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Aldi und Co.: Sind Deutschlands Discounter noch zu retten?


Satire  

Sind Deutschlands Discounter noch zu retten?

03.11.2015, 18:55 Uhr | yba, t-online.de

Aldi, Lidl und Co. kämpfen um ihre Kunden. Einfach nur billig ist nicht mehr genug – gerade der jüngeren Kundschaft darf beim Sparen ein bisschen der Bauch gepinselt werden. Zwar ist Geiz immer noch ganz geil, Verzicht bleibt aber scheiße. Wir haben den Masterplan zur Rettung der Discounter.

Der neue Discounter ist modern, familienfreundlich, dynamisch und bietet seinen Netto-Pilgern die ein oder andere Sitzgelegenheit. So viel ist in den Management-Etagen der Billigheimer bereits angekommen. Als Sofortmaßnahmen gegen den Kundenschwund wurden daher Wickeltische, Kundentoiletten und Sitzbänke beschlossen.

Ein guter Ansatz, aber nicht zu Ende gedacht. Wo bleibt das Abenteuer, der Zuhause-Faktor, der Unterhaltungswert beim Shoppen von Morgen? Und was ist mit den vollen Windeln? Ein Discounter, der diese Fragen verdrängt, wird einfach von der "Luxus-ist-geil-und-fair-und-nur-ein-bisschen -teurer"-Konkurrenz überrollt.   

Das sind die Lösungen:

  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Montage: t-online.de) (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Montage: t-online.de)

Problem: Wickeltische befinden sich in der Umsetzung. Die Entsorgung der Mief-Granaten missachtet aber alle Standards moderner Kundenpflege: persönlicher Kontakt, Effizienz, Originalität, digitale Bezahlverfahren und öffentlich wirksame PR-Effekte.   

Lösung: Menschlinge und Rentner, die es nicht halten konnten, werden direkt an der Kasse gepampert. Das Laufband garantiert eine schnelle Abwicklung. Der "Windellein-wechsel-dich-Service" sorgt so auch für die notwendige Aufmerksamkeit anderer Kunden. Abgerechnet wird hygienisch und kontaktlos per NFC.

 (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Montage: t-online.de) (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Montage: t-online.de) 
Problem: Kunde bringt schreiende Kinder mit (nähere Beschreibung überflüssig).

Lösung: Ein Streichelzoo im Supermarkt entlastet die Eltern und alle anderen Beteiligten. Beim Kontakt mit den Tieren können die Schreihälse lernen, was soziales Verhalten heißt. Wird der Streichelzoo zwischen Gemüseabteilung und Metzgertheke positioniert, lernen die Bälger gleichzeitig etwas über Tierernährung und -verarbeitung.

 (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Montage: t-online.de) (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Montage: t-online.de)Problem: Der Einkauf von Lebensmitteln ist – gelinde gesagt – oft nur noch öde Alltagsroutine. Ohne jeglichen Event-Charakter wird sich die Jugend über kurz oder lang vollständig aus der Discounter-Landschaft zurückziehen. Was wird aus Deutschland ohne Sparfüchse?!

Lösung: DJ "Fischers Fritz" sorgt jeden Freitag mit frischen Meeresfrüchten und krassen Beats für Stimmung. Das mag die Jugend. Darüber hinaus stärkt der Discounter die Versorgung der Bevölkerung mit Omega-3-Fettsäuren – das ist gut fürs Image. "How much ist the fish?" – "not many!"

 (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Montage: t-online.de) (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Montage: t-online.de)

Problem: Immer wieder kommt es vor, dass es ein Kunde nicht mehr zur Kasse schafft. Der Einkauf wird vorzeitig abgebrochen. Daran mag zwar der zunehmend harte Arbeitsalltag schuld sein. Davon kann sich der Filialleiter aber auch nichts kaufen.

Lösung: In den Gängen werden strategische Erholungszonen eingerichtet. Gerade zwischen anspruchsvollen Regalen wäre etwa ein Whirlpool sinnvoll. Eventuell müssen die Ladenschlusszeiten ausgedehnt werden, um dem erschöpften Discount-Pilger Zeit zur Regeneration zu geben und den Einkauf erfolgreich abzuschließen.

 (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Montage: t-online.de) (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Montage: t-online.de)Problem: Die soziale Kälte ist überall. Dem Discounter von gestern war das egal und teils sogar willkommen. Denn Singles zahlen schneller. Im Internetzeitalter haben die Vereinsamten aber immer weniger Gründe vor die Tür zu gehen. Das spiegeln auch die Umsatzeinbrüche der ehemaligen Singletreff-Börsen Aldi, Lidl und Co. wieder.

Lösung: Kommt der Single nicht zum Aldi, kommt der Aldi halt zum Single. Soll heißen: Discounter müssen ihre Kunden so nehmen, wie sie sind. Vertrauen schaffen, Geld machen! Themenwochen wie "Wir bedienen Sie auch ohne Hose" werden sogar den gesellschaftsscheusten Gesellen aus der Butze locken. Eine prima Gelegenheit für neue unverkrampfte Beziehungen.

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