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VW: Erste Geständnisse im Diesel-Skandal


"Bild am Sonntag" berichtet  

Erste Geständnisse in VW-Affäre

05.10.2015, 13:12 Uhr | AFP

VW: Erste Geständnisse im Diesel-Skandal. Das glänzende Image des VW-Konzerns hat in den vergangenen beiden Wochen kräftig Kratzer bekommen. (Quelle: Reuters)

Das glänzende Image des VW-Konzerns hat in den vergangenen beiden Wochen kräftig Kratzer bekommen. (Quelle: Reuters)

Volkswagen steckt weiter in der Krise. Doch in der Affäre um gefälschte Abgaswerte liegen der internen Revision des Unternehmens nach einem Zeitungsbericht erste Geständnisse vor. In den Fokus rückt dabei besonders der Ex-Entwicklungschef, der vergangene Woche beurlaubt wurde.

Nach Informationen der "Bild am Sonntag" haben mehrere VW-Ingenieure bei Befragungen übereinstimmend ausgesagt, die Manipulations-Software im Jahr 2008 installiert zu haben. In dem Jahr stand laut "Bams" der Dieselmotor EA 189, der bei Volkswagen seit 2005 entwickelt worden war, kurz vor der Serienproduktion.

Damals sei keine Lösung gefunden worden, mit der sowohl Abgasnormen als auch Kostenvorgaben für den Motor eingehalten worden wären. Deshalb sei entschieden worden, die Manipulations-Software zu verwenden, gaben die VW-Ingenieure laut der Zeitung nun zu Protokoll. Anderenfalls hätte demnach das für den Konzern überaus wichtige Motorenprojekt gestoppt werden müssen.

Ex-Entwicklungschef gerät in den Fokus

Ein VW-Sprecher sagte dazu: "Wir kommentieren das nicht." Es werde "mit Hochdruck" an der Aufklärung der Geschehnisse gearbeitet. Erst wenn es "belastbare Ergebnisse" gebe, werde der Konzern an die Öffentlichkeit gehen.

Unklar ist laut "BamS" weiterhin, wer die Anweisung zur Installation der Manipulations-Software gab. In den Befragungen durch die VW-Konzernrevision hätten mehrere Ingenieure Vorwürfe gegen den damaligen Entwicklungschef Ulrich Hackenberg erhoben.

Dieser solle vom Betrug gewusst und ihn angeblich sogar in Auftrag gegeben haben. Zu seiner Rolle lägen allerdings widersprüchliche Aussagen vor, berichtete die Zeitung. Audi-Vorstand Hackenberg, der jahrelang bei VW als Entwicklungschef tätig war, war vor einer Woche beurlaubt worden.

Kein Werk von ein paar kriminellen Entwicklern

Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sind weit mehr VW-Manager in den Skandal verstrickt als von der Konzernspitze zunächst zugegeben. Der Konzern habe "systematisch Kunden und Behörden getäuscht", berichtete die Zeitung unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. Die These, alles sei nur das Werk von ein paar kriminellen Entwicklern, sei nicht haltbar.

Vor rund zwei Wochen war bekannt geworden, dass VW in den USA Abgaswerte von Diesel-Fahrzeugen mit einer Software manipuliert hatte. Das Programm kann dafür sorgen, dass im Testbetrieb deutlich weniger gesundheitsschädliche Stickoxide gemessen werden als im regulären Betrieb. Die Software ist VW zufolge weltweit in bis zu elf Millionen Fahrzeugen installiert. Allein in Deutschland sind rund 2,8 Millionen Fahrzeuge betroffen.

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