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BASF und Gazprom schließen Milliarden-Deal ab


Wintershall wird russisch  

BASF und Gazprom besiegeln nun doch Milliarden-Deal

06.09.2015, 13:35 Uhr | rtr

BASF und Gazprom schließen Milliarden-Deal ab. BASF-Tochter Wintershall wird von Gazprom übernommen. Im Gegenzug gibt's Anteile an den Urengoi-Erdgasfeldern in Westsibirien. (Quelle: Wintershall)

BASF-Tochter Wintershall wird von Gazprom übernommen. Im Gegenzug gibt's Anteile an den Urengoi-Erdgasfeldern in Westsibirien. (Quelle: Wintershall)

Das Milliarden-Geschäft zwischen dem deutschen Chemiekonzern BASF und dem russischen Gas-Riesen Gazprom wird nun doch umgesetzt. Die beiden Unternehmen brachten den Ende 2014 geplatzten, politisch brisanten Deal jetzt in trockene Tücher. An der Börse geriet die BASF-Aktie   am Freitag unter Druck.

Die Kasseler BASF-Tochter Wintershall wird das hiesige Gashandels- und Gasspeichergeschäft wie ursprünglich geplant vollständig an Gazprom abgeben, wie der Ludwigshafener Chemiekonzern überraschend mitteilte. Dafür soll BASF im Gegenzug mehr Anteile an großen Erdgasfeldern in Sibirien erhalten. Der Vollzug des Tauschs wird bis Ende dieses Jahres erwartet. Die Europäische Kommission hatte dem Geschäft bereits Ende 2013 grünes Licht gegeben.

Ukraine-Krise kam dazwischen

Der Ludwigshafener Chemieriese und Gazprom hatten den Anteilstausch bereits vor Jahren vereinbart, Ende 2014 scheiterte das Geschäft jedoch vorerst. BASF machte damals das schwierige politische Umfeld angesichts der Ukraine-Krise verantwortlich. Nun erklärte BASF, die Transaktion solle - wie bereits im Dezember 2013 vereinbart - mit wirtschaftlicher Rückwirkung zum 1. April 2013 erfolgen.

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Eine Konzern-Sprecherin äußerte sich nicht dazu, warum es nun doch zu der Einigung kam. "Wir hatten nicht ausgeschlossen, den Asset-Tausch zu einem späteren Zeitpunkt zu vollziehen und haben nun gemeinsam entschieden, die Transaktion zu vollziehen", sagte sie lediglich. BASF und Gazprom würden ihre Kooperation weiter ausbauen.

Wintershall übernimmt Anteile an Erdgasfelder in Sibirien

Im Rahmen des Tausch-Geschäfts wird sich Gazprom mit 50 Prozent an der in der Erdöl- und Erdgassuche sowie -förderung tätigen Wintershall Noordzee beteiligen. Wintershall wird zudem seine Beteiligung an dem bislang gemeinsam betriebenen Erdgashandels- und Speichergeschäft vollständig an Gazprom übertragen.

Insgesamt trugen die Aktivitäten im Jahr 2014 rund 12,2 Milliarden Euro zum Umsatz und rund 260 Millionen Euro zum Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Abschreibungen (Ebitda) von BASF bei. Wintershall erhält wiederum den wirtschaftlichen Gegenwert von 25,01 Prozent an zwei Blöcken der Achimov-Formation des Urengoi-Erdgasfeldes in Westsibirien. Der Start der Produktion dort werde 2018 erwartet. Die Zusammenarbeit im Erdgas-Transportgeschäft soll fortgesetzt werden.

Kritiker hatten befürchtet, dass sich durch den Deal die Abhängigkeit Deutschlands von Russland bei der Gasversorgung noch vergrößert. Die Russen sind bereits der wichtigste Gaslieferant. Die Bundesregierung hatte jedoch weder Einwände gegen den ursprünglichen Deal, noch hatte sie sich dabei eingemischt.

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