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Unter 9400 Punkte: Dax bricht vorübergehend um über sechs Prozent ein


Dax-Talfahrt vorerst gestoppt  

"Das Kopfkino macht die Anleger verrückt"

24.08.2015, 22:06 Uhr | dpa-AFX, rtr, t-online.de

Unter 9400 Punkte: Dax bricht vorübergehend um über sechs Prozent ein. Turbulente Zeiten an der Börse. (Quelle: Reuters)

Turbulente Zeiten an der Börse. (Quelle: Reuters)

Eine weltweit dramatisch eingetrübte Börsenstimmung hat am Montag einen Crash am deutschen Aktienmarkt ausgelöst. Der Leitindex Dax wurde erneut von Wirtschaftssorgen rund um China tief in den Abwärtsstrudel gerissen. Er schloss nicht nur erstmals seit Januar wieder unter der Marke von 10.000 Punkten, sondern war nach einem tiefroten Handelsstart an der Wall Street sogar kurzzeitig deutlich unter 9400 Punkte gefallen und hatte knapp acht Prozent eingebüßt.

Mit einem Abschlag von 4,7 Prozent auf 9648 Punkten ging das Börsenbarometer dann aus dem Tag, nachdem es in der Vorwoche bereits um rund acht Prozent gefallen war. Die bisherigen Jahresgewinne sind damit ausradiert und zu Buche steht ein Minus von rund eineinhalb Prozent. Die Zeiten, als der Dax noch von Rekord zu Rekord eilte und im April auf einen Höchststand bei 12.390 Punkte geklettert war, scheinen vorerst vorbei zu sein.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax gab um 3,7 Prozent auf 18.618 Punkte nach. Der TecDax sank um 3,1 Prozent auf 1574 Punkte. In diesen drei Indizes der Dax-Familie mit insgesamt 110 Aktien gab es nur zwei Werte mit Kursgewinnen.

Auch der Dow Jones in New York hatte zum Handelsstart über 1000 Punkte verloren, verringerte seinen Verlust dann aber zwischenzeitlich von sechs auf unter ein Prozent. Zum Handelsende weiteten sich die Verluste aber wieder auf 3,6 Prozent aus und der Index schloss bei 15.873 Punkten.

Neben den Sorgen um China verunsichere die Diskussion um den Beginn der Zinswende in den USA die Anleger, sagte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank. "Fed-Chefin Janet Yellen muss sich endlich klar äußern, ob und wann sie die Zinsen erhöhen will. Das Kopfkino macht die Anleger verrückt."

Euro geklettert

Am Devisenmarkt sorgten die Spekulationen auf eine Verschiebung der Zinserhöhung für einen Anstieg des Euro. Er kletterte zeitweise auf über 1,17 Dollar, kostete zuletzt aber nur noch 1,1586 Euro. Ein starker Euro belastet deutsche Unternehmen, die ihre Waren außerhalb der Eurozone exportieren. Zudem macht er deutsche Aktien für US-Investoren weniger interessant.

Öl fällt schneller

Die Ölpreise haben ihre Talfahrt wegen der Konjunktursorgen um China am Montag mit erhöhtem Tempo fortgesetzt. Die beiden weltweit wichtigsten Ölpreise fielen auf den tiefsten Stand seit sechseinhalb Jahren. Am Nachmittag rutschte der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Oktober auf 42,51 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit März 2009. Zuletzt wurde Brent-Öl bei 43,31 Dollar gehandelt und damit 2,18 Dollar niedriger als am Freitag.

Der Preis für US-Öl fiel weiter unter die Marke von 40 Dollar und erreichte bei 37,75 Dollar den tiefsten Stand seit Februar 2009. Hier wurde ein Fass der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zuletzt bei 38,22 Dollar gehandelt und damit 2,23 Dollar weniger als am Freitag.

Sorgen um chinesische Wirtschaft

Grund des jüngsten Kurseinbruchs sind die zunehmenden Sorgen um eine harte Landung der chinesischen Wirtschaft. In Shanghai schloss der Leitindex Shanghai Composite 8,5 Prozent im Minus - damit gingen sämtliche in diesem Jahr erzielten Gewinne verloren. Am zweitwichtigsten chinesische Börsenplatz Shenzhen verlor der Leitindex 7,7 Prozent. Auch andere wichtige Börsen in Asiens schlossen im Minus: In Tokio waren es 4,6 Prozent, in Sydney 4,1 Prozent und in Seoul 2,5 Prozent.

Auch ein Medienbericht über die Vorbereitung konjunktureller Stützungsmaßnahmen durch die chinesische Zentralbank konnte die jüngste Talfahrt nicht stoppen. Laut einem Bericht des "Wall Street Journals" bereitet die chinesische Zentralbank Maßnahmen zur Unterstützung der Konjunktur vor. So erwäge die Bank, den Mindestreservesatz für heimische Banken zu senken. Je weniger Geld die Institute beiseite legen müssen, desto mehr können sie theoretisch an Unternehmen und Haushalte verleihen.

Experten uneinig über weitere Entwicklung

Obwohl die Kursturbulenzen an den europäischen Börsen weitergehen, erscheint das Ausmaß des Ausverkaufs angesichts des globalen Konjunkturumfeldes übertrieben, sagte Marktanalyst Angus Nicholson vom Wertpapierhändler IG. Ein Grund für die massiven Abschläge könnten ihm zufolge auch die im August üblicherweise geringen Handelsvolumina sein, die derartige Kursbewegungen verstärkten.

Auch die Analysten der Commerzbank sehen einen Silberstreif am Horizont: "Für das vierte Quartal erwarten wir jedoch eine deutliche Dax-Erholung." Dann rechnen sie mit einer Stabilisierung der chinesischen Wirtschaft wegen der wieder expansiveren Geldpolitik des Landes.

Andere Experten befürchten hingegen, dass es nach dem Abrutschen des Dax unter die 10.000-Punkte-Marke bei dem Leitindex vorerst ungebremst weiter nach unten gehen könnte.

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