier, ebenfalls Autor der Studie.

Pflegebedürftigkeit führt oft zu "erheblichen Belastungen"

Zu den Faktoren der Vermögensbildung gehören auch der Familienstand und die Gesundheit: Während eine Heirat das Vermögen steigert, reduzieren Trennungen und Scheidungen die finanziellen Mittel. Insbesondere Pflegebedürftigkeit sei mit "erheblichen finanziellen Belastungen" verbunden, da die gesetzliche Pflegeversicherung die Kosten nur zum Teil abdecke.

Für ihre Studie im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung griffen die Autoren auf Daten des Statistischen Bundesamtes und auf Daten des DIW-eigenen Sozio-oekonomischen Panels zurück.

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