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GfK-Konsumklima fällt: Deutsche haben Angst vor Arbeitslosigkeit


Angst vor Arbeitslosigkeit  

Flüchtlingskrise senkt die Kauflaune der Deutschen

28.10.2015, 14:47 Uhr | dpa

GfK-Konsumklima fällt: Deutsche haben Angst vor Arbeitslosigkeit  . Kaufen oder nicht kaufen? Die Konsumlaune der Deutschen ist etwas getrübt. (Quelle: dpa)

Kaufen oder nicht kaufen? Die Konsumlaune der Deutschen ist etwas getrübt. (Quelle: dpa)

Wegen der Flüchtlingskrise sinkt die Kauflaune in Deutschland. Das berichtet das Marktforschungsinstitut GfK in einer Studie. Grund sei die Angst vor steigender Arbeitslosigkeit.

Das Konsumklima trübt sich weiter ein: Der Gesamtindikator ist zum dritten Mal in Folge auf nur noch 9,4 Zähler für November gesunken. Für den Vormonat hatten die Experten noch 9,6 Zähler verzeichnet. Der neue Wert ist der niedrigste seit neun Monaten.

Auf Nachfrage sagten 44 Prozent der befragten Bürger, dass sie teils stark steigende Arbeitslosenzahlen erwarten würden. 70 Prozent davon schoben das auf die Flüchtlingskrise. "Da zeigt sich jetzt par excellence, dass die Konjunkturerwartung sehr stark vom Meinungsbild in den Medien abhängig ist", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Die Flüchtlinge spielten dort und somit auch in den Köpfen der Verbraucher die beherrschende Rolle, urteilte er.

Lediglich 15 Prozent begründeten ihre pessimistischeren Beschäftigungsaussichten mit dem anstehenden Winter, der sich auf viele Außenberufe negativ auswirkt.

VW-Skandal spielt kaum eine Rolle

Im VW-Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen sehen die Verbraucher dagegen kaum ein Risiko für den Arbeitsmarkt. "Ich vermute, dass die anderen Gründe, die wir abgefragt haben, die VW-Krise überlagern", sagte Bürkl.

Die Verbraucherstimmung erlitt damit ebenso einen Dämpfer wie die Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Der am Montag veröffentlichte ifo-Geschäftsklimaindex hatte im Oktober leicht nachgegeben. "Was die Entwicklung betrifft, scheint sich hier eine Trendwende abzuzeichnen", sagte Bürkl. Allerdings sei das Niveau nach wie vor zufriedenstellend.

Flauten in Schwellenländern

Offen ist die Frage, ob sich die Verunsicherung unter den Verbrauchern in Zukunft weiter verstärkt. Es sei aber durchaus möglich, dass sich der Trend fortsetze und sich das Konsumklima weiter eintrübe: Die Uneinigkeit der europäischen Staaten in der Flüchtlingsfrage und die spärliche Solidarität untereinander wirkten sich besonders negativ auf die Stimmung aus.

"Die Verbraucher gewinnen den Eindruck, dass es an Deutschland allein hänge, mit dem Flüchtlingszustrom fertig zu werden" sagte Bürkl. Auch Meldungen über Flauten in wichtigen Schwellenländern wie China, Russland und Brasilien machen sich bemerkbar. Auf das anstehende Weihnachtsgeschäft werde sich die getrübte Stimmung aber "nicht übermäßig negativ auswirken", prognostizierte Bürkl.

Konjunkturerwartung rutscht ins Minus

Die Werte für Konjunkturerwartung und Kauflust müssen laut GfK Einbußen hinnehmen. Die Einkommenserwartung bleibt dagegen stabil. "Hier können die Verbraucher eher auf eigene Erfahrungen zurückblicken und da sind die Rahmenbedingungen für sie weiter sehr günstig: Die Inflation ist mehr oder weniger verschwunden, dadurch haben die Verbraucher spürbar mehr in den Taschen", sagte Bürkl.

Dagegen rutscht die Konjunkturerwartung zum ersten Mal seit Mai 2013 ins Minus. Der Indikator verlor 9,3 Punkte und sank auf -2,9 Zähler. Die Nulllinie markiert den langjährigen Durchschnittswert.

Verstärke sich die Furcht vor einem Jobverlust, lasse das die Planungssicherheit bei Verbrauchern schwinden. Dadurch werde auch weniger gekauft, erklärte der Experte. Derzeit sei die Konsumfreude aber "noch zu einem beträchtlichen Teil vorhanden".

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