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Wirtschaft: Ausbau des nicht fertigen Berliner Hauptstadtflughafens beschlossen


Aufsichtsrat BER  

Ausbau des nicht fertigen Berliner Hauptstadtflughafens beschlossen

25.09.2015, 18:20 Uhr | dpa-AFX

Am neuen Hauptstadtflughafen in Schönefeld beginnt schon vor der Inbetriebnahme der Ausbau. Der Aufsichtsrat leitete am Freitag mehrere Bauvorhaben ein, die parallel zur Fertigstellung des eigentlichen Flughafens laufen sollen, um das Passagierwachstum bewältigen zu können. "Wir stellen uns darauf ein, dass wir im Jahr 2023 rund 40 Millionen Passagiere abzufertigen haben", sagte der Vorsitzende, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD).

Er machte zugleich deutlich, dass der Zeitplan für den drittgrößten deutschen Flughafen nach vier geplatzten Eröffnungsterminen wieder unter Druck geraten ist. Geplant ist der Start derzeit für den Herbst 2017 zum Winterflugplan.

Für 17 Millionen Euro wird nun das alte Schönefelder Terminal erweitert und renoviert. Es bietet dann zusätzlichen Platz für die Fluggesellschaft Ryanair, die ihr Berlin-Angebot von diesem Herbst an deutlich aufstockt. Zudem soll der frühere DDR-Zentralflughafen bis 2022 parallel zum benachbarten BER in Betrieb bleiben. Zehn Millionen Passagiere sollen dort pro Jahr einchecken.

48 Millionen Euro fließen in ein provisorisches Terminal auf dem Schönefelder Areal, das ab Frühjahr 2018 als Regierungsflughafen dienen soll. Das eigentlich geplante Regierungsterminal soll nebenan entstehen und frühestens 2022 betriebsbereit sein - bis dahin sollen noch Linienmaschinen über die zugehörige Vorfeldfläche rollen.

Geplant wird außerdem ein eigenständiges Billigflieger-Terminal für sechs bis acht Millionen Passagiere direkt am neuen Hauptstadtflughafen. Es könnte nach Aufsichtsratsangaben etwa 200 Millionen Euro kosten, bisher sind aber nur die Planungsmittel freigegeben. Es soll 2019 fertig sein.

Die Flughafengesellschaft verabschiedet sich damit von ihrem ursprünglichen Konzept, in Schönefeld alle Abläufe unter einem Dach zu vereinen. "Die Ausbaumaßnahmen sollen auf keinen Fall den jetzigen BER beeinflussen", betonte Flughafenchef Karsten Mühlenfeld. Die Berliner Industrie- und Handelskammer lobte die Beschlüsse und sprach von einem guten Tag für den Luftverkehrsstandort.

"Das Gebäude BER wird zu seinem Startpunkt 22 Millionen Passagiere aufnehmen können", begründete Mühlenfeld die zusätzlichen Baustellen. "Das entspricht dem heutigen Ausbaustand von Tegel." Ist der Betrieb planmäßig angelaufen, können im BER 27 Millionen Passagiere im Jahr abgefertigt werden.

Die Pleite des Gebäudetechnik-Ausrüsters und der Baustopp in der Haupthalle des Terminals wegen möglicher Statikprobleme hat das Projekt jedoch zurückgeworfen. "Es gehört zur Wahrheit dazu, dass es knapp wird mit den Zeiten", sagte Müller. Noch seien die Puffer aber nicht aufgebraucht. Mühlenfeld soll bis Dezember "Maßnahmen zur Beschleunigung der Bautätigkeit" erarbeiten, etwa mehr Personal oder Wochenendarbeit.

Der Baustopp gilt seit Montag, weil unter der Decke auf Arbeitsbühnen schwerere Ventilatoren eingebaut wurden als geplant. Sie wiegen bis zu vier Tonnen. Mühlenfeld kündigte an, die Bühnen würden nun verstärkt, um eine Freigabe durch das Bauordnungsamt zu bekommen. Der Berliner Flughafenkoordinator Engelbert Lütke Daldrup hatte am Vortag erklärt, die Baustelle dürfte spätestens in vier Wochen wieder komplett freigegeben werden.

Nach einer repräsenativen Umfrage von TNS Emnid für das Nachrichtenmagazin "Focus" meinen 56 Prozent der Bundesbürger, dass der Flughafen fertig gebaut werden sollte. 21 Prozent sind für eine ersatzlosen Ausstieg aus dem Projekt, 15 Prozent für einen Neustart.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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