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VW-Skandal: Amerika-Chef von Volkswagen entschuldigt sich


Strafrechtliche Ermittlungen gegen VW  

"Auf gut Deutsch: Wir haben Mist gebaut."

22.09.2015, 13:18 Uhr | dpa, AFP, rtr, t-online.de

VW-Skandal: Amerika-Chef von Volkswagen entschuldigt sich. Der Amerika-Chef von VW, Michael Horn, hat sich für das Fehlverhalten seines Konzerns entschuldigt. (Quelle: Reuters)

Der Amerika-Chef von VW, Michael Horn, hat sich für das Fehlverhalten seines Konzerns entschuldigt. (Quelle: Reuters)

Der Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen weitet sich aus. Berichten diverser Medien zufolge haben die US-Behörden strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet. Während Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt angekündigt hat, auch in Deutschland alle VW-Dieselfahrzeuge erneut zu überprüfen, hat sich der Amerika-Chef von VW, Michael Horn, offen entschuldigt.

"Wir waren unehrlich", sagte Horn bei der Präsentation eines neuen Passat-Modells in New York. "Wir waren unehrlich zur Umweltbehörde EPA, wir waren unehrlich zu den Behörden in Kalifornien und, am schlimmsten von allem, wir waren unehrlich zu unseren Kunden. Um es auf gut Deutsch zu sagen: Wir haben Mist gebaut."

Krisentreffen angekündigt

Die US-Umweltbehörde wirft VW die Manipulation von Schadstoffmessungen bei Dieselfahrzeugen vor, es drohen milliardenschwere Strafzahlungen. Deshalb laufen jetzt Ermittlungen in Washington, ob VW mit krimineller Energie manipuliert hat. Die Wolfsburger haben das Fehlverhalten bereits eingeräumt und versprachen, mit der Behörde zu kooperieren. Der Konzern erließ zudem einen Verkaufsstopp für die betreffenden Modelle in den USA.

Am Mittwoch will sich der innerste Zirkel des Aufsichtsrats bei einem Krisentreffen mit dem Thema beschäftigten, verlautete aus VW-Kreisen. "Wir müssen unsere Autos in Ordnung bringen. Und wir müssen unser Verhältnis zu unseren Händlern und Kunden in Ordnung bringen", sagte Horn.

Winterkorn sagt Dobrindt Unterstützung zu

Derweil hat VW-Chef Martin Winterkorn Dobrindt angerufen. Sein Gespräch mit Winterkorn sei "sehr konstruktiv" verlaufen, sagte Dobrindt der "Bild"-Zeitung. "VW hat seine absolute Unterstützung zugesagt, für alle von uns jetzt angeordneten Tests der Autos."

Volkswagen habe bekräftigt, dass es in Deutschland keine Manipulationen an Diesel-Fahrzeugen der Marke gebe, sagte der Minister. "VW hat mir versichert, dass alle aktuellen Neufahrzeuge frei von unzulässiger Beeinflussung durch Software oder anderen Veränderungen sind, und die Autos den Zulassungsbedingungen entsprechen." Das Kraftfahrtbundesamt soll auf Anweisung des Ministers die deutsche Diesel-Flotte von VW überprüfen.

Manipulationen auch in Deutschland?

Dabei ist das Thema nicht neu. dem Automobilclub ADAC fallen nach eigenen Angaben schon seit Jahren Abweichungen bei Abgastests auch in Deutschland auf. Seit 2003 überprüfe man jährlich 150 Autos auf das Kohlenstoffdioxid sowie die Schadstoffe, die sie abgeben. "Das sagen wir seit Jahren, dass die Herstellerwerte nicht stimmen", sagte ein Sprecher. Es liege daran, dass der ADAC bei den Abgas- und Verbrauchsmessungen strengere Maßstäbe anlege. "Da wird nicht betrogen aus unserer Sicht. Der legale Rahmen in Deutschland ist einfach zu lasch."

Bei Dieselfahrzeugen kämen immer wieder Abweichungen von den aktuellen Euro-Grenzwerten vor. Der ADAC fordert eine neue gesetzliche Regelung zur Abgasmessung. Der Auto Club Europa sieht das ähnlich. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Hersteller auch hierzulande spezielle Software nur für die Abgastests einsetzen, um die Klimabilanz zu beschönigen", sagte ACE-Sprecher Klaus-Michael Schaal. Das habe mit den tatsächlichen Abgaswerten des Autos im Alltagsverkehr aber rein gar nichts mehr zu tun. "Das ist systematische Verbrauchertäuschung, die weit verbreitet ist und schon lange praktiziert wird." Der ACE bezieht sich mit seinen Vorwürfen auf eigene Studien.

Massive Jobverluste befürchtet

Zudem warnt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) vor gravierenden Folgen für die deutsche Wirtschaft und vor Arbeitsplatzverlusten. "Der Imageschaden wird VW nicht nur in den USA, sondern auch global teuer zu stehen kommen", sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher der "Bild"-Zeitung. "Damit werden auch Jobs bei VW und vielen Zulieferern in Deutschland gefährdet sein."

Die möglichen Strafzahlungen für VW seien "noch das geringste der Probleme". Fratzscher zufolge könnten auch andere deutsche Exporteure Schaden nehmen. "Denn VW war bisher ein Aushängeschild für Produkte 'Made in Germany'." Der Ökonom forderte, es müsse nun dringend um Schadensbegrenzung für VW und für die deutsche Exportwirtschaft gehen.

Untersuchungen auch in Südkorea

Auch in Südkorea kündigte das Umweltministerium an, den Schadstoffausstoß von Diesel-Fahrzeugen der Marken VW und Audi zu untersuchen. Betroffen seien 4000 bis 5000 Autos der VW-Modelle Jetta und Golf sowie des Audi A3, die 2014 und 2015 produziert worden seien.

Die Vorwürfe gegen Volkswagen und die Tochter Audi waren am Freitag öffentlich geworden. Nach Angaben der US-Umweltbehörde EPA entwickelte Volkswagen eine Software, mit der Vorgaben zur Luftreinhaltung zwar bei Tests, nicht aber beim normalen Betrieb der Autos erfüllt wurden. Die Dieselfahrzeuge stießen folglich im regulären Straßenverkehr mehr Stickoxide aus als erlaubt. Stickoxide werden als gesundheitsschädlich eingestuft und können zu Atemwegserkrankungen führen.

Betroffen von den Manipulationsvorwürfen sind fast eine halbe Million Fahrzeuge. Dem Wolfsburger Konzern droht in den USA nun eine Milliardenstrafe.

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