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Bier-Fusion bahnt sich an: Anheuser Busch will SABMiller


Mega-Fusion deutet sich an  

Brauriese AB InBev will SABMiller schlucken

17.09.2015, 09:36 Uhr | dpa-AFX

Bier-Fusion bahnt sich an: Anheuser Busch will SABMiller. Verwaltung der Beck's-Brauerei in Bremen: Konzern ABInBev will offenbar SABMiller übernehmen. (Quelle: dpa)

Beck's-Brauerei in Bremen: Konzern ABInBev will offenbar SABMiller übernehmen. (Quelle: dpa)

Kommen die weltweit größten Marken-Biere bald aus einem Konzern? Seit langem tobt im globalen Biergeschäft ein Kampf um Marktanteile. Nach vielen Gerüchten streckt nun der weltgrößte Brauerei-Konzern AB InBev (unter anderem Beck's, Budweiser) offiziell seine Fühler nach dem Zweitplatzierten SABMiller (Pilsner Urquell, Foster's) aus. Damit bahnt sich ein Mega-Milliardendeal an.

Beide Firmen bestätigten ein entsprechendes Angebot. SABMiller betonte aber, noch keine weiteren Details über die Konditionen einer möglichen Offerte aus Belgien erhalten zu haben.

Beide Aktien steigen deutlich

Bis zum 14. Oktober hat AB InBev (Kürzel für Anheuser-Busch International Beverages) nun Zeit, um ein festes Angebot vorzulegen. Die SABMiller-Aktien schossen um fast ein Viertel in die Höhe. Für die Papiere von AB InBev ging es in Frankfurt um gut neun Prozent nach oben. Sie wurden teilweise vom Handel ausgesetzt. Es bestehe noch keine Gewissheit, dass eine Einigung zustande komme, erklärte AB InBev.

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Für den Biermarkt hätte sie enorme Folgen: Gemeinsam kamen die beiden weltgrößten Brauer vor Bekanntwerden der Übernahmepläne auf einen Börsenwert von rund 250 Milliarden US-Dollar (221 Milliarden Euro). Nach den aktuellen Kurssprüngen wäre es noch mehr. Für SABMiller waren es zuletzt allein rund 80 Milliarden Euro.

Größter Inbev-Aktionär zierte sich bislang

AB InBev ist in Deutschland vor allem mit der Marke Beck's vertreten und war seinerzeit aus der Fusion des US-Anbieters Anheuser Busch ("Budweiser") mit den Belgiern von Inbev hervorgegangen.

Spekulationen um ein Zusammengehen der beiden Platzhirsche gibt es schon länger. Der größte Aktionär von AB InBev, die brasilianische Finanzgruppe 3G, zierte sich aber bisher, wirklich aktiv zu werden. Wie die "Financial Times" unter Berufung auf Insider berichtet, sind die Brasilianer nun bereit für Gespräche.

Konkurrenz durch unabhängige Hausbrauereien

Allerdings hätten die beiden Konzerne für einen Deal einige Hürden zu überwinden: Unter anderem in den USA müsste AB InBev vermutlich Unternehmensteile abgeben, um das Geschäft den Wettbewerbshütern schmackhaft zu machen.

Gehandelt wurden am Markt in der jüngeren Vergangenheit auch immer wieder andere Kombinationen. 2014 war SABMiller mit dem Versuch gescheitert, die weltweite Nummer drei Heineken zu übernehmen. Die Nachkommen des Brauerei-Gründers Gerard Adriaan Heineken wollten "das Erbe und die Identität von Heineken als unabhängiges Unternehmen bewahren", wie es damals hieß.

Warum aber gerät das Übernahme-Karussell nun wieder derart in Schwung? Es gibt mehrere Gründe. Zum einen sind die weltweiten Branchenriesen regional höchst unterschiedlich aufgestellt. Zum anderen herrscht vor allem in Westeuropa ein harter Preiskampf. Und in den USA bedrängen Craft-Brauereien - unabhängige Hausbrauereien - die etablierten Konzerne. Ihr Marktanteil in dem Milliardengeschäft liegt laut Branchenstudien bereits bei knapp unter zehn Prozent - Tendenz steil ansteigend. Das wiederum drückt auf die Gewinne der Großen.

Großer Druck zur Konsolidierung

Auch in Deutschland toben Verteilungskämpfe. Der Bierausstoß ist seit Jahren rückläufig, Wachstum über Preiswettbewerb geht zulasten der Renditen. Größere Auswirkungen für den deutschen Biertrinker und die Vielfalt des Angebots hierzulande hätte der belgisch-britische Deal aber wohl nicht, schätzt Niklas Other, Herausgeber des Fachmagazins "Inside Getränke": "Beide Konzerne treten hier eher getrennt auf. Das hätte also eher keine direkte Bedeutung für Deutschland."

Weltweit steigt der Bierausstoß in Schwellenländern wie China oder Brasilien und auch in einigen Entwicklungsländern. Das meiste Bier wird längst im Reich der Mitte getrunken. Die Weltproduktion stieg allerdings 2013 nur um 0,6 Prozent - ein Rückgang gegenüber den Raten der letzten Jahre, wie aus Analysen der Barth-Haas-Gruppe hervorgeht.

China holt auch beim Bier auf

Der globale Biermarkt wird von einer Fünfergruppe dominiert. Neben AB InBev und SABMiller sind dies Heineken, Carlsberg aus Dänemark und die chinesische CRB-Gruppe. Über die Hälfte allen Bieres wird von ihnen gebraut. Sie sind jedoch unterschiedlich aufgestellt. AB InBev - vor allem in Nord- und Südamerika stark - würde mit der Übernahme von SABMiller seine Position in Europa ausbauen.

SABMiller war 2002 aus der Fusion der südafrikanischen South African Breweries sowie der Miller Brewing Company entstanden, Sitz ist London. Der Konzern ist ansonsten derjenige mit dem stärksten Geschäft in Schwellenländern. Damit konnte er in den vergangenen Jahren immer wieder den harten Konkurrenzkampf in den USA und die schwache Entwicklung in Europa ausgleichen. Bekannte Marken sind etwa Pilsner Urquell, Grolsch, Tyskie, Miller und Foster's.

Deutsche Brauereien vergleichsweise klein

Und die deutschen Brauereien? Sie spielen international keine große Rolle. Unter den größten Bierkonzernen der Welt tauchte Ende 2014 gemessen am Ausstoß der erste deutsche Vertreter auf Rang 21 auf: die Radeberger-Gruppe. Auf Platz 25 folgte Oettinger, an 32. Stelle die Bitburger-Gruppe.

AB InBev erzielte dank der Premiummarken Beck's, Stella Artois, Corona und Budweiser und den deutschen Brauereien Diebels, Hasseröder, Franziskaner und Co. (siehe InBev-Marken) 2013 einen Bierausstoß von knapp 400 Millionen Hektolitern. Der gesamte deutsche Markt kam auf 94 Millionen.

Bei unseren Kollegen von Wanted.de lesen Sie interessante Hintergründe zu Bier.

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