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US-Notenbank Fed belässt Leitzins auf Rekordtief


Noch keine Zinswende  

US-Notenbank Fed erhöht den Leitzins nicht

18.09.2015, 07:31 Uhr | dpa, rtr, t-online.de

US-Notenbank Fed belässt Leitzins auf Rekordtief. Fed-Chefin Janet Yellen verkündete am Abend die Entscheidung der Zentralbank. (Quelle: AP/dpa)

Fed-Chefin Janet Yellen verkündete am Abend die Entscheidung der Zentralbank. (Quelle: AP/dpa)

Doch noch kein Ende der Nullzinsen: In den USA belässt die Notenbank Fed den Leitzins unverändert auf dem Rekordtief zwischen null und 0,25 Prozent. Die seit der Finanzkrise 2008 andauernde Billiggeld-Ära geht damit weiter - zumindest vorerst.

"Die Zinsanhebung erfordert weitere Verbesserungen am Arbeitsmarkt und eine Annäherung der Inflation an den Zielwert von 2,0 Prozent", sagte Fed-Chefin Janet Yellen im Anschluss an den Zinsentscheid vor der Presse.

Risiken noch zu hoch

Die US-Wirtschaft wachse zwar moderat und die Lage am Arbeitsmarkt habe sich zuletzt weiter verbessert, heißt es im Fed-Statement. Doch die Währungshüter hoben auch die Unsicherheit an den internationalen Finanzmärkten hervor. "Globale wirtschaftliche und finanzielle Entwicklungen könnten die Konjunktur bremsen." Diese Risiken würden beobachtet, betonte Yellen.

Vor dem Hintergrund der jüngsten, vor allem von China ausgehenden Turbulenzen an den Finanzmärkten, hatte unter anderem der Internationale Währungsfonds (IWF) die Fed aufgefordert, vorerst von einem Zinsschritt abzusehen. Die Verknappung des billigen Geldes würde Anleger noch nervöser machen, so die Befürchtung. Letztmalig hatte die Fed ihren Leitzins im Juni 2006 angehoben, also vor gut neun Jahren.

Anhebung womöglich noch dieses Jahr

Die Finanzmärkte warten nun gespannt auf neue Hinweise, wann die Zinswende zu erwarten ist. Yellen nannte zwar keinen konkreten Zeitpunkt, machte aber klar, dass die meisten Fed-Mitglieder noch in diesem Jahr damit rechnen. Auch die nächste Fed-Sitzung im Oktober sei für eine entsprechende Entscheidung nicht auszuschließen.

Die US-Geldpolitik ist für die gesamte Weltwirtschaft von hoher Bedeutung. Sind die Zinsen in den USA höher als im Ausland, so zieht das internationales Finanzkapital an und lässt damit den Kurs des US-Dollar steigen. Davor zittern vor allem Schwellenländer, in die in den Jahren der Nullzinsen viel Anlegergeld geflossen war. Zudem haben sich viele Unternehmen in aufstrebenden Volkswirtschaften stark in Dollar verschuldet. Sie würden deshalb unter einer weiteren Aufwertung der US-Währung leiden.

Der Euro zieht an

Der Euro profitierte von der verschobenen Zinswende in den USA. Die Gemeinschaftswährung zog nach der Entscheidung an und übersprang die Marke von 1,14 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1312 (Mittwoch: 1,1228) Dollar festgelegt.

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