Sie sind hier: Home > Finanzen > Unternehmen >

McDonald's nutzt illegale Steuervorteile


Absprache mit Luxemburg  

EU-Kommission: McDonald's nutzt illegale Steuervorteile

03.12.2015, 17:56 Uhr | dpa

McDonald's nutzt illegale Steuervorteile. McDonald's ist wegen Steuertricksereien ins Visier der EU-Kommission geraten. (Quelle: Reuters)

McDonald's ist wegen Steuertricksereien ins Visier der EU-Kommission geraten. (Quelle: Reuters)

Auf McDonald's könnte eine saftige Steuernachzahlung zukommen. Denn der US-Fastfood-Konzern profitiert nach Ermittlungen der EU-Kommission in Europa von illegalen Steuervorteilen.

Das Unternehmen habe in Luxemburg Absprachen treffen können, die es ihm ermöglichten, in dem Land trotz hoher Gewinne keine Körperschaftsteuer zu entrichten, teilte die Brüsseler Behörde mit.

Allein im Jahr 2013 habe die Tochtergesellschaft McDonald's Europe Franchising in Luxemburg einen Überschuss in Höhe von mehr als 250 Millionen Euro ausgewiesen.

Wegen der eindeutigen Ermittlungsergebnisse leiteten die Brüsseler Wettbewerbshüter nun ein eingehendes beihilferechtliches Prüfverfahren ein. Es könnte damit enden, dass McDonald's die zu wenig gezahlten Steuern nachzahlen muss.

Staaten entgingen über eine Milliarde Euro an Steuern

Nach im Februar veröffentlichten Gewerkschaftsinformationen sollen EU-Staaten von 2009 bis 2013 Steuereinnahmen von mehr als einer Milliarde Euro entgangen sein.

In einer Stellungnahme betonte McDonald's, das Unternehmen halte sich in Europa an alle geltenden Gesetze und Regeln und zahle Körperschaftssteuern in "beträchtlicher Höhe". Allein zwischen 2010 und 2014 seien in EU-Staaten mehr als 2,1 Milliarden Dollar (rund 2 Milliarden Euro) abgeführt worden, was einem durchschnittlichen Steuersatz von rund 27 Prozent entspreche. "Wir sind zuversichtlich, dass die Untersuchung positiv endet", hieß es.

Es geht um die Lizenzgebühren in Luxemburg

Den Vorwurf der EU-Kommission dementierte McDonald's allerdings nicht. Brüssel wirft dem Konzern vor, für die in Luxemburg einlaufenden Lizenzgebühren "praktisch keine Körperschaftsteuern" gezahlt zu haben. Lizenzgebühren sind Abgaben, die Franchisenehmer für die Nutzung der Marke an den Konzern zahlen müssen.

Die EU-Kommission vermutet konkret, dass die luxemburgischen Steuerbehörden von Steuerrechtsvorschriften und Bestimmungen eines zwischen Luxemburg und den USA geschlossenen Doppelbesteuerungsabkommens abgewichen sind und der Burger-Kette dadurch einen Vorteil verschafft haben. Hintergrund könnte gewesen sein, das Unternehmen an Luxemburg zu binden.

EU-Kommissarin lässt Steuerbescheid prüfen

"Wenn McDonald's per Steuervorbescheid bestätigt wurde, dass das Unternehmen weder in Luxemburg noch in den USA Steuern auf seine europäischen Lizenzeinnahmen zahlen muss, müssen wir diesen Bescheid einer genauen beihilferechtlichen Prüfung unterziehen", erklärte die für Wettbewerbspolitik zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager. Doppelbesteuerungsabkommen dürften nicht als Rechtfertigung für "doppelte Nichtbesteuerung" genutzt werden.

Die luxemburgische Regierung ging in einer Stellungnahme nicht näher auf die Vorwürfe ein. Sie teilte lediglich mit, sie habe McDonald's keine Sonderbehandlung zukommen lassen und werde bei den Ermittlungen mit den Wettbewerbshütern kooperieren.

Auch Apple und Amazon versuchen, Steuern zu vermeiden

Neben McDonald's hat die EU-Kommission bereits seit Längerem Steuerabsprachen Irlands mit Apple und Luxemburgs mit Amazon im Visier. Im vergangenen Monat abgeschlossen wurde die Prüfung von sogenannten Steuervorbescheiden (tax rulings) für die Kaffeehauskette Starbucks und eine Tochter des Autobauers Fiat. Sie sollen Nachzahlungen von jeweils bis zu 30 Millionen Euro leisten, weil sie von dem Niederlanden beziehungsweise wiederum Luxemburg bevorzugt wurden.

Auf den Fall McDonald's waren die Brüsseler Wettbewerbshüter nach eigenen Angaben durch Medienberichte aufmerksam geworden. Daraufhin forderten sie im Sommer 2014 Informationen über Steuervorbescheide an. Angaben zur voraussichtlichen Dauer des jetzt eingeleiteten Prüfverfahrens machte die EU-Kommission nicht.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOhappy-size.detchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal