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Flughafen Lübeck schon wieder pleite


Regionalairport  

Flughafen Lübeck schon wieder pleite

30.09.2015, 18:59 Uhr | dpa-AFX

Den Flughafen Lübeck Blankensee kann auch die Übernahme durch den chinesischen Geschäftsmann Yongqiang Chen nicht retten. Ein Jahr nach dem Kauf ist die Betreibergesellschaft Puren Germany GmbH pleite.

Wie Flughafengeschäftsführer Peter Steppe mitteilte, ist bereits am Montag ein Insolvenzantrag gestellt worden. Es ist die zweite Pleite des Regionalflughafens in kurzer Zeit.

Ägypter kaufte Flughafen für 1 Euro

Erst im April 2014 hatte die damalige Betreiberin, die Yasmina Flughafenbetriebsgesellschaft des deutsch-ägyptischen Geschäftsmannes Mohamad Rady Amar Insolvenz angemeldet. Der war kurz zuvor untergetaucht, nachdem er den Airport Anfang 2013 zum symbolischen Preis von einem Euro von der Stadt gekauft hatte. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde jetzt erneut der Hamburger Rechtsanwalt Klaus Pannen bestellt.

China-Krise belastet Flughafen

Der Flughafen veröffentlichte eine schriftliche Erklärung. "Leider hat sich das seit einiger Zeit auf Talfahrt befindliche Wirtschaftswachstum in der Volksrepublik China nun auch auf den norddeutschen Flughafen ausgewirkt. Dabei konnten am Standort zuletzt mehrere Erfolge verbucht werden", heißt es darin. Dazu zählten die Eröffnung neuer Flugstrecken nach Riga und Skopje, die Lizenzierung eines Wartungsbetriebes für Flugzeuge und einer Flugschule.

Für 2016 hat die Fluggesellschaft Wizz Air zwei neue Strecken nach Sofia und Bukarest angekündigt. Außerdem standen nach Angaben des Flughafens Vertragsverhandlungen für eine neue Strecke nach München kurz vor dem Abschluss. "Wir streben eine übergangslose Fortführung des Geschäftsbetriebes an", sagte Steppe.

Chen hatte den Regionalflughafen am 1. August 2014 übernommen. Er wollte Lübeck-Blankensee mittelfristig zu einem kleinen Drehkreuz für Medizintouristen aus China machen und Flugschüler aus dem Reich der Mitte an die Trave holen.

"Nun ist Schluss"

"Alles Luftnummern", wetterte Antje Jansen, Fraktionsvorsitzende der Linken in der Lübecker Bürgerschaft. Sie forderte, den Flughafen sofort zu schließen.

Auch der Fraktionsvorsitzende der Grünen in der Ratsversammlung sagte: "Nun ist Schluss. Der Regionalflughafen ist nicht wirtschaftlich zu betreiben, sondern bleibt ein Millionengrab."

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