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China präsentiert Sündenbock für Turbulenzen an der Börse


Journalist gesteht angeblich Schuld an Crash  

China präsentiert Sündenbock für Börsen-Turbulenzen

31.08.2015, 19:02 Uhr | AFP

China präsentiert Sündenbock für Turbulenzen an der Börse. China macht den Journalisten Wang Xiaolu für den Börsen-Crash verantwortlich. (Quelle: CCTV)

China macht den Journalisten Wang Xiaolu für den Börsen-Crash verantwortlich. (Quelle: CCTV)

China will die Schuldigen für die jüngsten Turbulenzen an der Börse ausfindig gemacht haben: Die Verbreitung von Gerüchten und falschen Informationen mehrerer Personen soll zu dem Crash geführt haben. Ein Finanzjournalist hat nach Angaben der chinesischen Staatsmedien bereits "gestanden".

Wang Xiaolu von der Zeitschrift "Caijing" habe zugegeben, dass die von ihm verbreiteten "falschen Informationen" zu "Panik und Unruhe" an den Aktienmärkten geführt und das Vertrauen der Anleger "ernsthaft untergraben" hätten, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua.

Damit habe Wang dem Staat und den Investoren große Verluste verursacht, berichtete Xinhua weiter. Der staatliche Fernsehsender CCTV zeigte Wang, der sich vor laufender Kamera entschuldigte: "Ich hätte keinen Bericht veröffentlichen dürfen, der den Markt zu so einer heiklen Zeit stark und negativ beeinflusst", erklärte er und fügt hinzu, dass er dem Land und Börseninvestoren große Verluste beigefügt habe. Dies tue im "zutiefst leid".

Nach dem Crash festgenommen

Der Journalist war nach dem jüngsten Börsencrash wegen Verbreitens falscher Informationen festgenommen worden. Er hatte im Juli in einem Artikel geschrieben, dass die Finanzaufsichtsbehörde CSRC die Möglichkeit eines Ausstiegs von Staatsfonds aus dem Finanzmarkt prüfe.

Die Behörde dementierte den Bericht umgehend und bezeichnete ihn als "unverantwortlich". Das anerkannte Wirtschaftsmagazin "Caijing" verteidigte daraufhin auf seiner Website das Recht der Journalisten, ihre Aufgaben rechtskonform wahrzunehmen.

Weitere Festnahmen

Xinhua zufolge wurden neben Wang auch ein Beamter der Finanzaufsichtsbehörde sowie vier Manager des größten Wertpapierhändlers des Landes festgenommen. Dem Behördenmitarbeiter werden Insidergeschäfte, Korruption und die Fälschung offizieller Stempel vorgeworfen.

Chinas Staatsmedien berichten bei Ereignissen von öffentlichem Interesse regelmäßig über angebliche Geständnisse von Verdächtigen. Menschenrechtler kritisieren dies als Verletzung der Strafprozessordnung.

Zudem hätten 197 Verdächtige Strafen erhalten, weil sie Gerüchte über die chinesische Börse sowie über die verheerende Explosionskatastrophe in Tianjin verbreitet haben sollen, teilte das Ministerium für Staatssicherheit mit. In diesem Zusammenhang seien 165 Profile bei sozialen Netzwerken im Internet gesperrt worden. Zur Art der Strafen machte das Ministerium keine Angaben.

Wachstum stockt

Chinas Wirtschaft wächst derzeit so langsam wie seit 1990 nicht mehr. In den ersten zwei Quartalen legte sie um sieben Prozent zu.

Seit Mitte Juni fallen die chinesischen Börsen trotz einer Reihe von staatlichen Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft. Die überraschende Abwertung des Yuan am 11. August befeuerte die Sorge, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt schwächer ist als gedacht.

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