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Ifo-Chef Sinn: VW-Abgas-Skandal beeindruckt Autoindustrie nicht


Stimmung nur leicht getrübt  

Ifo-Chef: Autoindustrie lässt VW-Skandal kalt

26.10.2015, 17:14 Uhr | dpa, rtr

Ifo-Chef Sinn: VW-Abgas-Skandal beeindruckt Autoindustrie nicht. Bei der Autoindustrie ist die Stimmung gut - wie hier bei der IAA in Frankfurt. (Quelle: Reuters)

Bei der Autoindustrie ist die Stimmung gut - wie hier bei der IAA in Frankfurt. (Quelle: Reuters)

Die deutsche Wirtschaft trotzt der Schwäche wichtiger Exportländer - und auch dem VW-Skandal. Zwar fiel der Geschäftsklimaindex des Ifo-Instituts im Oktober leicht. Ökonomen hatten jedoch einen stärkeren Rückgang befürchtet. 

Der Index fiel um 0,3 auf 108,2 Punkte, teilte das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) in München zu seiner Umfrage unter 7000 Managern mit. Zuvor hatte es allerdings drei Anstiege in Folge gegeben. Ökonomen hatten mit einem stärkeren Rückgang auf 107,8 Zähler gerechnet. "Die deutsche Konjunktur zeigt sich erstaunlich widerstandsfähig gegenüber den vielfältigen Herausforderungen des Herbstes", so Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. "So ist die Automobilindustrie vom VW-Skandal unbeeindruckt."

Die Firmenchefs beurteilten zwar die allgemeine Lage schlechter, die Geschäftsaussichten dagegen optimistischer als im Vormonat. In den einzelnen Wirtschaftszweigen verlief die Entwicklung aber unterschiedlich.

Im verarbeitenden Gewerbe, das stark vom Export und damit von der Nachfrage aus den Schwellenländern abhängig ist, ging das Stimmungsbarometer zurück. Die Stimmung der binnenwirtschaftlich orientierten Dienstleister erreichte dagegen einen neuen Rekordwert. Hier dürften sich die robuste Verfassung des deutschen Arbeitsmarkts und die solide Binnennachfrage bemerkbar gemacht haben.

Das Geschäftsklima im Automobilsektor hellte sich ungeachtet der Affäre um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen sogar auf. "Die Produktion soll gesteigert werden", sagte Sinn. "Nur vom Export werden keine weiteren Impulse mehr erwartet."

"Kein Abschwung in Sicht"

Volkswirte sehen die deutsche Wirtschaft weiter im Aufwind. "Die Schwäche der Schwellenländer und die Probleme bei VW haben zuletzt die öffentliche Wahrnehmung dominiert", sagte der Chefvolkswirt der Kreditanstalt für Wiederaufbau, Jörg Zeuner. "Doch diese Negativnachrichten perlen weitgehend an den deutschen Unternehmern ab." Ähnlich kommentierte Ökonom Holger Sandte von der Nordea Bank die Entwicklung: "Das schwächere Wachstum in vielen Schwellenländern stellt das deutsche Wachstumsmodell zwar auf die Probe, aber ein Abschwung ist nicht in Sicht", so der Europa-Chefvolkswirt.

"Alles in allem zeigt sich, dass sich Deutschland weiterhin in einem moderaten Aufwärtstrend befindet - vor allem getragen durch die stabile Binnen-Nachfrage und durch die Stabilisierung der Konjunktur in den Euro-Ländern", ergänzte Volkswirtin Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim.

Neben dem VW-Skandal schürten vor allem die jüngsten Turbulenzen in China die Sorge vor einem Dämpfer für die exportabhängige deutsche Wirtschaft, zumal auch andere große Schwellenländer wie Brasilien und Russland in Schwierigkeiten stecken.

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