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Deutsche Bank streicht Tausende Stellen


Nach Milliarden-Verlust  

Deutsche Bank will Tausende Stellen streichen

29.10.2015, 16:13 Uhr | AFP , rtr , dpa

Deutsche Bank streicht Tausende Stellen. Dunkle Wolken über der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. (Quelle: Reuters)

Dunkle Wolken über der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. (Quelle: Reuters)

Die Deutsche Bank muss einen Rekordverlust verbuchen und streicht Tausende Stellen. Das gab das größte deutsche Kreditinstitut auf einer Pressekonferenz bekannt.

Die Deutsche Bank streicht demnach netto rund 9000 Arbeitsplätze, davon etwa 4000 in Deutschland. Bis Ende 2017 sollen auch etwa 200 der 700 eigenen Filialen geschlossen werden. Dies werde vor allem Ballungsräume treffen, aus der Fläche wolle sich die Bank nicht zurückziehen, betonte Privatkunden-Chef Christian Sewing. Außerdem fallen 6000 Stellen bei externen Dienstleistern weg. 

Darüber hinaus will sich der Dax-Konzern von Beteiligungen trennen, die seinen Mitarbeiterstamm in den nächsten zwei Jahren von zuletzt etwa 103.000 um weitere 20.000 Vollzeitkräfte verringern. Dabei geht es vor allem um die bereits beschlossene Trennung von der Postbank

Sparkurs soll 3,8 Milliarden Euro bringen

Schrumpfen wird die Bank auch ihre internationale Präsenz: Die Deutsche Bank zieht sich aus zehn Ländern vollständig zurück, darunter Argentinien, Chile, Mexiko und Dänemark. Der Sparkurs soll die Kosten um brutto rund 3,8 Milliarden Euro drücken. Die Kosten für den Umbau inklusive Abfindungen bezifferte das Geldhaus auf rund 3,0 Milliarden bis 3,5 Milliarden Euro.

Zuvor hatte das Bankhaus einen Quartalsverlust von 6,01 Milliarden Euro bekannt gegeben. Grund dafür waren unter anderem Abschreibungen und Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten. Im Vorjahresquartal hatte die Bank ein Minus von 94 Millionen Euro verbucht. 

Zwei Jahre keine Dividende

Die Deutsche Bank hatte mit einem Verlust nach Steuern von bis zu 6,2 Milliarden Euro gerechnet. Die Deutsche-Bank-Aktie zeigt sich aktuell an der Börse abgeschwächt.

Die in der Sanierung steckende Deutsche Bank verlangt von ihren Aktionären Geduld. Der neue Chef John Cryan streicht die Dividende für dieses und das nächste Jahr, weil er einer dickeren Kapitaldecke zunächst alles andere unterordnet. Das ist eine Zäsur: Deutschlands größtes Geldhaus hatte seit dem Zweiten Weltkrieg immer Geld an die Anleger ausgeschüttet.

Nun steht das Sparen im Vordergrund. Cryan will die Kosten in den nächsten drei Jahren um mindestens 1,8 Milliarden Euro senken, was laut Finanzkreisen auch tausende Jobs kosten wird.

Nicht mehr alles für jeden

Die Deutsche Bank gab diese Entscheidungen nach einer langen Aufsichtsratssitzung bekannt. Hintergrund ist die neue "Strategie 2020". Das Institut will nicht mehr alles für jeden sein und seine knappen Ressourcen besser einsetzen. Im Laufe des Tages werden Details dazu erwartet, wenn Cryan erstmals als Deutsche-Bank-Chef vor die Presse tritt. Der Brite hatte im Juli die Nachfolge des glücklosen Anshu Jain angetreten.

Jain hatte die neue Strategie im April nur in groben Zügen vorgestellt. Doch damit verlor er das Vertrauen der Investoren. Zu viele Fragen waren offengeblieben. Wenige Wochen später stellte er sein Amt zur Verfügung.

Dieses Vakuum musste der neue Mann an der Spitze nun ausfüllen. Er verschärft die Gangart deutlich, um die renditeschwache und skandalerschütterte Deutsche Bank wieder in die Spur zu bringen. Eine Kapitalerhöhung, wie sie etwa die Rivalin Credit Suisse plant, will Cryan auf jeden Fall vermeiden. Allein die Streichung der Dividende kann die Kapitaldecke um zwei Milliarden Euro aufpolstern.

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